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Lokales Langjähriger Leipziger Kippe-Verkäufer Steffen Schulze verstorben
Leipzig Lokales Langjähriger Leipziger Kippe-Verkäufer Steffen Schulze verstorben
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23:00 20.09.2017
Steffen Schulze verkaufte mehr als 20 Jahre lang die Straßenzeitung in der Leipziger Innenstadt.  Quelle: Anett Kuttig
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Leipzig

In der Leipziger Innenstadt gehörte Steffen Schulze jahrelang zum Straßenbild. Bei praktisch jedem Wetter stand er an einer Ecke der Petersstraße und bot den vorbeilaufenden Passanten Exemplare des Straßenmagazins Kippe an. Wie die Redaktion am Mittwoch mitteilte, ist der 54-Jährige nun überraschend gestorben.

Der gebürtige Leipziger gehörte bereits seit Gründung der Kippe im Jahr 1995 zu den Verkäufern, gelegentlich auch zu den Autoren des Straßenmagazins. Mit seiner Kundschaft hielt er gern ein Schwätzchen, am liebsten über seine Leidenschaft: den Fußball. Schulze war Anhänger des 1. FC Lokomotive Leipzig und drückte in der Bundesliga auch Borussia Dortmund die Daumen. Zudem spielte der Glauben für den 54-Jährigen eine große Rolle, er war praktizierender Katholik.

Kennen Sie eigentlich den Film, den einige unserer Verkäufer im Rahmen eines Workshops der Sächsischen Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK) unter fachlicher Anleitung gedreht haben? Er handelt von ihrem Verkaufsalltag und den Hintergründe der Straßenzeitung KiPPE. Das Ergebnis sehen Sie hier:

Gepostet von Leipziger Straßenmagazin Kippe am Montag, 30. September 2013

Zuletzt hatte Schulze eine Ausbildung als Objektschützer abgeschlossen, einen Schulabschluss konnte er zu DDR-Zeiten nicht machen. Er war nicht wohnungslos, versuchte seine durch Langzeitarbeitslosigkeit geprägte finanzielle Situation durch den Verkauf von Kippe-Exemplaren aufzubessern.

Gemkow: "Mir wird ein Gesicht in dieser Stadt fehlen"

Auch Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) kannte den Kippe-Verkäufer schon länger und zeigte sich gestern betroffen. "Es tut mir leid und macht mich sehr traurig." Er habe Schulze Ende der 90er-Jahre kennengelernt. Er sei CDU-Mitglied gewesen und habe sich im Ortsverband Südost engagiert. Obwohl er sich auch damals in einer schwierigen persönlichen Situation befunden habe, "wollte er sich einbringen, etwas für die Allgemeinheit tun - das hat mich beeindruckt".

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Steffen Schulze habe bei Wind und Wetter mit Fleiß und Ausdauer die Straßenzeitung verkauft, für jeden ein nettes Wort übrig gehabt und immer ein freundliches Gesicht gezeigt, so Gemkow. "Er war jemand, der zufrieden war mit dem wenigen, was er hatte. Mir wird ein Gesicht in dieser Stadt fehlen."

Die „Kippe“ ist ein „Hilfe zur Selbsthilfe“-Projekt des Suchtzentrums Leipzig mit finanzieller Unterstützung der Kommune. In den Ausgaben geht es vor allem um soziale, kulturelle, historische und persönliche Themen aus der Messestadt. Die Hälfte des Verkaufserlöses behalten die Verkäufer selbst, die andere Hälfte wird für Redaktion, Produktion und Vertrieb aufgewendet.

Matthias Puppe / Björn Meine

Mehr zur Kippe: www.kippe-leipzig.de

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