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Lokales Krzeminski beim Leipziger Lichtfest: Die Demokratie steht zur Debatte
Leipzig Lokales Krzeminski beim Leipziger Lichtfest: Die Demokratie steht zur Debatte
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20:31 09.10.2017
Der polnische Journalist Adam Krzeminski hält in der Nikolaikirche in Leipzig die Rede zur Demokratie. Leipzig erinnert mit dem Lichtfest an die erste große Montagsdemonstration in der Messestadt vor 28 Jahren. Quelle: dpa
Leipzig

Der polnische Autor und Journalist Adam Krzeminski sieht die westliche Welt an einem Wendepunkt angelangt. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der friedlichen und freiheitlichen Revolution von 1989 befänden sich viele Länder Mittel- und Osteuropas, aber auch die USA in einer Art „konterrevolutionären“ Phase, sagte Krzeminski am Montag bei einer „Rede zur Demokratie“ in Leipzig.

Zum Leipziger Lichtfest 2017 wurden Tausende erwartet. Beim Friedensgebet in der Nikolaikirche sprach unter anderem Margot Käßmann.

Gerade in Polen und Ungarn, den beiden Wegbereitern für die friedliche Revolution, würde offen eine „konservative Gegenrevolution“ ausposaunt und die nationale Abschottung von der Außenwelt durchgespielt, sagte Krzeminski. Auch die Demokratie stehe zur Debatte: In den USA durch Präsident Donald Trump und seine „alternativen Fakten“, in Großbritannien durch die „hanebüchene Brexit-Kampagne“ und auch in Deutschland durch die Erosion der Volksparteien.

In ihrer Rhetorik nutzten die AfD in Deutschland, die PiS-Regierung in Polen und auch Trump „dieselben Versatzstücke“, sagte Krzeminski. Das Land solle zurückgeholt, Eliten verjagt und die liberale „Lügenpresse“ in die Schranken gewiesen werden. Doch eine rückwärtsgewandte Politik sei alles anderes als selbstbewusst. Vielmehr zeuge sie von Ratlosigkeit über eine sich rasant wandelnde Realität, so der Autor. Zuvor hatte Margot Käßmann beim Friedensgebet ebenfalls in der Nikolaikirche eine "verbale Aufrüstung" im Land beklagt.

Krzeminski studierte Germanistik in Warschau und Leipzig und schreibt unter anderem für die polnische Zeitschrift „Polityka“ und die deutsche „Zeit“. Die „Rede zur Demokratie“ in der Leipziger Nikolaikirche ist fester Bestandteil der Feierlichkeiten zur friedlichen Revolution in der DDR. Am 9. Oktober 1989 hatten in Leipzig rund 70.000 Menschen friedlich gegen das SED-Regime protestiert. Das Datum gilt als wichtige Wegmarke im Herbst 1989.

LVZ

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