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Leere Flure, stille Hallen: Abends auf der Messe

Leere Flure, stille Hallen: Abends auf der Messe

Die Sonne ist bereits untergegangen. Eine kalte, dunkle Nacht kündigt sich an. Durch die riesigen Messehallen laufen nur noch vereinzelte Besucher, streben durch die langen Gänge dem Ausgang entgegen.

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Sorgt dafür, dass der Boden wieder glänzt: Barbara Oetger (70).Fotos: Wolfgang Zeyen

. Eine Durchsage erschallt. Gleich ist es 18 Uhr. Die Messe schließt ihre Tore. Langsam kehrt Ruhe ein. Lösen sich die Spannung und der Trubel des Tages.

Für die Aussteller heißt es nun: die Stände abdecken, die Tageseinnahmen zählen und den Müll zusammensammeln. Sie haben bald Feierabend. Für wenige Stunden heißt es ausruhen. Am nächsten Morgen werden sie wieder hier stehen. Mit dem Besuchern reden, Teil des Trubels sein.

Für andere fängt die Arbeit gerade erst an. Der Müll muss entsorgt, Gänge und Stände geputzt werden. Am nächsten Morgen muss alles wieder sauber und aufgeräumt sein.

Ralf Stetefeld gehört zu denen, für die bald Feierabend ist. Nach über acht Stunden auf der Messe ist er froh darüber. "Wir stehen ja auch den ganzen Tag hier. Das ist natürlich anstrengend", sagt der 61-Jährige. Mit seiner Frau zusammen verkauft der Händler aus Bad Langensalza vor allem Holzspielzeug. Am Stand hängen bunte Mobiles und Holztiere.

Sobald es Abend wird und die Messe schließt, zieht es die beiden erfahrenen Messehändler allerdings nicht ins Hotel: "Früher haben wir immer im Zelt geschlafen, aber uns jetzt ein Wohnmobil angeschafft." In eine feste Unterkunft wollen sie nicht. "Da könnten wir unseren Hund nicht mitnehmen", erklärt Stetefeld, während er mit einem blauen langen Stofftuch den Stand abdeckt. Gleich haben er und seine Frau Feierabend.

Währenddessen schallt ein Rumpeln durch die leeren Gänge der Halle 2. Christian Eilitz schiebt eine große, blaue Mülltonne vor sich her. Er mag die Stimmung auf der Messe - vor und nach 18 Uhr. "Ich komme immer schon etwas früher her und gucke mir noch die Stände an, das ist ziemlich interessant", sagt er. Ab 18 Uhr fängt dann sein Arbeitstag an, vier Stunden lang lehrt er die vollen Mülltonnen. Ungewohnt sei es für ihn jedes Mal wieder, dass die großen Hallen plötzlich so leer seien. Da könne er sich auch schon mal kurz verlaufen. Besonders auffällig sei die Stille am Abend, sagt er noch, bevor er die Mülltonne rumpelnd weiter durch den langen Gang schiebt. Er hat noch einiges zu tun: Überall haben die Händler blaue Müllsäcke aufgestapelt.

Die Messegäste sind schon längst weg. An einem der letzten Stände herrscht beim Backhaus Hennig noch Betrieb. Standleiter Stefan Hiller stellt gemeinsam mit Azubi Tina Schönfelder die letzten Bänke hoch. "Wir müssen unseren ganzen Stand reinigen, denn wir backen hier direkt vor Ort", so Hiller. Eine gute Stunde hätten sie hier nach Messeschluss immer noch zu tun. Das habe aber auch Vorteile: "Das Aufräumen ist ein bisschen wie Entspannung. Da können wir langsam runterfahren", sagen Hiller und Azubi Schönfelder unisono, bevor sie zurück zu den anderen Bäckern gehen, es gibt noch viel zu tun. "Ab 6.30 Uhr bin ich morgen wieder hier", ruft der Standleiter und verabschiedet sich.

Nur ganz wenige Aussteller sind jetzt noch in der großen Messehalle. Angestellte rollen auf Fahrrädern durch die Halle - so können sie ihre Inspektionen schneller durchführen.

Während des Tages laufen tausende Besucher durch die langen Flure der Hallen. Das hinterlässt Spuren. Barbara Oetger sorgt dafür, dass der Boden am nächsten Tag trotzdem wieder sauber ist. "Wenn es draußen regnet, merken wir Reinigungskräfte das natürlich auch hier drinnen. Dann fällt meist mehr Dreck an", erzählt sie. 70 Jahre ist die Reinigungskraft, trotzdem als Aushilfe abends oder nachts manchmal in der Messe unterwegs. Normalerweise von 18 bis 22 Uhr. Lang sind die Nächte vor allem vor dem ersten Tag der jeweiligen Messen. Dann sei am meisten zu tun. "Die Schicht dauert in solchen Nächten von 18 bis 6 Uhr morgens", so Oetger. Bei solchen Einsätzen treffe sich das Personal zwischendurch im Aufenthaltsraum. Pausen müssen sein. Denn zu viert reinigen sie die ganze Halle. Mit Wischtuch und Staubsauger. Nach vorheriger Anmeldung werden auch Messestände gereinigt.

Inzwischen ist in den langen Gängen das Licht gedimmt, vereinzelte Wachmänner verschließen Türen, ein Brandschutzwächter dreht seine Runden. Manche Stände werden die ganze Nacht bewacht. Bis zum Morgen, wenn wieder Betrieb in die großen Hallen kommt. Tausende werden dann durch die langen Gänge strömen. Alles ist gerichtet für einen weiteren Messetag.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.02.2015
Grothe, Lucas

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