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Lokales Kultur zum Katholikentag: Von den Wise Guys bis zu Klassik in der Brüderhalle
Leipzig Lokales Kultur zum Katholikentag: Von den Wise Guys bis zu Klassik in der Brüderhalle
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19:30 08.03.2016
David Timm, Leipzigs Universitätsmusikdirektor, startet das Projekt Turangalîla-Sinfonie in der Brüderhalle. (Archivbild)  Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

 Schon die Zahlen sind beeindruckend. Mehr als 300 Kulturveranstaltungen, zum Großteil mitten in der Stadt und frei zugänglich, kündigt der Katholikentag für den 25. Bis 29. Mai in Leipzig an. „Mehr als 200 Gruppen und Künstler haben sich beworben“, so Guido Erbrich, Leiter des Katholikentags-Arbeitskreises Kultur am Dienstag bei der Pressekonferenz in Leipzig. 143 gestalten nun die vier Tage in Leipzig und machen das Glaubensfest auch zu einem großen Kulturfestival, über alle konfessionellen Grenzen hinweg, wie die Veranstalter betonen.

Zu den Highlights gehören eine große Kunstausstellung in den Baumwollspinnerei zum Leitwort „Seht, da ist der Mensch“ (30.4-12.6.), Auftritte des beliebten Dresdner Akustik-Rock-Trios „Stilbruch“ und der Popband „Wise Guys“ sowie zwei außergewöhnliche musikalische Großprojekte in der Arena Leipzig und in der Brüderhalle.

Frisch saniert soll die Sporthalle in der Brüderstraße ab April wieder Vereinen zur Verfügung stehen. Statt Rasseln und Pauken zum Anfeuern der Sportteams sollen am 28. Mai ganz andere Klänge in der für 7,7 Millionen Euro modernisierten Halle zu hören sein: Das Mendelssohnorchester unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm führt die Turangalîla-Sinfonie von Olivier Messiaen auf – und zwar kombiniert mit Bewegungskunst und Tanz. Neben Profis schickt Choreographin Montserrat Leon vor allem Schülerinnen und Schüler aus der Region zu dem „orchestralen Opus Magnum“ aufs Hallen-Parkett.

„Die Teilhabe möglichst vieler Kinder und Jugendlicher ist ein Grundgedanke des Katholikentags, den wir verwirklichen wollten“, schilderte Timm am Dienstag. Damit sei Leipzig Aufführungsort der ersten szenischen Umsetzung der Symphonie. „Es ist ein Wahnsinn“ freute sich Timm über die Aufführung, die auch musikalisch ein Coup ist. Für das Werk, das 1946-48 für das Boston Symphony Orchestra komponiert wurde, kämen Spezialinstrumente zum Einsatz, die zum Teil in Leipzig gar nicht zu haben seien. Nach viel Organisation und ersten Proben „ist das Stück auf dem besten Wege stattzufinden“, stapelte Timm tief. Eine Kulisse von Format ist in der sanierten Halle ebenfalls möglich: Rund 1000 Zuschauer sollen in der Brüderhalle künftig Platz finden.

Das Thema Flüchtlinge spielt in ein weiteres Großprojekt hinein. Ebenfalls am 28. Mai wird in der Arena Leipzig das Rockoratorium „Daniel“ aufgeführt. Chor, Solisten, Orchester und Band wirken an dem modernen Stück mit. „Zu den Mitwirkenden gehören auch Geflüchtete. Sie haben bereits an den Proben teilgenommen und sind nicht mehr wegzudenken“, so Guido Erbrich. Die alttestamentarische Geschichte sei sehr aktuell: Daniel muss mit den Königen verhandeln, um einerseits im Exil die kulturelle Identität seines Volkes zu wahren, andererseits ein friedliches Miteinander zu entwickeln. „Da kommt vielleicht ein Zukunftsmodell aus dem Alten Testament“.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Dienstag ihre Teilnahme an der Veranstaltung am Dienstag wegen des zur gleichen Zeit in Japan stattfindenden G-7-Gipfels zwar ab. Doch andere prominente Politiker, unter ihnen Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wollen zum viertägigen Katholikentag kommen.

Alle Highlights unter www.katholikentag.de

Von Evelyn ter Vehn

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