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Lokales Kurzstrecke oder Kurzzeit? Ticket-Vorschlag der Leipziger CDU erntet Kritik
Leipzig Lokales Kurzstrecke oder Kurzzeit? Ticket-Vorschlag der Leipziger CDU erntet Kritik
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19:05 26.08.2014
Um das Kurzstrecken-Ticket gibt es Streit in der Leipziger Politik. (Symbolfoto) Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Während die Linke im Stadtrat anmahnte, es gebe bei dem Modell zahlreiche offene Fragen, sprachen die Grünen von einer „Luftnummer“. Die zwei Vertreter der Union im LVB-Aufsichtsrat, Peggy Liebscher und Konrad Riedel, hatten am Montag vorgeschlagen, die bisher auf vier Haltestellen begrenzten Kurzstrecken-Tickets durch Fahrkarten zu ersetzen, die für 15 Minuten gültig sind.

Jens Herrmann-Kambach, verkehrspolitischer Sprecher der Linksfraktion, gab zu bedenken, dass die beiden CDU-Stadträte längst von den Tariferhöhungen im Nahverkehr wussten. Ihnen habe außerdem bekannt sein müssen, dass neue Haltestellen im LVB-Netz gebaut werden, die im Kurzstrecken-Tarif mitzählen – wodurch die Tickets nur für eine geringere Distanz reichen. Auf den ersten Blick sei die Idee zur Umwandlung zu begrüßen, so Herrmann-Kambach. „Man fragt sich nur, warum der Vorschlag gerade jetzt kommt.“ Offen sei insbesondere, warum die Unionsvertreter bei den LVB nicht schon früher etwas im Aufsichtsrat unternommen hätten, um die Kurzstreckenregelung zu ändern.

„15-Minuten-Ticket bedeutet Einnahmeverluste bei den LVB“

Wie der Linken-Stadtrat hob auch Michael Schmidt von Bündnis90/Die Grünen die möglichen Auswirkungen auf das gesamte Tarif-Gefüge hervor: Mit der 15-Minuten-Fahrkarte könnten durchschnittlich acht Haltestellen gefahren werden, rechnete Schmidt vor. „Das hätte eine starke Abwanderung vom Stunden-Ticket zur Folge, was wiederum Einnahmeverluste bei den LVB bedeutet.“ Die CDU habe dazu keine Finanzierungsvorschläge gemacht. Herrmann-Kambach von den Linken ergänzte, dass andere Fahrkarten deutlich teurer werden müssten, um diese Verluste auszugleichen.

Grüne und Linke betonten, dass die Zuschüsse für den Öffentlichen Nahverkehr in der Vergangenheit immer weiter gekürzt worden seien. Die Finanzierung müsse daher grundlegend neu geregelt werden, um jährliche Preissteigerungen zu vermeiden. Grünen-Verkehrspolitiker Schmidt brachte dazu eine stärkere Förderung von Stadt und Freistaat sowie Sonderprogramme ins Gespräch. Nach Ansicht von Herrmann-Kambach müssten auch alternative Finanzierungskonzepte geprüft werden, die beispielsweise einen fahrscheinlosen ÖPNV ermöglichten.

maf

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