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Lokales LVB testen Einstiegsleisten für mehr Barrierefreiheit im Linienverkehr
Leipzig Lokales LVB testen Einstiegsleisten für mehr Barrierefreiheit im Linienverkehr
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15:42 03.05.2013
Die LVB stellten am Freitag (03.05.2013) im Straßenbahnhof Angerbrücke neue Einstiegsleisten der Straßenbahnen vor. Diese sollen Rollstuhlfahrern das Zusteigen erleichtern, wie hier Maik-Ronny Hofmann demonstriert. Quelle: Christian Nitsche
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Die Einstiegsleisten schließen den Spalt zwischen Fahrzeug und Bahnsteigkante zwar nicht komplett. Sie verringern ihn aber um die Hälfte – von zehn auf fünf Zentimeter.

„Der Spalt war ein großes Problem, vor allem für Rollstühle, die vorne freisitzende Räder haben. Damit zehn Zentimeter zu überbrücken, ist schwierig“, sagte Carola Hiersemann, die städtische Beauftragte für Menschen mit Behinderungen. Für sie ist in erster Linie eines wichtig: dass die Betroffenen selbstbestimmt mobil sein können. Insgesamt 500 Leisten wollen die LVB bis Ende dieses Jahres an den 170 niederflurigen Fahrzeugen und Beiwagen anbringen. 900.000 Euro nimmt das kommunale Unternehmen dafür in die Hand.

Die neuen Einstiegsleisten der LVB im Praxistest. Quelle: Christian Nitsche

„Für kritische Fälle bleibt aber auch die Rollstuhlklappe verfügbar, die der Fahrer auslegen muss“, sagte Ronald Juhrs, Geschäftsführer Technik und Betrieb. Zu Recht, wie sich beim Test im Betriebshof Angerbrücke zeigte. Drei Rollstuhlfahrer versuchten sich an den neuen Einstiegshilfen. „Kommen Sie klar?“, fragte Juhrs. „Schwer, schwer“, antwortete Maik-Ronny Hofmann. „Ich dachte, es wäre leichter“, sagte auch Brunhild Schüttig, „aber ich komme nicht alleine rein.“ Zumindest beim Test des Fahrzeugtyps NGT 8 war das so. Juhrs führte die Schwierigkeiten darauf zurück, dass die Straßenbahn erst frisch von der Hauptuntersuchung zurück und mit neuen Federn ausgestattet sei. Das sorge neben fehlenden Fahrgästen dafür, dass die Bahn höher liege als normal.

Die etwas anders geartete Einstiegshilfe beim Classic XXL bereitete der Rollstuhlfahrerin dagegen keine Probleme. Das Modell des Herstellers Bombardier ist allerdings nur für diesen Fahrzeugtyp geeignet. „Es gibt sehr viele verschiedene Rollstühle mit entsprechend verschiedenen Rädern. Wir können nicht allen gerecht werden“, sagte Juhrs. Trotzdem: Die Einstiegsleisten sind Prototypen. Raum und Zeit für Ausbesserungen bleiben noch. Dabei setzt das Unternehmen auf die Testphase im Linienverkehr und das Feedback der betroffenen Kunden.

Noch bis Ende Mai werden die neuen Leisten auf zwei Straßenbahnlinien getestet: auf der Linie 9 zwischen Markkleeberg-West und Thekla sowie auf der Linie 11 zwischen Markkleeberg-Ost und Schkeuditz. Im Vorfeld waren die ausgestatteten Linien bereits mehrere Wochen intensiv im Fahrschulbetrieb geprüft worden. Vor einer Woche hatte die Technische Aufsichtsbehörde dann die Freigabe für den Einsatz im Linienverkehr erteilt.

Erst wenn die Prototypen sich auch hier bewähren, gehen die Leisten in Serienanfertigung. „Bis heute haben wir etwa 60 Prozent der 516 Haltestellen im Stadtgebiet barrierefrei ausgebaut. Mit den Einstiegsleisten wollen wir den Komfort für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste weiter erhöhen“, so Technik-Chef Juhrs.

Patricia Liebling

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