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Lokales Kriminelle Kinder und Schulschwänzer: Stadt prüft neue Strategie zur Prävention
Leipzig Lokales Kriminelle Kinder und Schulschwänzer: Stadt prüft neue Strategie zur Prävention
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18:36 11.12.2017
Welche Erfahrungen haben Leipziger Schüler mit Gewalt? Auch darum soll es bei der Fragebogenaktion gehen.  Quelle: picture alliance / dpa
Leipzig

 1680 Tatverdächtige unter 14 Jahre und rund 2000 notorische Schulschwänzer: Mit einem neuen präventiven Ansatz wollen Stadt und Polizei gegen die drängendsten Probleme bei Kindern und Jugendlichen vorgehen. „Um eine nachhaltige Präventionsarbeit in den Bereichen Gewalt, Sucht, Kriminalität aber auch Gesundheitsförderung zu gewährleisten, werden wir nun prüfen, ob die Einführung von ,Prävention im Team‘ (PiT) in Leipzig möglich ist“, so Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal am Montag nach der 38. Sicherheitskonferenz des Kommunalen Präventionsrates. Und Polizeipräsident Bernd Merbitz erklärte: „Die Vernetzung der unterschiedlichen schulischen Angebote kommt allen zugute. Sie schont die Ressourcen der kooperierenden Institutionen und gewährleistet eine zielgruppenbestimmte Prävention, die besser auf die Belange der einzelnen Schulen eingeht.“

PiT sei eine erprobte Strategie, die unter anderem in Chemnitz bereits praktiziert werde und nun als Vorbild für Leipzig diene, so Rosenthal. Im Kern gehe es um eine enge Kooperation zwischen Schule, Polizei und Stadtverwaltung. Auch die Sächsische Bildungsagentur soll beteiligt werden, zumal es um die personelle und fachliche Aufstockung an den Schulen selbst gehe. Basis künftiger Lösungsansätze seien umfassende Schülerbefragungen. Dabei würden die Kinder und Jugendlichen zu Themen der Suchtprävention, zu Gewalterfahrungen und Mobbing befragt. Auch das familiäre Umfeld, häusliche Gewalt und Körperverletzungen sowie sexuelle Übergriffe spielen eine Rolle.

Ab dem zweiten Quartal 2018 sollen an allen Oberschulen und Gymnasien sowie Berufsbildungsstätten diese Erhebungen über die Bühne gehen. Da die Befragungen im Unterricht stattfinden sollen, müsse die Bildungsagentur dafür Stunden freigeben. Zudem sei zu klären, wer die zahlreichen Fragebögen auswertet. Und: Bei unter 18-Jährigen müsse die Einwilligung der Eltern vorliegen.

Es sei keine hundertprozentige Teilnahme an dieser freiwilligen und anonymen Befragung zu erwarten, so Merbitz. Aber man erhoffe sich durchaus ehrliche Antworten. „Es geht nicht darum zu ermitteln, wer die kriminellste Schulklasse ist“, stellte der Polizeichef klar. „Wir wollen den Kindern und Jugendlichen helfen.“ Er sei mal zu Gast in einer Leipziger Schule gewesen und habe in die Runde gefragt, wer alles Drogen konsumiere. „Sie glauben gar nicht, wie viele sich da gemeldet haben“, staunt er noch immer.

Anhand der Befragungsergebnisse sei der problemorientierte und zielgerichtete Einsatz von Fachleuten an den jeweiligen Brennpunkten noch besser möglich als bisher, erläuterte Rosenthal. Schon jetzt habe die Stadt bestimmte Schwerpunkte ermittelt, wo zusätzliche Ressourcen und erhöhter Präventionsbedarf angezeigt seien. „Da gibt es sehr spezifische Problemlagen“, so der Ordnungsbürgermeister.

Die Kinder- und Jugendkriminalität hatte in der Stadt in den vergangenen Jahren massiv zugenommen (die LVZ berichtete). Die strafunmündigen Delinquenten fallen vorwiegend mit leichteren Delikten wie Sachbeschädigung, einfachem Diebstahl oder Schwarzfahren auf.

Von Frank Döring

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