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Lokales Kritiker erfreut über "konstruktive Antwort" des Brühl-Investors - Menschenkette geplant
Leipzig Lokales Kritiker erfreut über "konstruktive Antwort" des Brühl-Investors - Menschenkette geplant
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14:17 17.04.2010
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Leipzig

Die Bürgerproteste anlässlich der jüngsten Ankettungsaktion von TV-Moderator Renato Bodenburg hätten deutlich gezeigt, dass kaum jemand in Leipzig Verständnis dafür habe, dieses "trotz Kriegs- und Brandschäden immer noch wunderbare Gebäude dem Erdboden gleich zu machen", meinte der Ortsverbandsvorsitzende Dieter Deissler. Er verlangte am Freitag eine gründlichere Prüfung der Bausubstanz: "Unter der Aluverkleidung der Blechbüchse ist ein verborgener Schatz zum Vorschein gekommen. Bevor dieser nun leichtfertig und unwiederbringlich vernichtet wird, sollte eine Rekonstruktion der ursprünglichen Fassade zumindest noch einmal geprüft werden." Unzählige Baudenkmäler in sehr viel schlechterem Zustand seien originalgetreu wieder hergestellt worden, fuhr Deissler fort. "Der Investor ist bereit, die eigentlich provisorische Aluminiumhülle im Neubau widerzuspiegeln. Warum kann dann nicht auch die wunderschöne alte Fassade mit den "Höfen am Brühl' wiederauferstehen?"

Wie berichtet, hatte MfI-Vorstand Matthias Böning am Donnerstag auf einen offenen Brief mit hunderten Unterschriften aus Leipzig reagiert. Er verwies unter anderem auf den aufwendigen Architekturwettbewerb, der für das geplante Einkaufszentrum "Höfe am Brühl" veranstaltet wurde. Zur Aufgabenstellung für die Architekten habe gehört, "den außergewöhnlichen Konflikt zu lösen, zwei hintereinander liegende Fassaden unter Denkmalschutz stehen zu haben". Sämtliche Wettbewerbsteilnehmer hätten sich in ihren Entwürfen "für die ganzheitliche Erhaltung der als Wende-Wahrzeichen geltenden Aluminium-Fassade des Leipziger Bildhauers Harry Müller ausgesprochen". Die Blechbüchse sei vom Denkmalschutz als "eines der prägnantesten Bauwerke im Leipziger Stadtbild" eingestuft worden. Auf Grundlage mehrerer Gutachten, die einen Zerstörungsgrad von etwa 70 Prozent der alten Steinfassade attestierten, habe der damalige Regierungspräsident Walter Christian Steinbach mit dem Landesamt für Denkmalpflege einen Kompromiss geschlossen, der "das kunsthistorisch wertvollste Teilstück der historischen Fassade auf 15 Metern von innen erlebbar machen" werde. Darüber hinaus wolle MfI nun auf eigene Kosten alle intakten Teile der Steinfassade von 1908 sichern und einlagern, so Böning.

[gallery:500-76983520001-LVZ] Der Initiator des offenen Briefes, Kunsthistoriker Arnold Bartetzky, sitzt seit Donnerstagabend wegen der Vulkanasche-Wolke auf einem europäischen Flughafen fest. Er freue sich über die "konstruktive Antwort" von MfI, die einen Teilerfolg darstelle, sagte Bartetzky per Telefon der LVZ. "Ich hoffe, die weitere Debatte ermöglicht eine noch bessere Lösung."

TV-Moderator Renato Bodenburg hat für diesen Samstag (16 Uhr) eine Menschenkette am Brühl als Veranstaltung angemeldet. "Ich bin die Strecke mit Polizei und Ordnungsamt abgelaufen, alle Genehmigungen liegen vor", sagte er.

Jens Rometsch

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