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Kritische Töne vor dem Lichtfest in Leipzig – Defizite trüben Ost-Erfolge

Friedliche Revolution Kritische Töne vor dem Lichtfest in Leipzig – Defizite trüben Ost-Erfolge

Im Herbst 1989 hat das DDR-Volk in Leipzig aufbegehrt. Zum 28. Mal wird dort am 9. Oktober die erste große Montagsdemonstration erinnert, mit der die Friedliche Revolution begann. Über dem Lichtfest aber liegt Schatten.

Auch in diesem Jahr wird zum Lichtfest an die Friedliche Revolution 1989 erinnert.
 

Quelle: André Kempner (Archiv)

Leipzig.  28 Jahre nach der Friedlichen Revolution zeigen sich Defizite der Entwicklung nach dem Ende der DDR in Ostdeutschland deutlicher denn je. Die frühere DDR-Bürgerrechtlerin Gesine Oltmanns sieht in mangelnder politischer Bildung einen Grund für den Zustand der Gesellschaft. „Die Menschen, die sich biografisch bedingt in die große Aufgabe des Aufbaus Ost gestürzt haben, sind vom Hineinwachsen in ein neues politisches System extrem vernachlässigt worden“, sagte Oltmanns vor dem Jubiläum der Deutschen Presse-Agentur in Leipzig.

„Eine vergessene Generation“

Sie ist Vorstand der Stiftung Friedliche Revolution, die bis Montag zum „Internationalen Runden Tisch“ eingeladen hat. Das sei schwer wieder aufzuholen, „nahezu eine vergessene Generation der politischen Bildung“. Laut Oltmanns ist der Schwung von 1989 spürbar in viele Richtungen des Aufbaus einer wirklich demokratischen Gesellschaft im Osten geflossen. Aber es sei auch manches auf der Strecke geblieben. „Ich hätte mir gewünscht, wir Ostdeutschen hätten mehr Zeit gehabt zu lernen, was Staatsbürger in einer Demokratie sein bedeutet.“

Sachsens Integrations- und Gleichstellungsministerin Petra Köpping (SPD) beklagte schon vor einem Jahr, dass es kaum eine öffentliche Auseinandersetzung mit dieser Zeit und ihren Schicksalsumbrüchen gegeben habe. „Tat man es dennoch, war man sofort "Jammer-Ossi" oder DDR-Nostalgiker“, sagte sie damals in einer Rede. „Das machte die Leute erst recht wütend, oder es machte sie stumm.“ Die Westdeutschen hätten keinen Schimmer, welche Umbrüche es im Osten gab.

„Problem nicht ernst genommen“

Niemand habe konkrete Probleme wirklich ernst genommen, niemand die Lebensgeschichten gewürdigt, niemand zugehört: „Das ist bei vielen Menschen eine Kränkung, die bis heute wirkt“, erklärte Köpping. Es gebe unzählige Beispiele, wie Menschen über den Tisch gezogen worden seien, weil sie oft blauäugig die neuen Regeln nicht überblicken konnten. Die Folge: ein Leben mit Schulden. Auch die Besetzung von Führungspositionen mit Leuten aus dem Westen sei für viele „ein Stachel der Demütigung im Fleisch“ gewesen.

Köpping hatte im Herbst 2016 eine Debatte über die Befindlichkeiten der Ostdeutschen angestoßen und gewarnt: man werde das Erstarken der Rechtspopulisten nicht begreifen, wenn man sich nicht gleichzeitig ehrlich und offen mit der Nachwendezeit befasse. Nachdem sie lange Zeit zumindest auf Bundesebene ungehört blieb, freut Köpping sich nach dem Debakel der SPD bei der Bundestagswahl auf die Wiederbelebung der Diskussion.

Selbstbewusstsein nötig

Auch Oltmanns sieht eine „Stimmung des Aufrappelns, Munterwerdens“, deren Energie gebündelt werden könne, um die Demokratie zu stärken. Sie forderte die Ostdeutschen auf, Selbstbewusstsein zu entwickeln und positiv zu sehen, was sie persönlich in die neue Gesellschaft eingebracht haben. Das sollte auch eine Rolle spielen „für die Geschichtsschreibung der Bundesrepublik“.

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