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Lokales Lange war Degner krank, jetzt lacht er wieder: „Der liebe Gott will mich noch nicht haben“
Leipzig Lokales Lange war Degner krank, jetzt lacht er wieder: „Der liebe Gott will mich noch nicht haben“
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22:37 30.06.2016
Nach einem Jahr voller gesundheitlicher Rückschläge kann Peter Degner wieder lachen. Er wirkt fit und energiegeladen. Quelle: Foto: Kerstin Decker
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Leipzig


Gute Nachricht für die 22. Leipziger Classic Open vom 5. bis 14. August: Der Impresario will erstmals wieder in die Öffentlichkeit gehen und jeden Abend persönlich vor Ort sein. Seiner Gesundheit zuliebe will er es aber ruhiger angehen lassen, nicht mehr von Tisch zu Tisch sausen, sondern mehr Zeit in einer extra für ihn vorgesehenen Lounge verbringen. „Ich freue mich auf mein Publikum, weil ich gerne für die Leute da bin. Von ihnen bekomme ich viele Streicheleinheiten zurück“, sagt er. Obwohl der einst stramme Bursche nur noch 69 Kilo wiegt – in den Tiefen seines Kleiderschranks weiß er noch ein paar spektakuläre Outfits. Außerdem ist seine persönliche Modeberaterin und Maßschneiderin Carmen Thöne-Bucataru fleißig für ihn im Einsatz. Vorher muss der künstlerische Leiter des Open-Air-Musikfestes aber seine Koffer packen und zu einer vierwöchigen Reha nach Berggießhübel in die Sächsische Schweiz fahren.

Rückblick: Nach den Classic Open 2015 hatte es den Leipziger Kulturveranstalter regelrecht von den Brettern gehauen. Seit dem 2. September lag er in Schkeuditz im Krankenhaus. Erst Anfang Januar wurde er entlassen und hielt sich bis Mitte März in einer Reha-Einrichtung in Thüringen auf. Dort lernte er das Laufen mit Beinprothese. Obwohl die Anpassung der Prothese an den Beinstumpf bis heute nicht abgeschlossen ist und Degner nachts mit Phantomschmerzen kämpft – er ist nicht wehleidig. „Bis zu meinem 61. Geburtstag war ich nie krank. Danach habe ich eben überall zugegriffen, wo eine Krankheit verteilt wurde“, lacht er.

Dass ihm das Publikum die Treue hält, kann er gar nicht genug würdigen: „Ich freue mich, dass mir so viele Leute auf der Straße Glück und Gesundheit wünschen. Ich freue mich über die vielen Einträge bei Facebook. Und ich kann mich nur bedanken bei allen Partnern, Freunden und Sponsoren, die mich die ganze Zeit unterstützt und mir viel Arbeit abgenommen haben.“

Eigentlich sollte er leichten Sport treiben, „aber dazu habe ich keine Lust“, gibt er zu. Dafür hat er Kochen gelernt: „Nudeln, gekochte Eier oder gefüllte Paprikaschoten mache ich mir jetzt selbst.“ Seit September hat Degner nichts Alkoholisches mehr getrunken, und er hat sich aus der Öffentlichkeit stark zurückgezogen. Dafür schreibt er mit einem Co-Autor an seinen biografischen Erinnerungen. Veröffentlichen will er sie, wenn er 65 geworden ist und zum 25. Mal Classic Open gemacht hat.

Dann wird er vielleicht auch die Episode mit dem Gehstock erzählen, der ihm Besuch von der Polizei einbrachte: Dem frisch Amputierten wurde in der Rehaklinik der Gehstock beschlagnahmt, weil er eine herausziehbare Stichwaffe enthielt. Mittlerweile ist das Verfahren eingestellt, Degner muss keine Strafe wegen unerlaubten Waffenbesitzes zahlen. Er bekommt den Stock aber nicht zurück.

Die diesjährigen Classic Open werden am Freitag, 5. August, eröffnet und enden am Sonntag, 14. August. Täglich ab 11 Uhr erklingt auf dem Markt heitere Klassik. Um 14 Uhr finden öffentlich Proben und Soundchecks statt. Die Livekonzerte enden um 22 Uhr. Als Gastronomen bewirten Augustus-Catering, Barthels Hof, Fairgourmet, Marriott-Hotel, Ratskeller, Thüringer Hof und die ESG Getränkevertriebs GmbH die Gäste. Veranstalter der Classic Open sind die Peter-Degner-Stiftung und die SC DHfK Leipzig Sport GmbH.

Von Kerstin Decker

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