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Lokales Laura, Kim, Sophie und Jasmin (4) üben Lieder für den Weihnachtsmann
Leipzig Lokales Laura, Kim, Sophie und Jasmin (4) üben Lieder für den Weihnachtsmann
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23:54 23.12.2016
Weihnachten in Familie: Die Vierlinge Laura, Sophie, Jasmin und Kim (v. l.) mit ihren Eltern Janett und Marcus Mehnert und ihrem Bruder Lucas.  Quelle: Leipzig report
Beucha

 „O Tannenbaum“ kommt noch sehr verhalten daher. Das Lied trifft nicht so recht den Geschmack des kleinen Chores. Aber bei „In der Weihnachtsbäckerei“ drehen die Sängerinnen auf und geben alles, intonieren laut und leise, sind textsicher, gestikulieren, lächeln zauberhaft. Ein Weihnachtschor, zu Hause im beschaulichen Beucha bei Leipzig, und doch einmalig in Deutschland. Denn die vier Sängerinnen sehen alle gleich aus – nicht etwa durch aufwendiges Schminken, sondern einfach so, von Geburt an. Weihnachten bei den eineiigen Vierlingen Kim, Sophie, Laura und Jasmin. Noch sind sie vier Jahre, wie sie mit vier hochgestreckten Fingern eindeutig klar machen. Aber Anfang Januar wird das muntere Quartett schon fünf, „die volle Hand“, wie sie zeigen.

„Wir sind so dankbar, dass alle vier gesund sind und sich so prächtig entwickeln“, sagt Mutter Janett Mehnert (36) mit stolzem Blick auf ihre Töchter. Die Vierlinge kamen am 6. Januar 2012 in der Leipziger Uniklinik als Frühchen auf die Welt, wogen jeweils rund 1000 Gramm und erlebten ihre ersten Wochen im Inkubator. Eigentlich war nur ein Geschwisterkind für Sohn Lucas (10) geplant. Als dann bei jedem Ultraschall ein Kind mehr zum Vorschein kam, wurde es Janett schon ganz schön mulmig: So mit einem Schlag Mutter von fünf Kindern zu sein. Aber sie und ihr Mann Marcus (34) waren sich einig: „Wir wuppen das.“ Seitdem sind „Ausschlafen“ und „Ruhe“ für die Eltern Fremdwörter. Das gilt erst recht für die Weihnachtszeit.

Es ist das zweite Weihnachten, das die Mehnerts in ihrem Häuschen in Beucha feiern. Im März 2015 zog die siebenköpfige Familie aus ihrer Wohnung in Leipzig an den Rand der Messestadt und fühlt sich dort sehr wohl. Im Garten leuchtet ein großer Weihnachtsmann und hält schon mal die Stellung für seinen „echten“ Kumpel, der sich für den Heiligabend angesagt hat. Angst haben die Vierlinge vor dem Bärtigen im roten Mantel nicht, aber Respekt, verrät die Mutter. Jetzt warten die Mädchen in der gemütlichen, weihnachtlich geschmückten, Stube aufgeregt auf den Besuch von Reporterin und Fotograf der Leipziger Volkszeitung.

Die LVZ hat vor vier Jahren die Patenschaft über das Quartett übernommen. Waren die Schwestern in den ersten Jahren noch sehr zurückhaltend und mussten erst warm werden, so plaudern sie jetzt gleich drauflos, erzählen, dass der Weihnachtsmann schon in der Kita war und dort ein Puppenhaus für die ganze Gruppe gebracht hat. Mit großem Interesse betrachten sie nun die vier liebevoll eingepackten Kartons, warten aber geduldig, bis der Fotograf das Kommando zum Auspacken gibt. Bis zur LVZ hatte sich herumgesprochen, dass in Beucha vier kleine Puppenmuttis auf Arbeit warten. Als jede ihre Puppe ausgepackt hat, geht die umfassende Betreuung sofort los. Die Babypuppen werden gestreichelt, bekommen die Flasche, müssen aufs Töpfchen, den Inhalt bringen die kleinen Muttis umgehend zur Toilette. Jasmin gibt ihrer Puppe gleich den Namen „Lotte“ und erzählt, dass „Lotte“ Husten hat, sie jetzt Fieber messen und dann der Arzt kommen muss. Auch Sophies Puppe „Lisa“ tut der Bauch weh. Beim Windeln muss dann der Papa mithelfen. „Früher habe ich mit Autos und Eisenbahnen gespielt, jetzt wickele ich Puppen“, lacht Marcus Mehnert und nimmt seine Töchter in den Arm. Der Reihe nach, für alle vier auf einmal reichen zwei Arme nicht.

