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Landkreis bremst Leobus aus - Linien 100 und 107 sind betroffen

Landkreis bremst Leobus aus - Linien 100 und 107 sind betroffen

Im Busverkehr zwischen dem Landkreis und der Stadt Leipzig zeichnen sich Veränderungen ab. Auf der Kreistagssitzung am Mittwoch soll beschlossen werden, dass die Buslinien 100 und 107 nicht mehr von Leobus, einem Tochterunternehmen der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), gefahren werden, sondern von der kreiseigenen Personenverkehrsgesellschaft Muldental (PVM).

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Wohin geht die Reise für die Linie 107?

Quelle: André Kempner

Auch die Nachtbuslinie N10 ist vakant. Über den Rückzug von Leobus aus dem Bushof in Zwenkau wird verhandelt.

Schon im Oktober vergangenen Jahres hatte die LVZ berichtet, dass Leobus bei der Neuvergabe der Bus-Konzessionen im Kreis der Verlust wichtiger Strecken droht. Inzwischen scheint klar zu sein: Die LVB-Tochter wird die Linien 100 (Leipzig-Hauptbahnhof - Zwenkau - Groitzsch) und 107 (Connewitzer Kreuz - Zwenkau/Nord) höchstwahrscheinlich zum 1. Januar 2014 abgeben. Landrat Gerhard Gey (CDU) bestätigte auf Anfrage, dass dies dem Kreistag auf seiner nächsten turnusmäßigen Sitzung am Mittwoch vorgeschlagen wird. Weil beide Linien größtenteils auf Landkreis-Gebiet verlaufen, steht dem Kreis die Entscheidung zu, wer auf ihnen unterwegs ist. "Wir wollen, dass diese Linien weiter bedient werden", stellt Gey klar.

Ob dies vollständig gelingt, ist noch unklar. Denn wer im Leipziger Stadtgebiet fahren darf, wird im Neuen Rathaus bestimmt - und das favorisiert bislang die stadteigene Leobus. Weil die entsprechenden Verhandlungen auf Hochtouren laufen, will sich derzeit niemand zu Details äußern. Durchgesickert ist aber, dass die LVB bei einem Verlust der beiden Bus-Konzessionen den Bushof Zwenkau nicht mehr wirtschaftlich betreiben können. "Das wäre wirtschaftlicher Selbstmord", heißt es auf Leipziger Seite. Auch Landrat Gey hat dies offenbar erkannt und arbeitet an einer Lösung. "Wir wollen den Betriebshof halten", sagt er. "Doch im Grunde genommen ist es doch völlig egal, ob der Betriebshof von dem einen oder von dem anderen Unternehmen betrieben wird."

Nach LVZ-Informationen streben beide Seiten deshalb eine große Lösung an, die demnächst in einer Zweckvereinbarung fixiert werden soll: Verhandelt wird über die Übernahme des Betriebshofes Zwenkau durch die kreiseigene PVM. Sie soll nicht nur das Gelände und die Gebäude schultern, sondern auch Mitarbeiter und Busse übernehmen. Die PVM benötige ohnehin Fahrer und Technik, um die "100" und die "107" ab Januar anbieten zu können, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Die Verhandlungen seien aber extrem schwierig, weil beide Seiten von unterschiedlichen Kosten für den Nahverkehr ausgehen.

Dies dürfte auch entscheidend dafür sein, ob die LVB künftig im Kreis noch mehr Buslinien verlieren. "Die Verkehrsbetriebe gehen von Betriebskostenzuschüssen aus, die wir noch nicht nachvollziehen können", erläutert Landrat Gey. Zur Klärung würden noch "Zuarbeiten" von den LVB erwartet.

Nach LVZ-Informationen will der Kreis bei den Betriebskosten nur etwa die Hälfte des Kostensatzes akzeptieren, den die Leipziger Verkehrsbetriebe als marktüblich bezeichnen und auch in anderen Landkreisen bezahlt bekommen. "Das Kostenmodell des Kreises funktioniert nicht", so ein Experte. "Das ist nur mit Sklavenarbeit zu machen. Absurd." Bei diesen Kostensätzen müsse der Kreis sein eigenes Nahverkehrsunternehmen mit kommunalen Zuschüssen über die Runden bringen. "Aber auch das wird nicht aufgehen. Da klafft bald ein Riesenloch im Haushalt."

Deshalb ist auch im Gespräch, dass Leobus fast alle Linien, die von Zwenkau aus betrieben werden und im Landkreis Leipzig verlaufen, an die PVM abgeben soll. Ungewiss ist ebenfalls der Weiterbetrieb der Nachtbuslinie N10. Wenn sie wegfiele, hätte Zwenkau in den Nächten von Freitag zu Sonnabend und von Samstag auf Sonntag keine Nahverkehrsverbindung zur Leipziger Innenstadt mehr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.05.2013

Andreas Tappert

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