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Lokales Scharfe Kritik an neuer Flixbus-Linie Chemnitz-Leipzig
Leipzig Lokales Scharfe Kritik an neuer Flixbus-Linie Chemnitz-Leipzig
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17:46 28.11.2018
Ein Flixbus steht im neuen Fernbusterminal am Leipziger Haupbahnhof. Quelle: André Kempner
Leipzig

Flixbus will ab Dezember auf der Strecke Chemnitz-Leipzig fahren, in der Gegenrichtung ist der Fernbusanbieter bereits unterwegs. Doch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, das die Buslinie jetzt genehmigt hat, steht dafür heftig in der Kritik. „Hier wird in den Wettbewerb zu Gunsten des Reiseverkehrs auf der Straße eingegriffen und die Schiene wieder einmal benachteiligt“, kritisiert Alexander Kirchner, Vorsitzender der Eisenbahngewerkschaft EVG.

Kirchner befürchtet, dass die von dem Verkehrsunternehmen Transdev zwischen Leipzig und Chemnitz unter der Marke Mitteldeutsche Regiobahn betriebene Eisenbahnverbindung Fahrgäste verlieren und damit unrentabel werden wird. „Das kann aus verkehrspolitischen, aber auch aus ökologischen Gründen nicht gewollt sein“, sagt er.

Transdev befürchtet den Verlust von Kundschaft

Auch Transdev selbst befürchtet den Verlust von Kundschaft und legte beim Landesamt Widerspruch gegen die Entscheidung ein. Man verstoße gegen das Personenbeförderungsgesetz. Die Fahrzeit für die 81 Kilometer lange Strecke von Chemnitz nach Leipzig betrage 59 Minuten, in der Gegenrichtung eine Stunde und fünf Minuten, teilt Transdev mit. Der Gesetzgeber lege klar fest, dass der Haltestellenabstand bei Fernbussen mindestens 50 Kilometer betragen oder subventionierte Nahverkehrszüge länger als eine Stunde unterwegs sein müssten.

Flixbus reagiert auf die Kritik

Flixbus geht auf die Kritik ein. Die bewilligte Ausnahmegenehmigung sei absolut legitim und vor allem im Sinne der Verbraucher, teilt das Unternehmen mit und geht auf Ausnahmen in dem genannten Gesetz ein. Danach könne ein Fernbusangebot rechtmäßig sein, „wenn dieses das Fahrgastpotenzial der vorhandenen Verkehrsangebote nur unerheblich beeinträchtigt“, teilt Flixbus LVZ.de mit. Das Landesamt habe als zuständige Behörde demnach richtig entschieden. So könne die „verkehrliche Situation der Besucher und Einwohner von Chemnitz und Leipzig deutlich verbessert werden“.

Flixbus fahre bereits zweimal am Tag von Leipzig nach Chemnitz. Ab Dezember sei man dann auch zweimal am Tag in der Gegenrichtung unterwegs. Diese Fahrten „führen nicht zu einer erheblichen Beeinträchtigung bestehender Verkehre. Dies belegt auch die bisherige Bedienung der Strecke Leipzig Richtung Chemnitz“, so ein Flixbus-Sprecher. „Im Vergleich zur Bahn haben wir zudem sehr viel weniger Sitzplätze auf der Strecke zur Verfügung.“ Ticketpreise könnten voraussichtlich ab 4,99 Euro pro Strecke angeboten werden.

FDP-Politiker begrüßen neues Angebot

Die beiden sächsischen FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Müller-Rosentritt und Torsten Herbst begrüßen die Entscheidung aus Dresden. Die neue Fernbusverbindung ab Dezember wäre ein weiterer wichtiger Beitrag für eine bessere Anbindung von Chemnitz. „Natürlich steht die Anbindung per Zug an erster Stelle, denn einer nachhaltig denkenden Partei wie der FDP ist eine zunehmende Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene ein Hauptanliegen“, teilen beide Politiker mit. Da die Prozesse hier jedoch sehr lange dauerten – gemeint ist die Anbindung von Chemnitz an den Schienenfernverkehr -, „haben wir uns als Freie Demokraten um attraktive weitere Optionen bemüht. Insbesondere Bürger mit Anspruch auf WLAN während der Fahrt, die auch noch günstiger reisen wollen als mit der Bahn, haben damit ein Top Angebot“, teilen sie weiter mit.

Von Andreas Dunte

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