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LVB bekommen vier Millionen für Tatra-Austausch

LVB bekommen vier Millionen für Tatra-Austausch

Die Stadt hat den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) erstmals einen direkten Investitionszuschuss zur Erneuerung ihres veralteten Fuhrparks in Aussicht gestellt. 2015/16 will die Kommune der LVB vier Millionen Euro überweisen.

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Jede dritte Bahn im LVB-Fuhrpark ist eine der bis zu 44 Jahre alten Tatra-Bahnen. Ihr Unterhalt verschlingt immense Summen. Foto:

Quelle: Volkmar Heinz

Der Austausch aller noch verbliebenen Tatras würde nach Unternehmensangaben 120 Millionen Euro kosten.

Obwohl im Laufe der Jahre vielfach modernisiert, entsprechen die lauten, energieintensiven und extrem reparaturbedürftigen Tatras mit ihren hohen und nicht behindertengerechten Einstiegen längst nicht mehr den Erwartungen der Fahrgäste an einen modernen Nahverkehr. Die Stadt Halle nahm gerade ihre letzten Tatras aus dem Verkehr. Die Leipziger werden auf diesen Moment dagegen noch eine Weile warten müssen. 24 Jahre nach der Wende haben die LVB noch 120 technische Urgesteine im Linienbetrieb. Sie machen damit fast ein Drittel des Straßenbahn-Fuhrparks aus.

Um die Modernisierung des Fahrzeugbestandes zu beschleunigen, hatten die Grünen im Rahmen der Haushaltsdebatte für 2014 einen kommunalen Investitionszuschuss an die LVB von fünf Millionen Euro gefordert. Von 2015 bis 2017 sollte die Stadt dann jedes Jahr weitere zwei Millionen Euro bereitstellen. "Das ist eine Entscheidung der Vernunft", so Grünen-Stadtrat Michael Schmidt.

Die Tatra-Bahnen sind veraltet, erfordern einen hohen Instandhaltungsaufwand. Die LVB hatte 1969 die ersten Modelle erworben. Mit 600 Fahrzeugen wurde der tschechische Straßenbahntyp das in Leipzig am meisten beschaffte Fahrzeug. Vor zehn Jahren bestand der LVB-Fuhrpark noch zu 77 Prozent aus Tatras.

Der Austausch der Oldtimer sollte längst viel weiter vorangekommen sein. Doch den LVB fehlte immer wieder das Geld dafür, obgleich die Hälfte der Kosten staatlich gefördert wird. Deshalb werden jetzt die Rufe nach finanzieller Unterstützung des kommunalen Unternehmens aus dem Stadthaushalt immer lauter. "Leipzig hat eine Pflicht, was den öffentlichen Nahverkehr betrifft", sagte William Grosser, Stadtrat der Linksfraktion. "Wenn wir nicht in der Lage sind, Eigenmittel bereitzustellen, können wir in Dresden auch nichts abfordern." Nach den Worten von FDP-Stadtrat René Hobusch hat der Freistaat Sachsen seit 2009 den LVB 81 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. "Geld ist da", erklärte der Liberale, "aber wir müssen auch ordentliche Vorplanungen haben und Eigenmittel mitbringen."

Für eine Direkthilfe im nächsten Jahr sah die Ratsversammlung angesichts des prognostizierten Defizit von 16 Millionen Euro allerdings keinen Spielraum. Sie lehnte den Grünen-Antrag ab. Allerdings unterbreitete die Stadtverwaltung ein Angebot. "Wir wollen auch, dass die Tatras ausgetauscht werden, weil ihr Betrieb viel zu teuer ist", sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). 2014 sehe er für eine Finanzhilfe keine Notwendigkeit, da im Wirtschaftsplan der LVB die Eigenmittel zur Erlangung von Fördergeldern zur Fuhrparkerneuerung bereits eingeplant seien. Für 2015/16 sei die Finanzierung dagegen nicht gesichert. Daher wolle die Stadt in beiden Jahren jeweils zwei Millionen Euro den LVB zur Verfügung stellen.

Gestern gab es für die LVB gleich noch eine gute Nachricht: Die Modernisierung der Straßenbahnhofes Dölitz fördert das Land Sachsen mit 10,4 Millionen Euro. Das kündigte Verkehrsminister Sven Morlok (FDP) an. Von Februar 2014 bis Mai 2016 sollen dort eine Werkstatt sowie technische Anlagen neu errichtet werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 28,8 Millionen Euro. Zusätzlich zu den bewilligten 10,4 Millionen Euro hat das Land den LVB bereits weitere 6,2 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.12.2013
Klaus Staeubert

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