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Landesdirektion genehmigt Leipziger Moschee-Neubau

Muslimisches Gebetshaus Landesdirektion genehmigt Leipziger Moschee-Neubau

Grünes Licht für den Moschee-Neubau in Leipzig-Gohlis. Die Landesdirektion hat drei Anwohnerbeschwerden gegen das Gebetshaus abgelehnt, die Gemeinde kann nun mit dem Architekturwettbewerb beginnen. Im Oktober soll ein Siegerentwurf gekürt werden.

So sah der erste Entwurf für die neue Moschee im Jahr 2013 aus.

Quelle: LVZ-Archiv

Leipzig. Der geplante Moschee-Neubau im Leipziger Stadtteil Gohlis hat die nächste Hürde genommen. Am Montag bestätigte die Landesdirektion die Genehmigung für das Vorhaben der Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft an der Georg-Schumann-Straße und wies zugleich drei Widersprüche von Anwohnern zurück. Nach Auffassung der Behörde wird sich das muslimische Gebetshaus in die nähere Umgebung einfügen, die Rechte der Nachbarschaft seien somit nicht beeinträchtigt. „Theoretisch wäre es jetzt allerdings noch möglich, dagegen zu klagen“, sagte Sprecherin Jana Klein. Bislang seien aber keine Absichten bekannt.

In Frankfurt/Main, Hauptsitz der Ahmadiyya, nahm man die Botschaft am Montag freudig zur Kenntnis. „Mit der Stadt ist vereinbart, dass nun endlich der Architekturwettbewerb beginnen kann“, erklärte Saeed Gessler, Leiter der Gemeinde-Baubteilung gegenüber LVZ.de. Mit insgesamt sechs Architektenbüros aus der ganzen Bundesrepublik seien bereits Vorgespräche geführt worden.

Die Widersprüche und die Begründung der Landesdirektion

In ihren Widersprüchen brachten die Anwohner im Wesentlichen drei Gründe vor, die von der Landesdirektion wie folgt abgelehnt wurden:

1. Die Moschee füge sich nicht in das bestehende Stadtbild und führe zu städtebaulichen Spannungen, weshalb ein Bebauungsplan notwendig wäre: Laut Landesdirektion wird die Moschee in einem „allgemeinen Wohngebiet“ stehen. „Anlagen für kirchliche Zwecke, wozu auch die Moschee gehört, sind darin allgemein zulässig“, erklärt Behördensprecherin Jana Klein.

2. Der Lärmschutz sei nicht gewährleistet, die Nachbarn würden belästigt: Die Landesdirektion sieht diese Gefahr nicht. Die Minarette seien lediglich bauliche Symbole. „Es werden keine Lautsprecher installiert, auch wird es keine Megafone geben, mit denen zum Gebet gerufen wird“, sagt Klein. Die Nutzung des Gebäudes beschränke sich zudem auf das Innere der Moschee.

3. Die Parkplatzsituation werde problematischer: Die Parkplatzsituation wurde von der Landesdirektion nicht geprüft, da es noch keine konkreten Pläne zur Umsetzung gibt. Zwar finden Stellplätze in der Bauvoranfrage Erwähnung, doch wie die Flächen letztlich gestaltet werden, ist Gegenstand des Bauantrages – über den die Stadt erst nach dem geplanten Architekturwettbewerb entscheidet.

Neubau soll 750.000 Euro kosten – inklusive Kuppel und Minaretten

Am 1. Juli soll nun der rechtlich eigentlich nicht obligatorische Wettbewerb (privater Baugrund) beginnen. Die Vorschläge der Architekten müssen sich an städtebaulichen Vorgaben der Kommune – unter anderem zum Schallschutz – und an den Maßgaben der Gemeinde orientieren. Dazu gehören auch Kuppel und Zierminarette, sagt Gessler. Insgesamt will die Gemeinde etwa 750.000 Euro in ihre neue Mosche investieren.

Bis Ende September sollen die Vorschläge eingereicht sein, danach tagt eine Jury aus Gemeinde- und Stadtverwaltungsvertretern. Der Siegerentwurf werde anschließend als Bauantrag eingereicht, so Saeed Gessler weiter. „Wir wollen danach natürlich so bald als möglich bauen, bestenfalls schon 2016“, sagte der Ahmadiyya-Bauchef.

Angesichts der Gegenwehr im Stadtteil, die unter anderem von der rechtsradikalen NPD organisiert wurde und auch Anschläge auf das Baugelände beinhaltete, befürchtet Gessler aber weitere Verzögerungen.: „Wenn es so weiter geht, wird es sicher auch gegen den Bauantrag wieder Einsrüche geben“. Schlimmstenfalls könne es sich so noch Jahre hinziehen, ehe die Gemeinde ihr neues Domizil in Leipzig beziehen kann“. Im Oktober 2013 hatten Kommune und Ahmadiyya gemeinsam erstmals die Pläne für den Moschee-Neubau öffentlich gemacht.

André Kempner

Hier soll die neue Moschee gebaut werden

Leipziger Ahmadiyya-Mosche zweiter Neubau in Ostdeutschland

Bereits 1957 hatte Ahmadiyya in Hamburg das erste muslimische Gebetshaus in Deutschland gebaut, inzwischen betreibt die Gemeinde deutschlandweit 35. Nach der Khadija-Moschee in Berlin-Heinersdorf wäre die Leipziger die zweite Ahmadiyya-Moschee in Ostdeutschland. Ursprünglich stammt die Glaubensgemeinschaft aus dem heutigen Indien und Pakistan und wurde dort Ende des 19. Jahrhunderts von Mirza Ghulam Ahmad gegründet.

Dieser glaubte, Jesus habe die Kreuzigung überlebt und sei nach Indien ausgewandert und dort auch gestorben. Die Anhänger von Mirza Ghulam Ahmad sehen in ihm unter anderem die Wiedergeburt des Messias. Heute gibt es zwei Strömungen in der Glaubensgemeinschaft. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat mit Hauptsitz im pakistanischen Rabwah hat laut ihres deutschen Vorsitzenden bundesweit etwa 35.000 Mitglieder in 225 Gemeinden.

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