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Künstler errichtet Sechs-Meter-Skulptur „Babel“ auf Plagwitzer Parkfriedhof

Per Lkw nach Leipzig Künstler errichtet Sechs-Meter-Skulptur „Babel“ auf Plagwitzer Parkfriedhof

Sie ist rund sechs Meter hoch, ein Gebilde aus rostbraunen Windungen und Ausbuchtungen: Der Metall-Bildhauer Christian Schmit hat auf dem Plagwitzer Parkfriedhof seine Skulptur „Babel“ errichtet.

Ein Kran war nötig, damit Metall-Bildhauer Christian Schmidt seine sechs Meter hohe Skulptur „Babel“ auf dem Plagwitzer Parkfriedhof aufbauen konnte.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig.  Kunst per Kran: Eine sechs Meter hohe Installation mit dem Namen „Babel“ stellt Künstler Christian Schmit am Freitag in Plagwitz auf. Nicht nur die wuchernde Stahlskulptur ist ungewöhnlich, auch der Ort. Das Kunstwerk lädt künftig die Besucher der Plagwitzer Parkfriedhofs zu geistigen Spaziergängen ein.

Ein Baum? Fangarme? Überhaupt etwas Organisches? Seit einigen Jahren arbeitet der gebürtige Leipziger an den 16 Modulen für „Babel“. Und so starr Schmits Lieblingswerkstoff Metall ist, so flexibel erscheint das Werk. Geschwungene Teile, Knorriges und hülsenartige Verdickungen schraubt Schmit zu einer Plastik zusammen. Über die Anschlussstellen kann er das Kunstwerk in veränderter Gestalt aufbauen. „Durch die erneute Beschäftigung mit dieser Arbeit entwickle ich auch neue Module“, erklärt er.

Die schweren Teile kamen per Lastwagen und ein Kran war nötig, um die Skulptur "Babel" zu errichten: Metall-Bildhauer Christian Schmit aus Markranstädt hat am 24. Februar 2017 seine Stahlplastik zum Ausstellungsort gebracht. Das wuchernde Kunstwerk ist nun auf dem Parkfriedhof Leipzig-Plagwitz zu sehen. Fotos: Dirk Knofe

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Für Metall konnte Schmit sich schon immer begeistern. Der 1980 in Leipzig geborene Künstler ist gelernter Schmied und hat an der Kunsthochschule Halle Metall-Bildhauerei studiert. Seine Kunst-Werkstatt hat Schmit in Markranstädt. Am Donnerstag musste das gewichtige „Babel“ per Lkw in die Messestadt gebracht und schließlich mit schwerer Technik aufgestellt werden.

“Man kann zusehen, wie es verschwindet“

Mit dem evangelischen Parkfriedhof Plagwitz findet seine Plastik einen Ort, der nicht einfach letzte Ruhestätte ist, zum Beispiel für den Bildhauer Mathieu Molitor (1873-1929), Erschaffer der berühmten Figuren „Mephisto und Faust“ sowie „Verzauberte Studenten“ vor Auerbachs Keller. Schon 2016 holte der evangelisch-lutherische Friedhofsverband ein Kunstsymposium auf das Friedhofsgelände hinter der Baumwollspinnerei. Dabei gestalteten zehn Künstlerinnen großformatige Platten und ein musikalisches Werk zum Thema „religio“, bei dem Sinn und Bedeutung des Lebens im Mittelpunkt standen.

Schmit versteht seine sich windende Skulptur als Sinnbild: „Babel steht für die Hybris des Menschen“, sagt er, und seine Installation könne für alles stehen, das wuchert. „Manche Pflanzen wuchern, Krebs aber auch. In manchen Köpfen wuchern seltsame Gedanken…“, sagt er. Und auch das Thema Vergänglichkeit hat seinen Platz. Rostbraune Patina überzieht Schmits Skulptur. „Das Schöne an Stahl ist, man kann zusehen, wie es verschwindet.“

Von Evelyn ter Vehn

Leipzig, Parkfriedhof Plagwitz 51.325168 12.31988
Leipzig, Parkfriedhof Plagwitz
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