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LVZ-Glühweintest: Dresdner Kelterei glüht besonders gut

Leipziger Weihnachtmarkt LVZ-Glühweintest: Dresdner Kelterei glüht besonders gut

Die Sieger des großen LVZ-Glühweintests stehen fest: Die Familie Oese aus der Nähe von Dresden liegt in der Jury-Gunst nach 2014 bereits zum zweiten Mal vorn. Insgesamt 28 Tester haben sich an zwei Tagen durch 38 Angebote probiert.

Der Große LVZ-Glühweintest auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt. Sieger wurde der Glühwein der Firma Oese. v.l. Jan Emendörfer , Michael D.Oese und Walter Ebert bei der Preisübergabe am Glühweinstand.

Quelle: Andre Kempner

Leipzig. Am Ende hätte sich Michael D. Oese nur noch selbst schlagen können: Sein roter machte dem eigenen weißen Glühwein die härteste Konkurrenz – letztlich setzte sich der helle Bacchus um Haaresbreite durch. Damit liegt die Kelterei aus Ottendorf-Okrilla (bei Dresden) bereits zum zweiten Mal nach 2014 in der Gunst der LVZ-Jury vorn und dazu noch im Trend. Denn weißer Glühwein wird auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt nicht nur immer häufiger ausgeschenkt, sondern hat in Sachsen auch eine lange Tradition: Die ersten Glühweine in unserer Region sind vor fast 200 Jahren hell gewesen.

Firmenchef Oese, dem der Stolz bei der Siegerehrung ins Gesicht geschrieben steht, sieht im Winzerwein den Ursprung seines neuerlichen Erfolgs: „Wir haben in diesem Jahr wieder einen sehr guten Jahrgang bekommen.“ Die sächsische Weinkönigin des Jahres 2016, Daniela Undeutsch, lobt: „Ein fruchtiger, vollmundiger Weißer – eine sehr gute Wahl.“ Besonders wichtig bei einem guten Glühwein sei, dass die Zubereitung mit Liebe und bedacht erfolgt, erklärt sie. „Außerdem muss Wert auf natürliche Zutaten gelegt werden. Glühweine mit künstlichen Aromen wirken überladen und verdecken die Vorzüge des Grundweines.“

Die 15 Besten

1. Platz: Kelterei Oese – Stand P11 in der Petersstraße
2. Platz: Walter Hecht – Stand A 31 auf dem Augustusplatz
3. Platz: Zur Höll/Reichsstadthalle – Stand M11/04 auf dem Markt
4. Platz: Heureka/Mittelaltermarkt – Stand NM 01 auf dem Naschmarkt
5. Platz: Eberhard Wiedenmann/Sachsen Sail und San Remo – Stände G 06 und G19, beide in der Grimmaischen Straße
6. Platz: Schlemmerhütte Hoff-mann – Stand R 17 in der Reichsstraße
7. Platz: Ratskeller – Stand M 02/04 auf dem Markt
8. Platz: Schloss Wackerbarth – Stand A 18 auf dem Augus- tusplatz
9. Platz: Willi Wenin/Südtiroler Ausschank (Vorjahressieger) – Stand M 11/01 auf dem Markt
10. Platz: Brennerei Kapaurer/Südtiroler Dorf – Stand A 39 auf dem Augustusplatz
11. Platz: Schausteller Scheffler/Riesenrad – Stand A 35 auf dem Augustusplatz
12. Platz: Axel Thier – Stand 03/01 auf dem Markt und Hüttenzauber – Stand A 22 auf dem Augustusplatz
14. Platz: Sachsenobst – Stand M 02/05 auf dem Markt und Martina Volklandt – Stand G 26 in der Grimmaischen Straße.

Einen Teil des Lobes reicht der 38-jährige Oese direkt an Konrad Closheim weiter. Der Winzer im Anbaugebiet Nahe in Rheinland-Pfalz kennt die Familie Oese schon seit langem und liefert den Bacchus und auch den roten Dornfelder als jeweiliges Fundament für den Glühwein, der dann durch Michael D. Oeses Gewürzmischung veredelt wird. Was genau darin steckt, will er freilich nicht verraten: „Es ist ein altes Familienrezept, das jedes Jahr ein wenig an den Wein angepasst wird.“

Die LVZ hatte ihre Leser dazu aufgerufen, an der dritten großen Glühwein-Verkostung teilzunehmen. Aus der Rekordbeteiligung von 184 Bewerbungen wurden die Tester ausgelost, die neben einer gewissen Trinkfestigkeit auch über die nötigen sensiblen Geschmacksnerven verfügen. „Wir haben den Ehrgeiz, mit der Leser-Jury ein faires Urteil abzugeben“, macht LVZ-Chefredakteur Jan Emendörfer klar, der die Sieger-Plakette gestern Nachmittag überreichte. „Unsere Leser sollen wissen, wo der Glühwein am besten schmeckt. Jeder kann sich den Stadtplan aus der Zeitung nehmen und selbst durchkosten.“

