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Lokales Künftig mehr LVB-Haltestellen in Leipzig?
Leipzig Lokales Künftig mehr LVB-Haltestellen in Leipzig?
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16:38 10.11.2016
Haltestelle Münzgasse im Leipziger Zentrum-Süd: Nach diesem Beispiel fordern die Grünen weitere Zusatzstopps auf den LVB-Linien im Stadtgebiet. Quelle: Armin Kühne
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Leipzig

 Die Grünen wollen in Leipzig mehr Bus- und Straßenbahnhaltestellen bauen lassen. Mit einer Verdichtung des Netzes könnten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) zusätzliche Fahrgäste anlocken und die Attraktivität ihres Nahverkehrsnetzes steigern, heißt es in einem Haushaltsantrag von Stadtrat Ingo Sasama. In den kommenden beiden Jahren sollen dafür jeweils 100.000 Euro als Investitionszuschuss an die LVB fließen. Diese würden „für Planung und Einrichtung neuer Haltestellen bzw. für notwendige, begleitende Baumaßnahmen der Stadt“ zur Verfügung gestellt.

„Um neue Fahrgäste zu gewinnen, ist die Erreichbarkeit der Haltestellen von großer Bedeutung, also die Entfernung zur nächsten Haltestelle“, argumentiert Sasama. Als erfolgreiches Beispiel nennt er die neu entstandene Haltestelle Münzgasse/LVZ. Im Zuge des Karli-Umbaus war dieser neue Stopp für die Straßenbahnlinien 10 und 11 auf dem Peterssteinweg errichtet worden. Weitere neue Haltestellen könnten nach Meinung der Grünen an der Ecke Georg-Schwarz-Straße/Ellernweg in Leutzsch sowie auf der Karl-Heine-Straße in Plagwitz entstehen. Letzterer Standort sei in Vorbereitung für neue Schulen im Bereich des Jahrtausendfelds besonders geeignet.

Aktuell mehr als 1600 Haltestellen auf 59 Linien

„Uns ist dabei bewusst, dass die Haltestelleneinrichtung zunächst mit geringem baulichen Aufwand erfolgen soll und die Ausführung damit zunächst häufig nicht behindertengerecht sein wird“, erklären die Grünen. Ein solcher Ausbau kostet laut LVB pro Haltestelle rund eine Million Euro. Limitierte finanzielle und planerische Mittel dürften aber kein Bremsklotz für den Netzausbau sein, heißt es in dem Antrag. „Niemand hat etwas davon, wenn die Haltestellenverdichtung am Fehlen dieser Ressourcen scheitert“, so die Grünen.

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Wie LVB-Sprecher Marc Backhaus auf Nachfrage von LVZ.de mitteilt, gibt es aktuell auf den 13 Bahn- und 46 Buslinien in Leipzig insgesamt 1605 Haltestellen, davon 522 Straßenbahn- und 1083 Bushaltestellen. „Wir haben in den letzten Jahren kontinuierlich das Netz verdichtet, um den Nahverkehr attraktiver zu machen“, betont Backhaus. Seit 2009 entstanden allein 30 neue Bus- und sieben neue Straßenbahnhaltestellen, darunter 2015 in der Springerstraße im Zentrum-Nord.

Wo Bedarf für Haltestellen ist, gibt in Leipzig der Nahverkehrsplan vor. Dieser besagt, dass in der städtischen Kernzone mindestens 80 Prozent der Bewohner und der Arbeitsplätze nicht weiter als 300 Meter Luftlinie von einer Bus- oder Straßenbahnhaltestelle beziehungsweise 500 Meter von einer Haltestelle der S-Bahn oder des Eisenbahn-Regionalverkehrs entfernt sein dürfen. Laut LVB wird dieser Plan aktuell erfüllt.

Kurzstrecken werden durch neue Haltestellen noch kürzer

Ein Haltestellenausbau hätte auch einen von Fahrgästen häufig kritisierten Nebeneffekt. Durch neue Stopps verkürzt sich die Distanz, die mit einem Kurzstreckenticket (derzeit 1,80 Euro) zurückgelegt werden kann. Es umfasst Fahrten von bis zu vier Haltestellen. Bei längeren Strecken ist ein Einzelfahrschein für 2,60 Euro nötig.

Seit November 2015 gibt es den zusätzlichen Stopp in Höhe Münzgasse. Statt eines Kurzstreckentickets brauchen Pendler zwischen der südlichen Südvorstadt und der City seitdem einen Einzelfahrschein. Quelle: Kempner

Über den Antrag der Grünen wird der Stadtrat voraussichtlich bei den Beratungen zum Doppelhaushalt 2017/18 im Februar abstimmen. Stark machen sich die Grünen auch für eine Verdopplung der Fahrradabstellplätze (Bike & Ride) an Haltestellen sowie die Aufstockung des städtischen LVB-Zuschusses von 45 auf 48 Millionen pro Jahr. Als Begründung werden die steigenden Personalkosten durch den neuen Tarifvertrag TV-N genannt, der 2017 in Kraft tritt. „Wenn die Stadt Leipzig hier keinen Beitrag zur Gegenfinanzierung leistet, werden Fahrpreiserhöhungen unvermeidlich sein“, heißt es in dem Antrag.

Von Robert Nößler

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