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Lokales LVZ-Leser trommeln sich zum Glück
Leipzig Lokales LVZ-Leser trommeln sich zum Glück
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17:36 17.08.2017
Links, rechts, immer stärker, immer schneller – fünf LVZ-Leser samt Begleitung erlebten am Mittwoch am eigenen Leib, was es bedeutet, Taiko-Trommer zu sein. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig


Das kostet Überwindung. Nicht jeder traut sich sofort loszulassen und mit vollem Körpereinsatz auf das Instrument einzuprügeln. Das entgeht auch Jun Kato nicht, der lauthals nach mehr Kraft und Härte verlangt. „Am Anfang hatte ich noch ein bisschen Hemmung, aber irgendwann konnte ich mich einfach gehen lassen. Es war toll, diese Energie und Power zu spüren“, sagt Violette Lahme (69), die genau wie ihre Mitgewinner Mathias Funke (56), Dieter Hammer (65), Muriel Hähndel (52) und Barbara Patzer (65) zum ersten Mal mit einem traditionellen japanischen Instrument wie einer Taiko-Trommel zu tun hat. Trotzdem fühlen sich alle schnell in die vorgegebenen Rhythmen ein und verfallen dem animalischen Spieltrieb, der seit Urzeiten ganz tief in uns allen steckt. Die Beats jedes einzelnen Schlages verschmelzen zu einem eindrucksvollen Wummern, das nicht nur ins Ohr geht, sondern sich Stück für Stück durch den ganzen Körper vibriert und dabei alle Sinne in Beschlag nimmt.

Fünf LVZ-Leser und Leserinnen hatten die Chance, mit den japanischen Superstars von Yamato in die Welt der Taiko-Trommelei einzutauchen.

Neben aller Körperlichkeit manifestiert sich die Taiko-Kunst auch auf einer spirituellen Ebene. „Spürt euch gegenseitig, lasst eure Energie in die Trommel fließen“, gibt Jun Kato den Gewinnern mit auf den Weg und zieht das Tempo noch mal an. Immer kräftiger, immer schneller, immer lauter. Jedem Schlag folgt ein animalischer Schrei, der neue Energie freisetzt. Der Sound schwillt zu einer überwältigenden Welle an, die durch die Magengrube rollt, das Herz für einen winzigen Moment stehenlässt, den Saal überschwemmt und dann langsam wieder abebbt. Spätestens jetzt kann sich niemand mehr dem Bann der Trommel entziehen. Adrenalin und Endorphine sorgen für ein breites Grinsen – auch auf Mathias Funkes Gesicht. „Als Schlagzeuger schreie ich eigentlich nicht so viel“, sagt der 56-Jährige und lacht. „Wenn man mit der Energie mitgeht, ist es gar nicht anstrengend“, findet Violetta Lahme. „Manchmal hatte ich nur Schwierigkeiten, mir die Reihenfolge zu merken.“ Doch auch dafür haben Jun Kato und Kollegen eine Lösung parat. Um sich neue Stück schnell einzuprägen, verbalisieren sie den Rhythmus, versehen jeden Part mit einem eigenen Ausspruch. Und damit klappt es auch bei den glücklichen Gewinnern, die trotz Vorgaben in teilweise mehr als gebrochenem Englisch eine durchaus anspruchsvolle Trommel-Choreografie auf die Bühne bringen. Am Ende ist die Musik und der Rhythmus die Sprache, in der sich schließlich alle verstehen.

„Dass die Musiker vor so einer Veranstaltung noch so locker drauf sind und mit uns diesen Workshop machen, ist klasse. Viele sind vor einem Auftritt oft sehr aufgeregt“, betont Funke. „Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt“, zeigt sich Lahme, die Yamato bereits zweimal auf der Bühne erlebte, zufrieden. „Dabei kommt so eine Urkraft zum Vorschein. Der ganze Körper – von den Zehen- bis in die Haarspitzen – ist mit dabei.“

Von André Pitz

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