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LVZ-Countdown-Serie: Die Saubermänner vom Leipziger City-Tunnel

LVZ-Countdown-Serie: Die Saubermänner vom Leipziger City-Tunnel

Der Termin steht: Wenn am 15. Dezember der City-Tunnel eröffnet wird, wird im Großraum Leipzig alles anders. Das neue mitteldeutsche S-Bahn-Netz geht in Betrieb.

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Jürgen Lisson (links) und Ingo Lindner testen eine der neuen Befahrbühnen, mit denen auch die Scheiben der Fahrstuhlschächte gereinigt werden.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Die LVZ begleitet den Countdown mit einer Serie. Wir berichten über interessante Facetten des größten Umbruchs im Bahnverkehr der Region seit Jahrzehnten. Heute: Die Saubermacher und Techniker.

Karsten Kammler zeigt auf eine der dicken Säulen in der Station unter dem Hauptbahnhof. "Schauen Sie sich das hier an", sagt er. "Überall Kanten - dort sammeln sich schnell Flusen und Staub. Technisch hätte man das vielleicht auch anders lösen können."

Der Leiter für Betrieb und Service des Regionalbereichs Südost der DB Station & Service AG hat gemeinsam mit dem Leipziger Bahnhofsmanagement und der Bahntochter DB Services in den vergangenen Wochen ein Team aufgebaut, das ab dem 15. Dezember die Reinigung und Wartung der vier Tunnelstationen plus der oberirdischen Station "MDR" an der Semmelweisstraße übernehmen wird. Rund um den Koordinator Heiko Auerswald gehören zwölf Saubermänner und -frauen sowie fünf Techniker zum Team.

Die Techniker der Truppe werden mit der Inbetriebnahme des Tunnels täglich alle fünf Stationen inspizieren - jeden Morgen beginnt dieser Qualitätscheck zwischen 6 und 7.30 Uhr unter dem Hauptbahnhof. Dabei wird via Handy auf ein internes Qualitätsmesssystem zugegriffen, in dem alle Anlagen aufgelistet sind, die in jeder Station kontrolliert und je nach Zustand mit einem Klick bewertet werden müssen. Kontrolliert werden Aufzüge, Rolltreppen, Sitzgruppen, Fahrplan-Vitrinen, Feuerlöscher, Bahnsteige und und und. "Kleine Schäden beheben die Kontrolleure gleich selbst", so Auerswald. "Bei größerem Aufwand wird gleich über die 3-S-Zentrale ein Auftrag an die Spezialisten der DB Services ausgelöst."

Die Abfallbehälter in den Stationen werden täglich geleert - bei Hochbetrieb, wie zum Beispiel während des Leipziger Weihnachtsmarktes, je nach Bedarf mehrfach.

Komplizierter ist das Säubern der Wände und Decken der Tunnelstationen, die bis zu 18 Meter hoch sind. Sie werden einmal im Jahr gereinigt - mit einem Fahrkorb, der an Schienen hängt. In jeder Station ist so eine Befahrbühne stationiert; speziell gesichert lässt sie sich nur bewegen, wenn die Gleise gesperrt, die Fahrleitungen abgeschaltet und geerdet sind. "Die Reinigung ist natürlich nur in der Nacht möglich, wenn kein Zug fährt", sagt Auerswald.

Die Reinigungsprofis haben auch schon Schwachstellen gesichtet, denen sie sich verstärkt widmen müssen. In der Tunnelstation Wilhelm-Leuschner-Platz ist das zum Beispiel der helle Bahnsteigbelag. "Er ist architektonisch sehr schön, aber jeder Schmutzfleck ist immer sofort zu sehen", meint Kammler.

Die Station Bayerischer Bahnhof ist relativ stark durch Tauben gefährdet. Sie können über die besonders großen Zugänge eindringen, sich vor allem auf die farbigen Streben setzen und sie verschmutzen. "Wir werden deshalb dort oben Edelstahlfedern anbringen, die nachgeben, wenn sich Tauben draufsetzen", sagt Auerswald.

Um die Verschandlung mit Graffiti zu erschweren, sind Teile der Stationen bereits mit graffiti-abweisendem Material behandelt. "Kleingraffiti kann unser Team mit speziellen Pflegemitteln selbst entfernen", so Kammler. "Größere in den Gleisbereichen können nur nachts behandelt werden - das ist dann erst in der übernächsten Nacht möglich, nachdem das Graffito entdeckt wurde."

Die Techniker kontrollieren regelmäßig alle technischen Anlagen - von der Kameraüberwachung über die Beleuchtung bis zu den Rolltreppen. "Wenn eine Lampe kaputt geht, wird sie von der Decke heruntergefahren", erzählt Auerswald. Für die Steuerung der Rolltreppen gibt es Maschinenräume auf den Bahnsteigen. Dort wird gearbeitet, wenn eine Treppe ihren Geist aufgibt.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.11.2013

Andreas Tappert

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