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Landgericht Leipzig: Betrügerin kommt mit Bewährung davon - Berufung zurückgezogen

Landgericht Leipzig: Betrügerin kommt mit Bewährung davon - Berufung zurückgezogen

Kurzer Prozess am Landgericht Leipzig: Eine 44-jährige Immobilienkauffrau ist gestern mit der bereits ausgesetzten Bewährungsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten wegen gewerbsmäßiger Untreue und Computerbetrugs davongekommen - und so mit dem sprichwörtlichen blauen Auge.

Das Landgericht Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Das hiesige Amtsgericht hatte Silvia K. schon im Dezember 2012 auf Bewährung verurteilt. Sowohl die Leipziger Staatsanwaltschaft als auch K. hatten dagegen Berufung eingelegt, einigten sich jetzt aber gütlich vor dem Landgericht. Hintergrund: K.'s Verteidiger Roland Ulbrich zufolge war es "Glück im Unglück", dass die Berufungsbegründung der Staatsanwaltschaft durch eine Büropanne bei dem derzeitigen Arbeitgeber seiner Mandantin landete. "Das hat ihr das Gefängnis erspart", so Ulbrich. Hinzu kam laut Staatsanwaltschaft, dass K.'s Vergehen schon einige Jahre zurückliege und inzwischen wieder ein vertrautes Verhältnis mit ihrem neuen Arbeitgeber bestehe. Am Ende des Prozesstages zogen beide Seiten ihre Berufungen also zurück.

Zuvor rollte Richterin Gabriela Walburg das Urteil ihrer Kollegen am Amtsgericht auf: K. hatte zwischen Januar 2007 und April 2008 zunächst als Angestellte der Wohnungsgenossenschaft Lipsia bei der Abrechnung von Wohngeldern und Zahlungsforderungen von Versorgern rund 11 900 Euro für sich abgezweigt - "unter Ausnutzung und Missbrauch der ihr eingeräumten Vermögensbefugnisse", erklärte Richterin Walburg. Demnach konnte K. intern auf Konten und Transaktionsnummern zugreifen, überwies immer wieder Beträge zwischen 100 Euro und 400 Euro auf ihr eigenes Konto oder das ihres Mannes.

Die Sache flog schließlich auf und K. bei Lipsia raus. Allerdings fand die Frau eine andere Stelle bei der Immobilienverwaltung Licon. Hier wirtschaftete K. Mietausschüttungen, die für Wohneigentümer bestimmt waren, in die eigene Tasche, indem sie die Gelder als Vermietungsprovisionen deklarierte. Der Schaden: gut 27 160 Euro.

Die Tatsachen, dass K. schon vor dem Amtsgericht ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte und derzeit bereits Wiedergutmachung leistet, kamen der Verurteilten am Ende der gestrigen Verhandlung zugute. Verteidiger Ulbrich sprach von einem "bestmöglichen Prozessergebnis". Felix Kretz

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.08.2013

Felix Kretz

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