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Lokales Kritik an Veränderungen im Nachtverkehr
Leipzig Lokales Kritik an Veränderungen im Nachtverkehr
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20:16 04.12.2016
Immer mehr Leipziger sind in den Abend- und Nachtstunden unterwegs. Die aktuellen Fahrplanänderungen der LVB sollen das Angebot verbessern. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Überraschend stark bläst Leipzigs Verkehrsbetrieben (LVB) der Wind ins Gesicht, weil sie ihren Fahrplan zwischen 23.30 Uhr und 0.30 Uhr geändert haben. Seitdem gibt es am Hauptbahnhof keinen großen Sammelanschluss mehr, sondern zwei Teiltakte, die in dieser Zeitspanne im 15-Minuten-Abstand verkehren (die LVZ berichtete). Kritisiert wird unter anderem, dass jetzt kein Umstieg mehr zwischen allen Linien möglich ist. „Die letzte Fahrt im zweiten Linienbündel findet bereits um 0.15 Uhr statt um 0.30 Uhr statt“, kritisiert unter anderem LVZ-Leser Tobias Hiller. „Damit muss dann eine Stunde auf den ersten Nachtbus gewartet werden. Für die Fahrgäste aus Linienbündel 1, die um 0.30 Uhr am Hauptbahnhof eintreffen und in Linien des zweiten Bündels umsteigen wollen, ergibt sich nun statt 0 Minuten eine Wartezeit von fast 45 Minuten auf den Nachtbus.“ Durch die neue Aufteilung würden auch unterwegs dezentrale Anschlüsse wegfallen – zum Beispiel am Adler. „Auch Anschlüsse von und zur S-Bahn am Hauptbahnhof entfallen für Linienbündel 2 ersatzlos.“ Andere Leser fürchten, dass die LVB jetzt weniger Sonderbahnen einsetzen, wenn zum Beispiel Konzerte in Leipzig stattfinden. Oder dass die LVB weitere Anschlüsse zwischen 0.30 und 4.30 Uhr streichen. Sogar Anwohner der Karl-Liebknecht-Straße sind sauer. „Bisher hatte man als Anwohner wenigstens nachts zwei bis drei Stunden Ruhe vor dem Lärm“, mailte Anwohner Jörg Winkler. „Nun also geht es zu dieser Zeit im 15-Minuten-Takt lustig weiter mit dem Krach.“

Die LVB bestätigen die von LVZ-Leser Hiller angeführten Nachteile. „Die neue Verteilung bietet im Einzelfall Nachteile, aber für die Mehrheit der Fahrgäste grundlegende Vorteile“, so Sprecher Marc Backhaus. Eine dem Planungsprozess vorgeschaltete Fahrgastbefragung habe ergeben, dass etwa zehn Prozent aller Fahrgäste, die während der Sammelanschlüsse unterwegs sind, innerhalb derselben Liniengruppe am Hauptbahnhof keinen Anschluss mehr finden und darum länger warten müssen. „Demgegenüber profitieren rund 50 Prozent aller Fahrgäste im Spät- und Wochenendfrühverkehr von der Taktverdichtung entlang der zentrumsnahen Achsen. Für die restlichen Fahrgäste sind die Auswirkungen neutral.“ Widersprochen wird der Darstellung, dass dezentrale Anschlüsse wegfallen. „Lediglich einzelne entfallen“, so Backhaus. „Gleichzeitig entstanden aber wesentlich mehr neue Anschlüsse.“ Dies gelte auch für die S-Bahn.

Die LVB entkräften Befürchtungen, dass bei größeren Abendveranstaltungen weniger spezielle Verstärker-Bahnen und -Busse eingesetzt werden. „Das ist nicht der Fall“, so der Sprecher. Zwar gebe es jetzt durch die bessere Vertaktung der Linien 3, 7 und 15 im Bereich Jahnallee/Waldplatz im Spätverkehr bis gegen 0.30 Uhr einen 15-Minuten-Takt in Richtung Lindenauer Markt und Innenstadt. „Dieses Angebot wird aber bei größeren Veranstaltungen – wie bisher auch – durch zusätzliche Verstärkerzüge ergänzt, weil die vorhandenen Fahrten für die erhöhte Nachfrage nicht genügend Platzkapazität bieten.“ Der neue Nachtfahrplan führe auch nicht zu Kosteneinsparungen. Denn im Spät- und Wochenendfrühverkehr würden jetzt rund zehn Prozent mehr Straßenbahnen eingesetzt als zuvor. Dies resultiere vor allem aus der Verdoppelung des Angebots der Linie 11 zwischen Wahren und Dölitz.

Zwischen 0.30 Uhr und dem unveränderten Beginn des Nachtbusverkehrs um 1.11 Uhr finden auf allen Linien noch einzelne Fahrten statt. Ein Teil dieser Fahrten berührt auch noch einmal das Stadtzentrum, bildet dort aber keinen vollwertigen Sammelschluss mehr. So fährt unter anderem die Linie 1 um 0.26 Uhr ab Schönefeld bis Lausen (0.45 Uhr ab Hbf), die 3 von 0.23 Uhr ab Knautkleeberg bis Heiterblick (0.53 Uhr ab Hbf), die 7 von 0.25 Uhr ab Böhlitz-Ehrenberg bis Paunsdorf Nord (0.53 Uhr ab Hbf), die 11 von 0.22 Uhr von Schkeuditz bis Dölitz (0.55 Uhr ab Hbf) und die 16 ab 0.40 Uhr ab Messegelände bis Lößnig (1 Uhr ab Hbf).

Von Andreas Tappert

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