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Lokales Landgericht Leipzig: Angeklagter gesteht schweren Raub bei Juwelier Wendel
Leipzig Lokales Landgericht Leipzig: Angeklagter gesteht schweren Raub bei Juwelier Wendel
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18:27 01.09.2016
Angeklagter Nikola M. wird in den Gerichtssaal gebracht. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Gemeinschaftlicher schwerer Raub, gefährliche Körperverletzung und erpresserischer Menschenraub – dies sind die Anklagepunkte, wegen denen Nikola M. (37) vor dem Landgericht steht. Am Donnerstag zum Prozessauftakt ließ der Angeklagte sein Geständnis durch seinen Verteidiger vorlesen.

Am 10. November 2014 gegen 9.10 Uhr soll der Angeklagte zusammen mit drei weiteren bisher unbekannten Tätern den Juwelierladen Wendel in der Dresdner Straße ausgeraubt haben. Schmuck im Wert von etwa 158.000 Euro wurde aus den Vitrinen, Auslagen und einem offenen Tresor entwendet.

Gleich zu Beginn der Verhandlung nach Verlesen der Anklageschrift bat der Verteidiger um ein Rechtsgespräch – unter Ausschluss der Öffentlichkeit und des Angeklagten wurde dieses geführt. Das Ergebnis war die Zusage von Nikola M., sein Geständnis abzugeben, im Gegenzug hat er das minimale und maximale zu erwartende Strafmaß erfahren: Zwischen fünf Jahren und elf Monaten sowie sechs Jahren und elf Monaten.

Darauf folgte das Geständnis des Angeklagten, vorgelesen durch seinen Verteidiger: Er habe sich in Geldnot befunden und sei mit den drei Mittätern in Kontakt gekommen. Er beteiligte sich an ihrem Vorhaben, den Juwelier Wendel auszurauben. „Beim Raub selbst war Nikola M. nur mit dem Einpacken der Beute beschäftigt, er hat nicht gesehen, was mit dem Juwelier geschah“, schilderte Rechtsanwalt Matthias Luderer.

Dieser wurde anscheinend von zwei der Komplizen mit einer Pistole bedroht, auf den Boden gelegt und mit Klebeband an Beinen und Händen gefesselt worden. Als eine Kundin den Laden betrat, verließen die Räuber diesen fluchtartig mit ihrer Beute und entfernten sich vom Tatort. Verdächtig wurde Nikola M. durch einen DNA-Abgleich an den Spuren im und vor dem Laden. Gefasst wurde er an der Grenze zu Ungarn am 10. 2. 2015.

Als Zeuge war unter anderem Goldschmiedemeister Matthias Wendel (67) geladen. Er erzählte gefasst, wie die Männer ihn überwältigten, auf den Boden legten und fesselten. Er habe Schürfwunden davon getragen, mit einem Gegenstand sei ihm auch gegen den Kopf geschlagen worden. „Meine ersten Gedanken waren die Versicherung und dass sie meine Rente klauen“, sagte er. Von den rund 158.000 Euro habe er nur 20.000 Euro von der Versicherung zurück erhalten. Rachegefühle hege er aber keine. „Ich will das einfach alles vergessen“, so der Zeuge. Reumütig entschuldigte sich der Angeklagte beim Goldschmiedemeister, dieser erwiderte darauf aber nichts.

Die Verhandlung wurde auf Freitag vertagt. Eventuell wird es durch das Geständnis des Angeklagten schon ein Urteil geben.

Von Andrea Schulze

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