Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Langsame Radler verursachen Rückstau im neuen Kreisverkehr am Park
Leipzig Lokales Langsame Radler verursachen Rückstau im neuen Kreisverkehr am Park
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:30 29.07.2014
Der neue Kreisverkehr sorgt bereits für Ärger. Quelle: Andreas Döring
Leipzig

Doch nicht nur das: "Der innere erhöhte Fahrbahnring schränkt gegenüber dem vorherigen Zustand die Nutzungsbreite erheblich ein", hat Titze beobachtet. Pkw würden diesen inneren Ring auch nicht nutzen. "War mit dem Umbau diese Rückstauvariante bewusst geplant oder hat man diese Folgen bei den Baubehörden nicht vorausgesehen?", fragt (sich) der LVZ-Leser.

"Rückstauerscheinungen des Kfz-Verkehrs aus Richtung Edvard-Grieg-Allee im Berufsverkehr gab es auch schon vor dem Umbau des Kreisverkehrs. Dies liegt an der hohen Kfz-Verkehrsbelastung des gesamten Bereiches", so die Antwort von Christoph Bock, Leiter der Abteilung Straßenbau und -unterhaltung sowie Projektsteuerung in der Stadtverwaltung, auf eine entsprechende LVZ-Anfrage.

Vor dem Umbau war laut Bock eine Fahrbahnmarkierung vorhanden, die ein nur einspuriges Befahren des Kreisels vorsah. "Durch Abnutzung war diese aber kaum mehr erkennbar, was zu häufigen Überholvorgängen von Kfz gegenüber Radfahrern führte", berichtet der Rathausmitarbeiter. Dieses Überholen im Kreisverkehr führe aber laut deutschlandweiten Unfallstatistiken zu gefährlichen Situationen und Unfällen. "Mit der baulichen Umgestaltung sollte deshalb die Verkehrssicherheit erhöht werden", so Bock.

"Das Überholen von Radfahrern im auch weiterhin einspurig befahrbaren Kreisverkehr soll durch den fünf Zentimeter hohen Rundbord und zusätzlich durch die aufgebrachte Breitstrichmarkierung möglichst unterbunden werden", erläutert Bock weiter. Der innere Ring sei großen Lkw, Sattelschleppern und Bussen vorbehalten, da diese den Kreisel sonst nicht passieren könnten. Bocks Resümee: "Es wird eingeschätzt, dass das Hinterherfahren von Kfz hinter Radfahrern im Kreisel nicht maßgeblich für die Rückstauerscheinungen im Berufsverkehr ist."

Dass die Geschwindigkeit im Kreisverkehr durch den Radverkehr bestimmt wird, ist nach Ansicht von Alexander John vom ADFC auch vor dem Umbau schon so gewesen, habe sich aber in der Praxis oft anders dargestellt. "Zum Einen konnte der Radverkehr vorher kreuz und quer über den Platz fahren und musste nicht die Fahrbahnen nutzen, zum anderen wurden Radfahrende oft vorschriftswidrig überholt", so John, der eine ganz andere Ursache für das Problem sieht. "Der Kreisverkehr selbst ist größer geworden als die Vorschriften es vorsehen. Dadurch bewegen sich alle Verkehrsteilnehmenden länger im Kreisverkehr und es kommt schneller zum Rückstau - zum Beispiel, wenn wie aktuell in der Friedrich-Ebert- und der Karl-Liebknecht-Straße gebaut wird."

Die Stadt hat laut John unter dem Motto "viel hilft viel" geplant und den Kreisverkehr statt mit 31 Metern Durchmesser mit 31 Metern Radius gebaut, damit es eben nicht zum Rückstau kommt. "Allerdings passiert bei Überschreitung des Durchmessers von ungefähr 40 Metern genau das Gegenteil. Die Leistungsfähigkeit nimmt wieder ab", so der ADFC-Experte. Um die Leistungsfähigkeit für den Kfz-Verkehr zu erhöhen, habe sich die Stadt auf Kosten der Sicherheit des Fußverkehrs gegen Überwege eingesetzt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.07.2014

Martin Pelzl

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

So verrückt und schön ist die Welt: Während die Menschen darüber diskutieren, was gut für den Eisvogel ist, wie scharf die Allgemeinverfügung zu seinem und der Brut Schutze ausfallen sollte, macht das Tier, was es will beziehungsweise was es soll: Es produziert Nachwuchs.

29.07.2014

Im "Hallo Leipzig" erzählt die Redaktion nette Episoden aus dem Alltag dieser Stadt. Es passiert nicht alle Tage, dass ein "Hallo" ein Gesicht bekommt. Seit drei Jahren erfreut sich Sieglinde Janke an ihrem Mini-Blumenbeet in der Kolonnadenstraße.

29.07.2014

Leipzigs Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) fordert eine Verbesserung des Personalschlüssels in Kindertagesstätten, Kindergärten und Horten. Damit schließt sich der Politiker der Kritik von Kita-Initiative und Linkspartei im Stadtrat an, die das Betreuungsverhältnis in Sachsens Einrichtungen moniert hatten.

29.07.2014