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Lokales Kritik am Lichtfest: Künstlerischer Leiter weist Schuld von sich
Leipzig Lokales Kritik am Lichtfest: Künstlerischer Leiter weist Schuld von sich
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07:28 29.10.2018
Jürgen Meier. Quelle: André Kempner
Leipzig

Der langjährige künstlerische Leiter des Lichtfestes, Jürgen Meier, sieht sich nach dem Lichtfest vom 9. Oktober zu Unrecht mit Vorwürfen konfrontiert. Er habe die von ihm geforderten Themen „eins zu eins künstlerisch umgesetzt“, sagte Meier gegenüber der LVZ. Die Veranstaltung auf dem Augustusplatz hatte eine Debatte über den Umgang mit der Erinnerung an die Friedliche Revolution im Herbst 1989 in der DDR ausgelöst.

„Initiative und LTM haben Themen vorgegeben“

Meier hat im Auftrag des Lichtfest-Veranstalters, der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM), den künstlerischen Teil der Lichtfeste seit 2009 verantwortet. „Die Inhalte hingegen wurden durch die Initiative ,Tag der Friedlichen Revolution – Leipzig 9. Oktober’ vorgegeben“, erklärte Meier. „Für das Lichtfest Leipzig 2018 hat die Initiative Themenvorschläge erarbeitet, die durch LTM in einem Workshop weiterentwickelt und am Ende durch die Initiative bestätigt wurden“, sagte er weiter.

So habe die Initiative, der unter anderem Leipziger Bürger, zivilgesellschaftliche und kommunale Organisationen und Institutionen sowie Museen angehören, Bezüge zur Gründung der Weimarer Republik 1918 und zur Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland im Jahr 1919 als wesentliche Voraussetzung für die Entstehung einer tatsächlichen Demokratie unter Beteiligung aller Menschen erwartet. Gegenseitiger Respekt, die Bereitschaft zum Perspektivwechsel, eine demokratische Streitkultur als Grundlage für den inneren Frieden und die Weiterentwicklung der Demokratie sowie die Partizipation und persönliche Verantwortung des Einzelnen für eine lebendige Demokratie seien weitere thematische Fundamente gewesen, auf denen die diesjährige Inszenierung aufbauen sollte.

Meier: „Die schlussendlich geforderten Themen – hundert Jahre Frauenwahlrecht, hundert Jahre Weimarer Verfassung, Perspektivwechsel, Teilhabe, Motto: Ich.Die.Wir. – habe ich in der Inszenierung des Lichtfestes 2018 eins zu eins künstlerisch umgesetzt. Die Kritik an den Inhalten richtet sich also nicht gegen mich, sondern gegen die inhaltlich verantwortliche Initiative und LTM, die die Themen gemeinsam vorgegeben haben.“ Er sei bereit, sich einer Diskussion und Kritik der künstlerischen Inszenierung zu stellen. Doch die, so Meier, sei bisher ausgeblieben.

30. Jubiläum im nächsten Jahr

Die CDU sprach hingegen vom Versuch, „einer historischen Stunde eine linksideologische Umdeutung zu verpassen“. „Ein tanzendes Ehepaar Honecker, Nixon und auch der Hambacher Forst haben mit der Erinnerung an 1989 nichts zu tun“, sagte Kreisvorsitzender Robert Clemen. Der 1957 in Essen geborene Meier habe das Lichtfest „zu einer Kessel-Buntes-Show allgemeiner politischer Themen gemacht“.

Nach den öffentlichen Diskussionen um das Lichtfest hatte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) in der LVZ jüngst Veränderungen angekündigt. „Wir wollen einen neuen Anfang suchen“, sagte er. So soll beispielsweise die künstlerische Leitung künftig ausgeschrieben werden. 2019 jährt sich die Friedliche Revolution zum 30. Mal. Dann ist nach 2009 und 2014 wieder geplant, das Lichtfest auf der historischen Demonstrationsroute von 1989 auf dem Innenstadtring stattfinden zu lassen.

„Auseinandersetzung über künftige Ausrichtung ist dringend notwendig“

Auch Meier hält Auseinandersetzungen über die künftige Ausrichtung des Lichtfestes für „dringend notwendig“. Diese würden aktuell jedoch verhindert, „indem der künstlerische Leiter öffentlich diffamiert und beschädigt wird“. Dieses Vorgehen erschwere jedem Nachfolger die Arbeit.

Zur Rücktrittsforderung der Jungen Union erklärte Meier: „Für das Lichtfest Leipzig 2019 stand die Frage der Beauftragung eines künstlerischen Leiters an. Da ich nicht beauftragt wurde, kann ich nicht zurücktreten.“

Von Klaus Staeubert

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