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Kritik nach Urteil zum Tod eines Obdachlosen in Oschatz - Demonstration in Leipzig

Kritik nach Urteil zum Tod eines Obdachlosen in Oschatz - Demonstration in Leipzig

Nach dem Urteil des Landgerichts Leipzig zum Tod eines Obdachlosen in Oschatz regt sich Kritik, dass die Richter keinen Zusammenhang zur mutmaßlich rechten Gesinnung der Täter hergestellt haben.

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Die Angeklagten vor der Urteilsverkündung am 25. Januar 2013.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Die Extremismusexpertin der Linken im Landtag, Kerstin Köditz, sagte am Samstag, wieder einmal seien politische Zusammenhänge ausgeblendet worden. Die Initiative „Rassismus tötet!“ rief für Samstagnachmittag zu einer Demonstration „Gegen jeden Sozialdarwinismus“ auf.

In der offiziellen Statistik des Freistaates zu Opfern rechter Gewalt werde der 50 Jahre alte Getötete nicht geführt, kritisierte Köditz. „Wir haben in Sachsen drei oder vier Todesopfer aus dem Milieu der sozial Randständigen, die nicht in die Statistik aufgenommen werden.“ Sie wolle sich dafür einsetzen, dass sich das ändert. Die Einstufung hänge nicht von einem Richterspruch ab, sondern das sei eine politische Entscheidung.

Demonstration in Leipzig

Am Sonnabend zogen am frühen Abend rund 120 Demonstranten durch die Leipziger Innenstadt und gedachten den in Sachsen von Neonazis ermordeten Opfern. Unter dem Motto "Gegen jeden Sozialdarwinismus!" liefen sie von der Emilienstraße bis zum Schwanenteich hinter der Oper. Die Teilnehmer warfen dabei der Justiz vor, Tatmotive auszublenden und die Schläger als unpolitisch darzustellen. Der Demonstrationszug verlief nach Angaben der Polizei friedlich und ohne besondere Vorkommnisse.

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Leipzig. Nach dem Urteil des Landgerichts Leipzig zum Tod eines Obdachlosen in Oschatz regt sich Kritik, dass die Richter keinen Zusammenhang zur mutmaßlich rechten Gesinnung der Täter hergestellt haben. Am Sonnabend zogen am frühen Abend rund 120 Demonstranten durch die Leipziger Innenstadt und gedachten den in Sachsen von Neonazis ermordeten Opfern.

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Mindestens einer der Männer, die den schlafenden Obdachlosen im Mai 2011 zu Tode getreten hatten, wird von Beobachtern der rechten Szene zugerechnet. Die Anwältin der Tochter des Opfers hatte im Prozess darauf hingewiesen, dass der 28-Jährige eine „88“ tätowiert habe - was in der Szene für den achten Buchstaben des Alphabets - das H - steht und somit für „Heil Hitler“.

"Attacke nah am Mord"

Das Landgericht hatte am Freitag fünf Männer im Alter von 17 bis 28 Jahren wegen Totschlags zu Haftstrafen verurteilt, einen 38-Jährigen zudem wegen unterlassender Hilfeleistung zu einer Bewährungsstrafe. Das Motiv der Schläger blieb eher diffus. Ein Zusammenhang der Tat zu einer rechten Gesinnung sei „zumindest nicht zweifelsfrei“ festzustellen, hatte der Vorsitzende Richter Norbert Göbel gesagt. Die brutale Attacke sei nah an einem Mord gewesen. Allerdings fehlte letztlich der Beleg für die niederen Beweggründe, wie es etwa ein Angriff aus menschenverachtenden, rechtsradikalen Motiven gewesen wäre.

Auch die Staatsanwaltschaft hatte sich mit der Frage nach einem rechten Motiv auseinandergesetzt. Fotos oder eine Tätowierung allein reichten nicht aus, erklärte Oberstaatsanwältin Claudia Laube. „Man kann sich ja mit 17 „Natalie“ tätowieren lassen, und dann Jahre später schon längst mit Jaqueline verheiratet sein - und da steht dann aber immer noch „Natalie“.“

mro/dpa

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