So sehen glückliche Puppenmuttis aus: Jasmin, Laura, Sophie und Kim (v. l.) zeigen stolz ihre „Babys“. Quelle: Leipzig report

Der 35-Jährige, der im Leipziger BMW-Werk die „richtig großen“ Autos baut, ist der Alleinverdiener der Familie. Von seinem Einkommen und dem Kindergeld leben sie, zahlen den Hauskredit ab und sind es gewohnt, mit spitzem Bleistift zu rechnen und günstig einzukaufen. Janett verdient durch ihre stundenweise Arbeit als „fliegende“ Friseurmeisterin noch etwas dazu. Große Sponsoren, wie so mancher denkt, gibt es nicht.

„Die Hauptlast bei der Kinderbetreuung trägt meine Frau“, sagt Marcus anerkennend. „Durch die Schichtarbeit bin ich ja oft nicht da, wenn die Mädels morgens nach Leipzig in die Kita gefahren werden müssen, wenn sie abgeholt werden, wenn Lucas aus der Schule kommt, Janett macht das super, ich bin stolz auf sie.“ Für Janett beginnt jeder Tag 5.30 Uhr und endet irgendwann. Manchmal bleiben ihr auch heutzutage nur drei Stunden Schlaf, wenn eines der Mädels nachts wach wird und dann alle ankommen.

Lucas, der in Beucha die vierte Klasse besucht, ist der Trubel mit seinen Schwestern dann doch zu viel. Mit einem Schulfreund verzieht er sich in sein Refugium im Keller und spielt lieber was für große Jungs, konstruiert Autos am Computer oder lässt die Eisenbahn fahren. Auch an Lucas hat der LVZ-Weihnachtsmann natürlich gedacht. Und LVZ-Sportexperte Guido Schäfer organisierte für den kleinen RB-Fan Schal, Mütze und Rucksack.

Inzwischen testen die vier Mädchen unverdrossen die Nerven ihrer Eltern. Einzeln oder alle vier gleichzeitig kommen sie ständig an, haben Fragen, bitten um Hilfe. „Kannst du mal die Flasche füllen?“, „Mama, ich schaff das nicht, kannst du mal die Puppe anziehen?“..... Es erstaunt immer wieder, mit wie viel Geduld, Liebe und Fürsorge die Eltern mit ihren Kindern umgehen. Die danken es durch ihr ausgeglichenes, freundliches Wesen. Und sie haben viel dazu gelernt. Alle fahren schon selbstständig Fahrrad – bis auf Sophie, die immer noch die Kleinste von allen ist und Stützräder braucht. Dafür kann Sophie der Reporterin schon ein Autogramm geben, indem sie ihren Namen in den Notizblock schreibt. Auch Kim, Laura und Jasmin krakeln schon Buchstaben. Mama hat ihren Wasserratten außerdem das Schwimmen beigebracht. „Sophie malt richtig gut, bastelt schon einen Drachen allein und schaut oft Bücher an, Laura und Jasmin tanzen und singen gern, und Kim ist eine kleine Künstlerin beim Basteln mit Bügelperlen“, beschreibt die Mutter die Unterschiede. Gefragt nach ihrem Lieblingsessen, wird deutlich: Die Mädchen setzen auf bodenständige Hausmannskost. Laura mag vor allem Steak, Sophie Kartoffelbrei, Jasmin und Kim lieben Bratwurst. Als Lieblingsfarbe nennen Sophie und Kim Hellblau, Laura und Jasmin Lila. Als zweite Lieblingsfarbe kommt bei allen Rosa dazu. Jasmin, Kim und Sophie ziehen lieber Kleidchen an, Laura bevorzugt Hosen.

Kräftig ziehen: Voller Erwartung packen die vier Schwestern ihre Babypuppen aus. Quelle: Leipzig report

Während die Schwestern nun ihre Puppenkinder ins Bett bringen, hat Janett mal zwei Minuten Ruhe. Wenn die junge Mutter mal zum Träumen käme, was würde sie sich wünschen? „Ein bisschen mehr Zeit für Lucas, der ja was anderes spielt als die Mädchen, ein wenig mehr Zeit für Marcus und mich, für mich selbst, einfach mal ins Kino zu gehen, durch die Stadt zu bummeln.“ Doch jeder Tag mit fünf Kindern ist straff getaktet, Freiräume sind Luxus. Zwei Kinder, die kann sie ab und zu mal zur Oma bringen, aber vier Kinder auf einmal, das will und kann sie niemandem zumuten. Sagt’s, und nimmt sich sofort wieder in die Pflicht: „Alle Hände waschen, es gibt Abendbrot“. Das hat Marcus inzwischen für alle gemacht.

Der Heiligabend wird für Janett und Marcus wieder zum „Großkampftag“. Volles Haus in Beucha. Omas, Opas, Onkel, Tanten, Nichten, Neffen, alle kommen. Der Weihnachtsmann, der gewisse Ähnlichkeit mit einem Nachbarn haben soll, wird auch anklopfen. „Es ist immer schön, wenn die Familie zusammen ist, alle helfen doch mit“, freut sich Janett. Und der kleine Mädchenchor zeigt dann, was er noch alles im Repertoire hat: „Schneeflöckchen, Weißröckchen“, „Jingle bells“ ...

Von Anita Kecke

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