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LVZ-Umfrage: Für das Ja zum Kind ist ein fester Job wichtiger als höheres Kindergeld

LVZ-Umfrage: Für das Ja zum Kind ist ein fester Job wichtiger als höheres Kindergeld

Ein sicherer, gut bezahlter Job und familienfreundliche Arbeitszeiten sind für junge Leute wichtiger für das Ja zum Nachwuchs als Kindergeld und andere staatliche finanzielle Leistungen.

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Kinderwunsch? Für junge Leute hat ser sichere Arbeitsplatz Vorrang, ergab eine LVZ-Umfrage.

Quelle: dpa

Leipzig. Das ergab eine Umfrage der Leipziger Volkszeitung (Montagausgabe) zur Familienplanung, für die das Leipziger Institut für Marktforschung Ende Juli (25. bis 29. 7.) genau 1009 repräsentativ ausgewählte Bürger ab 18 Jahre aus dem gesamten Bundesgebiet interviewte.

Danach sind Existenzunsicherheit, das Streben nach einem sicheren Job und Karriere sowie ungenügende Vereinbarkeit von Familie und Beruf die Hauptgründe für die niedrige Geburtenrate in Deutschland.

Vor allem wirtschaftliche Unsicherheit und Arbeitslosigkeit hindern junge Leute am Kinderkriegen. Das sagen in einer bundesweiten Studie der Leipziger Volkszeitung 69 Prozent aller Befragten, darunter 67 Prozent der 18- bis 29-Jährigen und 72 Prozent der 30- bis 49-Jährigen. An zweiter Stelle folgt mit 63 Prozent, dass junge Männer und Frauen erst einmal im Beruf Fuß fassen und Karriere machen wollen, ehe sie an eigene Kinder denken. Auch den an dritter Stelle genannten Grund für die niedrige Geburtenquote siedeln die Deutschen in der Arbeitswelt an. 55 Prozent führen an, es sei für Frauen noch immer schwer, Kinder zu bekommen und gleichzeitig gleichberechtigt am Berufsleben teilzunehmen.

Stress im Job - zu wenig Geld in der Tasche

Weiterhin werden von mehr als der Hälfte unzureichende Kinderbetreuungsmöglichkeiten (54 Prozent) genannt. Ebenso viele, darunter mehr Ältere als Jüngere, beklagen, dass es der jungen Generation an Religion und ideellen Werten fehle. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) findet zudem, dass die jungen Leute so viel Stress haben, um im Job zu bestehen und Geld zu verdienen, dass es ihnen dadurch an Zeit und Kraft für Kinder fehle.

Jeder Zweite (49 Prozent) sieht einen Grund für die geringe Geburtenquote darin, dass die junge Generation die Verantwortung für Kinder scheue und lieber das eigene Leben genießen wolle. Das sagen mit 54 Prozent überdurchschnittlich viele der 18- bis 29-Jährigen selbst. Fast jeder Zweite (48 Prozent), darunter im Osten mehr als im Westen, sieht als Grund für die Zurückhaltung beim Kinderwunsch, dass Kinder immer teurer werden und die Eltern nicht genug verdienten. 43 Prozent halten daher auch die finanziellen Leistungen des Staates für Familien für zu niedrig, darunter 47 Prozent im Osten und 42 Prozent im Westen.

Die Umfrage macht damit deutlich, dass die staatlichen Zuwendungen zwar wichtig sind, die eigene materielle Sicherheit, also Beruf und ein stabiles Einkommen, aber wesentlich mehr ins Gewicht fallen. Insgesamt kommen fast vier von zehn Deutschen zu dem Schluss (38 Prozent), dass die heutige Gesellschaft kinderfeindlich sei.

85 Prozent wünschen familienfreundliche Arbeitszeiten

Auf die Frage, was die Entscheidung für ein Kind erleichtert, werden an erster Stelle von 85 Prozent familienfreundlichere Arbeitszeiten genannt. An zweiter Stelle kommt von zwei Drittel der Befragten die Forderung nach mehr und besseren Kinderbetreuungseinrichtungen. Ein kinderfreundlicheres Wohnumfeld mit Spielplätzen und mehr Verständnis für Kinder folgt gleich danach (64 Prozent). Das wünschen sich die Befragten im Osten mit 73 Prozent noch mehr als die im Westen mit 62 Prozent. Als weitere Voraussetzung nennen 63 Prozent, dass die jungen Leute wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen müssen. Erst danach kommt von 42 Prozent die Forderung nach einer Erhöhung des staatlichen Kindergeldes. Diese wird allerdings von den jungen Leuten zwischen 18 und 29 Jahren mit 54 Prozent mehr erhoben als von Durchschnitt.

Anita Kecke

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