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LVB starten die Fahrschul-Ausbildung auf neuen XL-Bahnen

Linienbetriebstart wohl Ende Juni LVB starten die Fahrschul-Ausbildung auf neuen XL-Bahnen

Im Straßenbahnhof Dölitz wurde am Freitag der Startschuss für die Fahrschulausbildung auf den neuen XL-Straßenbahnen gegeben. Ab Dienstag sollen 622 Fahrer auf den neuen Trams ausgebildet werden. Für jeden sei eine zweitägige Schulung vorgesehen.

Die neuen XL-Bahnen der Linie 4.

Quelle: Armin Kühne

Leipzig. Im Straßenbahnhof Dölitz wurde am Freitag der Startschuss für die Fahrschulausbildung auf den neuen XL-Straßenbahnen gegeben. 622 Fahrer der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) sollen ab Dienstag auf dem ersten technisch zugelassenen Fahrzeug der neuen Straßenbahn-Generation geschult werden, hieß es. Für jeden Fahrer sei eine zweitägige Schulung vorgesehen.

Die LVB zelebrierten die neue Etappe bei Indienststellung ihrer XL-Straßenbahngeneration im Straßenbahnhof Dölitz. „Eine wachsende Stadt wie Leipzig braucht Investitionen in einen attraktiven Nahverkehr, um zu funktionieren“, erklärte der kaufmännische LVB-Geschäftsführer Ulf Middelberg vor rund hundert Gästen, darunter Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Gleichzeitig betonte er, dass der Fahrgastzuwachs bei den LVB mehr als doppelt so groß ist wie Leipzigs rasanter Einwohnerzuwachs: Die Stadtbevölkerung sei im vergangen Jahr um drei Prozent gewachsen, die Zahl der LVB-Fahrgäste dagegen um 7,3 Prozent. Deshalb sei es richtig gewesen, die größeren neuen Fahrzeuge anzuschaffen. Die neue XL-Bahn ist 38 Meter lang und kann bis zu 220 Fahrgäste befördern.

Im Straßenbahnhof Dölitz wurde am Freitag der Startschuss für die Fahrschulausbildung auf den neuen XL-Straßenbahnen gegeben.

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Minister Dulig unterstrich, dass der Freistaat auch die Anschaffung weiterer Straßenbahnen des neuen Typs fördern will. Bislang habe Sachsen die Anschaffung von 23 Fahrzeugen mit 18,9 Millionen Euro unterstützt, eine weitere Förderung von knapp 11 Millionen Euro sei noch in diesem Jahr vorgesehen. Wie berichtet, wollen die LVB etappenweise bis zu 41 Bahnen des neuen Typs XL beim polnischen Hersteller Solaris bestellen. „Der Freistaat wird Leipzig weiter unterstützen“, kündigte Dulig an. Leipzig könne mittelfristig mit Finanzhilfen des Landes für eine Kapazitätserweiterung der LVB-Fahrzeugflotte sowie für Netzergänzungen rechnen. „Leipzig und sein Umfeld sind zu einem Motor der sächsischen Wirtschaft geworden“, begründete Dulig diese Unterstützung. „Ein Motor läuft nicht von allein, er braucht Energie.“

Auch Norbert Menke von der Stadtholding LVV bekräftigte, dass der Stadtkonzern die Voraussetzungen dafür schaffen will, dass im Jahr 2030 in Leipzig rund 700 000 Menschen leben und arbeiten können. „Wir werden die Lebensadern dafür bereitstellen“, erklärte der Sprecher der LVV-Geschäftsleitung. Dabei komme aber „Qualität vor Schnelligkeit“.

Auch LVB-Technik-Geschäftsführer Ronald Juhrs verteidigte die ein halbes Jahr dauernde technische Inbetriebnahmeprüfungen der neuen Straßenbahn. „In Deutschland gibt es in über 50 Städten Straßenbahnsysteme, die sich autonom und mit systemischen Eigenheiten entwickelt haben“, erklärte er. Deshalb seien hierzulande aufwendige Zulassungsverfahren für das erste Fahrzeug einer neuen Straßenbahngeneration vorgeschrieben. Die technischen Abnahmen seien inzwischen am ersten Fahrzeug beendet. „Es funktioniert und ist sicher“, so der Geschäftsführer. Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli werde das erste Fahrzeug in den Linienbetrieb starten. Vorgesehen sei dafür die Straßenbahnlinie 4. Bis Jahresende würden 14 der neuen Bahnen im Einsatz in Leipzig rollen; im nächsten Jahr ist die Anschaffung weiterer neun XL-Bahnen vorgesehen.

Minister Dulig durfte das anschließend testen. Er fuhr den Rundkurs im Straßenbahnhof Dölitz mit rund hundert Fahrgästen. Diese erlebten mit, dass die Bahn zügig beschleunigt und auch anschließend flott unterwegs ist. Geschäftsführer Middelberg war des Lobes voll – besonders über den neuen Fahrer im Cockpit. „Das leichte Ruckeln beim Anfahren lag nicht am Staatsminister, sondern an einem Softwareproblem“, erklärte er. Der Minister habe sogar geschafft, die Bahn während der gesamten Zeit im Öko-Limit zu halten. „Für uns ist das heute in Dölitz wie ein Sommermärchen.“

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