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Lokales Laut, aber lebenswert: Immer mehr Leipziger wohnen an Hauptverkehrsstraßen
Leipzig Lokales Laut, aber lebenswert: Immer mehr Leipziger wohnen an Hauptverkehrsstraßen
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19:28 10.09.2012
An Leipzigs Hauptverkehrsstraßen, wie der Arthur-Hoffmann-Straße in der Südvorstadt, wohnen immer mehr Menschen. Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

An beliebten Meilen wie der Karl-Liebknecht- oder der Zschocherschen Straße leben nach aktuellen Berechnungen der Stadt inzwischen sogar fast doppelt so viele Menschen wie noch 2001.

„Lärm spielt hier offenbar nicht die größte Rolle“, sagte Peter Dütthorn, Abteilungsleiter für Statistik, am Montag bei der Vorstellung des zweiten Statistischen Quartalsberichts für 2012. Insgesamt waren 2011 rund 72.000 Menschen – also etwa jeder achte Leipziger – an den 251 Hauptverkehrsadern der Messestadt zu Hause. Vor zehn Jahren waren es noch knapp 9000 Einwohner weniger.

Von Karli bis Waldstraße - Top Ten der bevölkerungsreichsten Straßen:

Leipzig. Trotz des Verkehrslärms zieht es immer mehr Leipziger an Hauptverkehrsstraßen. Vielbefahrene Trassen verzeichneten in den vergangenen Jahren deutliche Zuwächse bei den Einwohnerzahlen. An beliebten Meilen wie der Karl-Liebknecht- leben inzwischen sogar fast doppelt so viele Menschen wie noch 2001. „Lärm spielt hier offenbar nicht die größte Rolle“, sagte Peter Dütthorn, Abteilungsleiter für Statistik im Rathaus, am Montag.

Dass immer mehr Menschen bereit seien, an vielbefahrene Trassen wie die Kurt-Eisner-, Arthur-Hoffmann- oder Lützner Straße zu ziehen, liege vor allem am Sanierungs-Boom und der positiven Entwicklung der jeweiligen Viertel. „An vielen Straßen, vor allem in der Südvorstadt, hat sich jede Menge getan“, erklärte der Statistik-Experte. Bemerkenswert sei jedoch, dass der Zuwachs an den Hauptverkehrsstraßen seit 2001 stärker sei als das gesamte Bevölkerungswachstum mit etwa acht Prozent. Im April 2012 erreichte die Einwohnerzahl Leipzigs einen neuen Höchststand von 534.216 Personen – etwa 10.000 mehr als noch vor einem Jahr.

Das größte Einwohner-Plus bei den Hauptverkehrsstraßen konnte die Karl-Liebknecht-Straße verzeichnen: Waren vor zehn Jahren noch 1115 Leipziger auf der Südmeile zuhause, so wohnten dort 2011 bereits 1945 Menschen – ein Zuwachs von rund 75 Prozent. Auch die Zschochersche Straße machte einen großen Sprung nach vorn – von 530 auf 920 Einwohner. Im Tangentenviereck, zu dem unter anderem die Kurt-Eisner-, Prager und Berliner Straße zählen, legte die Bevölkerung um etwa ein Viertel von 3384 auf 4172 Einwohner zu.  

Am häufigsten auf Leipziger Personalausweisen findet sich nach wie vor die Straße des 18. Oktober. 2932 Menschen wohnen in dem zentrumsnahen und von Studentenwohnheimen geprägten Viertel zwischen Bayerischem Bahnhof und Alter Messe – 165 mehr als noch vor zehn Jahren. Sie ist auch die am dichtesten besiedelte Straße mit 2345 Bewohnern pro Kilometer – deutlich vor der Gerberstraße (1744) und der kürzeren Windmühlenstraße (1573).

Leichte Zuwächse an der Georg-Schumann-Straße

Fast 3000 Leipziger wohnen an der Straße des 18. Oktober - hier ist die Bevölkerungsdichte im Stadtgebiet am größten. Quelle: Dirk Knofe

Eine Wiederbelebung erlebte in den letzten Jahren die Georg-Schumann-Straße: Zwischen 1992 und 2001 kehrten rund 2000 Menschen der Ausfallstraße im Leipziger Nordwesten den Rücken. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Anwohner wieder leicht an – von 2389 auf 2623. Dabei gehört die Trasse nach wie vor zu den meistbefahrenen im Stadtgebiet. Mehr als 20.000 Fahrzeuge werden hier im Durchschnitt pro Tag gezählt. Ähnliche Werte erreichen auch der Promenadenring, die Jahnallee oder der Schleußiger Weg.

Allerdings konnten nicht alle 251 Trassen, von denen immer nur die Hauptverkehrsstraßen-Abschnitte in die Statistik einflossen, vom Bevölkerungsplus profitieren. 82 Straßen, also etwa ein Viertel, mussten Verluste hinnehmen, darunter die Bornaische, Chemnitzer, Riesaer und Torgauer Straße, aber auch die Permoser- und Ratzelstraße. An 36 Hauptverkehrsstraßen im insgesamt rund 1760 Kilometer langen Verkehrsnetz der Stadt stagnierte das Wachstum völlig: Sie sind weiterhin unbewohnt.

Robert Nößler

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