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Lokales LVB testen neue Straßenbahn-Kombination in Leipzig - 30 Millionen Euro Ersparnis möglich
Leipzig Lokales LVB testen neue Straßenbahn-Kombination in Leipzig - 30 Millionen Euro Ersparnis möglich
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15:28 17.07.2015
Die neue Wagen-Kombination der Leipziger Verkehrsbetriebe bei einer Testfahrt am Montag (1. August 2011). Quelle: André Kempner
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Leipzig

„Wenn die Kombination funktioniert, können wir das Ende der Tatra-Bahnen teilweise kompensieren, ohne zusätzliche neue XXL-Straßenbahnen kaufen zu müssen“, erklärte LVB-Geschäftsführer Ronald Juhrs.

Lediglich eingefleischte Straßenbahnfans dürften die Bezeichnungen der beteiligten Wagentypen kennen. Dabei handelt es sich um den sogenannten Niederflurgelenktriebwagen NGT8 und den Niederflurbeiwagen NB4. Letzteren setzte die LVB bislang einzig in Verbindung mit den stadtbekannten Tatra-Bahnen ein, den ältesten Triebwagen im Fuhrpark. Genau dies ist der Hintergrund der technischen Neuerung. Ab 2015 sollen die rund 120 Tatra-Bahnen, die derzeit noch in Betrieb sind, stufenweise abgelöst werden. Die neue Wagenzusammenstellung könnte dazu beitragen, die entstehende Kapazitätslücke zu schließen.

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„Mit der neuen Fahrzeug-Kombination testen wir einen Weg, die modernen Beiwagen, die mit dem Ende der Tatras noch lange nicht zum alten Eisen gehören, weiter sinnvoll einzusetzen“, sagte Juhrs, der bei der LVB den Bereich Technik und Betrieb verantwortet, bei der Vorstellung des neuen Großzuges. Rund 40 Exemplare der neuen Wagen-Mischung könnten zusammengebaut werden. „Bei Mehrkosten für einen XXL-Liner von rund 800.000 Euro würde wir so in den kommenden Jahren 25 bis 30 Millionen Euro sparen." Ein XXL-Liner kostet nach Unternehmensangaben etwa drei Millionen Euro.

Zumindest augenscheinlich sprach bei der Testvorführung am Montag nichts gegen einen Erfolg des Experiments. Eine Proberunde um den Wilhelm-Leuschner-Platz drehte der Großzug ohne besondere Vorkommnisse. Die größte Herausforderung für die Techniker stellte bei der Konstruktion die Kupplung dar, an welche der NB4 angehängt wird. Denn vor dem Umbau verfügte der NGT8 über keine passende Aufhängung. Deren Bau gelang in Zusammenarbeit mit dem Bahnhersteller Bombardier. Gemeinsam mit dem kanadischen Verkehrstechnikunternehmen, das unter anderem in Bautzen produziert, prüfte die LVB den Prototyp bereits ausführlich unter Laborbedingungen.

Ausprobieren will die LVB die neue Fahrzeugkombination nun mindestens ein halbes Jahr auf der Linie 7 zwischen Böhlitz-Ehrenberg und Sommerfeld. Dass die neue, 45 Meter lange Großbahn überhaupt im normalen Fahrgastbetrieb getestet werden muss, ist eine behördliche Auflage. Immerhin wurde die gesamte Trägerstruktur der 2,20 Meter breiten Wagen verändert. Zudem müssen die neu installierten elektrischen Kontakte, welche Türen, Anzeigetafeln und Heizkörper mit Energie versorgen sowie das Bremssystem ihre Funktionstüchtigkeit unter reellen Bedingungen beweisen. Schlimmstenfalls könnten beim Normal-Betrieb Risse und Deformierungen entstehen, denn der NB4 wiegt nicht weniger als 14 Tonnen. Gefährdet würden die Fahrgäste dadurch aber nicht. „Die Tests mit Bombardier waren im Ergebnis alle ohne Beanstandung“, versichert Juhrs. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Serienumbau von 2015 bis 2018 erfolgen.

Misslingt der Test, würden die 38 NB4-Beiwagen gemeinsam mit den bereits seit 1969 in Betrieb stehenden Tatras aussortiert. Nach eigenen Angaben hat die LVB seit 2006 rund 40 Prozent ihres Fuhrparks erneuert und dafür reichlich 150 Millionen Euro investiert.

Alexander Laboda

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