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Lokales Kritischer Zustand: Stadt legt Pläne für Neubau der Plagwitzer Brücke vor
Leipzig Lokales Kritischer Zustand: Stadt legt Pläne für Neubau der Plagwitzer Brücke vor
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14:35 14.02.2017
Die Plagwitzer Brücke könnte auf Dauer zum Sicherheitsrisiko werden. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

Die Plagwitzer Brücke an der Karl-Heine-Straße, auf Höhe der Nonnenstraße, ist marode. Tausende Fahrzeuge und die Straßenbahnlinie 14 donnern täglich darüber. Zwar gilt schon Tempo 30, doch das nützt nichts: Laut Baudezernat werden die Schäden schlimmer, könnten auf Dauer zum Sicherheitsrisiko werden. Die Brücke über die Weiße Elster soll ab September 2017 neu gebaut werden, wenn der Stadtrat im März zustimmt.

In einem Papier für die Ratsversammlung legt die Verwaltung die Pläne für einen rund 4,5 Millionen Euro teuren Ersatzneubau über die Weiße Elster offen. An der Dringlichkeit der Maßnahme, von der die Stadt selbst rund 1,2 Millionen Euro trägt, lassen die Experten keinen Zweifel. „Das Bauwerk befindet sich in kritischem Zustand“, heißt es in dem Ratsdokument. Über Fugen dringt seit Jahren Wasser in das Brückenbauwerk ein und schädigt es. Die dünne Stahlbetonplatte ist gerissen und abgeplatzt, das Tragwerk rostet weg. Im Mauerwerk der Pfeiler gibt es Hohlräume, Weiterverwendung undenkbar.

Neue Gleise und Haltestellen

Die neue Konstruktion wird den Fluss künftig ohne Zwischenpfeiler überspannen. Davon versprechen sich die Experten einen besseren Durchfluss der Weißen Elster, und gleichzeitig soll die künftige lichte Höhe von 1,90 den Leipziger Vorgaben für den Wassertourismus entsprechen. Der Bootsverkehr muss während der Bauzeit auch nur kurzzeitig gesperrt werden, so die Planer.

Auf der Brücke entsteht neben neuen Geh- und Radwegen, Fahrbahnen samt Linksabbiegespur in die Nonnenstraße und neuen Gleisen auch eine behindertengerechte Haltestelle für die Linie 14. Stadteinwärts wird die Haltestelle Nonnenstraße ebenfalls ausgebaut, liegt aber nicht auf der Brücke.

Pläne für den Ersatzneubau der Plagwitzer Brücke. Quelle: Stadt Leipzig

Vollsperrung über Monate

Für den Leipziger Westen bedeutet die Baumaßnahme auch: Eine der wichtigsten Ost-West-Verbindungen ist von September 2017 bis Ende 2018 dicht. In dieser Zeit werden nur Fußgänger und Radfahrer die Straße über eine behindertengerechte Behelfsbrücke weiter passieren können. Für Autofahrer werden die Karl-Heine- und Käthe-Kollwitz-Straße an dieser Stelle voll gesperrt. Auch eine Ein- und Ausfahrt aus der Nonnenstraße ist dann nicht möglich.

Der Großteil des Verkehrs soll großräumig über den Schleußiger Weg und die Antonienstraße umgeleitet werden. Wer nach Schleußig oder Plagwitz fährt, könne den Bereich über den Klingerweg umfahren. Die Straßenbahnlinie 14 nutzt während der Bauzeit ebenfalls eine Umleitung, voraussichtlich über Felsenkeller, Straßenbahnhof Angerbrücke und Jahnallee. 2018 sollen parallel zum Brückenbau weitere Straßenbauarbeiten in der Karl-Heine-Straße in Angriff genommen werden. Dafür sei allerdings noch ein gesonderter Baubeschluss nötig.

Von Evelyn ter Vehn

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