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Lebenslang für Mord an Corinna gefordert

Lebenslang für Mord an Corinna gefordert

Der mutmaßliche Mörder der neunjährigen Corinna aus Eilenburg, Lutz-Peter S., soll lebenslang ins Gefängnis. Das forderten am Dienstag am Landgericht Leipzig sowohl Staatsanwalt Ulrich Jakob als auch Stefan Costabel, der Verteidiger des Angeklagten.

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Der mutmaßliche Mörder der neunjährigen Corinna aus Eilenburg vor Gericht.

Quelle: Andreas Döring

Leipzig. Während Jakob außerdem verlangte die besondere Schwere der Schuld festzustellen, lehnte Costabel dies ab. Eine an die Haft anschließende Sicherheitsverwahrung halten beide Seiten hingegen nicht für notwendig. Das Urteil wird am Mittwoch gesprochen. „Mein Mandant ist nicht der typische Kinderschänder und zeigt keine pädophilen Neigungen. Das Rückfallrisiko ist sehr, sehr gering“, sagte Costabel. Auch der Staatsanwalt stimmte ihm in diesem Punkt zu. Das psychiatrische Gutachten sei hier eindeutig. „Zwar liegen zahlreiche Vorstrafen beim Beklagten vor, diese reichen aber nicht aus, um einen Hang zu erheblichen Straftaten zu bestätigten“, begründete Jakob.Seine Forderung die besondere Schwere der Schuld festzustellen erklärte er damit, dass S. dem Opfer ein außerordentliches Maß an Gewalt angetan habe. „Er sah das Kind in diesem Moment nicht als Mensch, sondern als Objekt“, erinnerte der Staatsanwalt an das Gutachten. Die Verteidigerin von Corinnas Mutter, Ina Alexandra Tust, schloss sich den Ausführungen an.Costabel widersprach: „S. ist im Kern nicht gewalttätig und nicht pädophil. Eine besondere Schwere der Schuld liegt deswegen nach meiner Ansicht nicht vor.“ Gelangt das Gericht zu einer gegenteiligen Auffassung, wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Eine verminderte Schuldfähigkeit des Mannes liege trotz dessen langjähriger Alkoholsucht nicht vor, stellten sowohl Anklage als auch Verteidigung fest.Nachdem S. an den ersten Verhandlungstagen geschwiegen hatte, entschuldigte er sich in seinem Schlusswort mit zitternder Stimme bei der Mutter von Corinna: „Ich kann nicht rückgängig machen, was ich getan habe. Ich bereue zutiefst. Ich wollte das nicht tun. Es tut mir leid.“ Er sei kein schlechter Mensch, sagte der 39-Jährige.Zuvor einigten sich sein Verteidiger und Opfer-Anwältin Tust auf ein Schmerzensgeld in Höhe von 50.000 Euro für Corinnas Mutter. „Dieses Geld kann Corinna nicht ersetzen. Es soll den Schockschaden den die Mutter erlitt, ausgleichen“, so Tust. Damit diesem Antrag stattgegeben wird, fehlt nur noch die formelle Entscheidung des Gerichts. Sie folgt am Mittwoch zusammen mit der Urteilsverkündung.Einige Fragen zur Tat blieben laut Staatsanwaltschaft dennoch offen. Etwa wie es zur Kontaktaufnahme mit dem Mädchen gekommen sei oder wo genau S. die Neunjährige traf. Der Angeklagte gab an, sich nicht mehr an alle Details erinnern zu können. „Das hatte kaum Einfluss auf den Prozess. Denn die Beweislage war ohnehin eindeutig und ein Geständnis lag auch vor“, sagte Jakob. 

Johannes David

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