Denn tatsächlich gibt es sehr viel zu entdecken. Wie groß die Vielfalt ist, zeigt auch die Liste der besten 15 Ausschänke. Der unter Kennern als Geheimtipp geltende Walter Hecht punktet mit seinem roten und weißen Bio-Winzerwein, der nach dem dritten Rang von 2015 diesmal noch einen Platz besser ist. Die Familie Wörle aus Rothenburg schafft es mit ihren fränkischen Weinen zum ersten Mal aufs Treppchen: Der „Zur Höll“-Stand am Alten Rathaus kommt auf Platz drei ein. Die Familie Hoffmann bedient dagegen mit ihren Pflaumen- und Frucht-Glühweinen vor allem weibliche Zungen, während die Heurekaner vom Mittelaltermarkt mit ihrem fruchtigen Roten aus Österreich ebenfalls etwas Besonderes sind. Eberhard Wiedenmann gehört mit seinen Glühweinen – neben der nicht in die Wertung eingehenden Feuerzangenbowle – genau wie das Staatsweingut Wackerbarth bereits zu den Etablierten. Relativ neu im Angebot ist ein nicht zu süßer Fruchtwein von der Aronia-Beere, wie ihn beispielsweise der Schaustellerbetrieb Scheffler unterm Riesenrad ausschenkt, oder auch ein Sanddorn-Bratapfel-Gemisch gleich an mehreren Ständen (Martina Volklandt; Sachsenobst). Vorjahressieger Wilhelm Wenin, dessen Südtiroler Stand vor dem Alten Rathaus ein beliebter Treffpunkt ist, schafft es diesmal auf Platz neun.

Für die LVZ-Leser war der Test weit mehr als eine unterhaltsame Nachmittagsbeschäftigung. „Die Menschen orientieren sich natürlich an den Ergebnissen. Da muss man objektiv sein. In den vergangen beiden Jahren habe ich mich mit meinem Mann und dem Plan auch auf den Weg gemacht – wir wollten wissen, ob die Sieger wirklich so gut sind“, sagt Marina Reichstein, die diesmal selbst mitgetestet hat. Dieter Curtius war in den vergangenen beiden Jahren bei der Bewerbung gescheitert. Jetzt hat es für den Glühweinprofi geklappt: „Ich bin jedes Jahr auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt. Natürlich haben sich dabei ein paar Favoriten herauskristallisiert. An den Test bin ich aber völlig ergebnisoffen herangegangen.“ Simone Reineke staunt über die Vielfalt der Angebote: „Es ist überraschend, wie viel unterschiedliche Glühweine angeboten werden. Viele hatten ihren Reiz.“

Dass die meisten Stand-Betreiber die berüchtigte Massenware aus ihrem Angebot verbannt haben, bestätigt Leipzigs Marktamtsleiter Walter Ebert: „Wir stellen fest, dass immer mehr Händler versuchen, ihren Getränken eine eigene Note zu geben. Das schmeckt man.“ Der LVZ-Test könnte für die Händler nun ein Ansporn sein, noch besser zu werden, meint Walter Ebert.

Andreas Debski und Anton Zirk

Die Mitglieder der Jury

Die LVZ-Tester waren Gudrun Matschenz, Monika Krüger, Marion Krakor, Martin Lutz, Gesine Kloppe, Desiree Linsmeier, Hannah Henseling, Rosemarie Hoffmann, Marlene Prokop, Werner Kießling, Dieter Curtius, Juliane Klingler, Andreas Haack, Annett Seifert, Ilona Dittmann, Marina Reichstein, Clara Rogowski, Simone Reineke und Angelika Pickarski.
Die sächsische Weinkönigin Daniela Undeutsch begleitete die Verkostung fachlich und wachte über die Finalrunde. Aus sportlicher Sicht nahm die diesjährige Ruder-Olympiasiegerin Annekatrin Thiele am Wettbewerb teil, der Leipziger Schriftsteller und Krimi-Stadtführer Henner Kotte gab dem Test eine literarische Note. Unterstützt wurde die Jury durch Alexander Gruß vom Marktamt der Stadt Leipzig, die LVZ-Redakteure Kerstin Decker, Andreas Debski, Mark Daniel und Guido Schäfer sowie Volontär Anton Zirk.
Die Jury hat sich in drei Gruppen über den Leipziger Weihnachtsmarkt getestet. Das Hauptkriterium war natürlich der Geschmack, zum Beispiel welcher Wein oder welche Früchte die Grundlage bildeten, welche Gewürze verwendet wurden. Dafür konnten die LVZ-Tester – im Alter zwischen 19 und 74 Jahren – bis zu fünf Glühwein-Tassen als Wertung vergeben, für einen besonders guten Tropfen oder einen herausragenden Service gab es eine Bonustasse. Auch Ambiente, Freundlichkeit und Temperatur des Getränkes wurden berücksichtigt. Aus allen Kategorien wurde schließlich die Rangfolge ermittelt. Die beiden Punktbesten jeder der drei Gruppen traten dann in einer Finalrunde gegeneinander an. ski

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