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Legidas Februar-Demo steht bevor – drei Aufzüge Richtung Zentrum

Verkehrseinschränkungen am Montag Legidas Februar-Demo steht bevor – drei Aufzüge Richtung Zentrum

Legida will seit Anfang des Jahres nur noch einmal im Monat in Leipzig demonstrieren – am Montag ist es wieder so weit. Drei Aufzüge und vier Mahnwachen bilden dieses Mal den Gegenprotest. Weil die Demos aus verschiedenen Richtungen in die Innenstadt führen, ist mit erheblichen Verkehrseinschränkungen zu rechnen.

Am Montag will Legida wieder vom Richard-Wagner-Platz aus über den Ring ziehen. (Archivfoto)

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Nach dreiwöchiger Pause will Legida am Montag wieder durch Leipzig ziehen. Am Freitag bestätigte die Stadtverwaltung die mittlerweile übliche Route über den westlichen Innenstadtring. Demnach startet das islamfeindliche Bündnis um 19 Uhr auf dem Richard-Wagner-Platz, läuft dann über den Goerdeler-, Dittrich- und Martin-Luther-Ring bis zum Stadthaus und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Es werden 500 bis 1000 Teilnehmer erwartet.

Erneut formiert sich gegen den Aufmarsch Protest. Nach Angaben aus dem Rathaus soll es drei Aufzüge geben. Einer steht unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“, beginnt um 18 Uhr auf dem Augustusplatz und führt über den Willy-Brandt-Platz bis zum südlichen Wagnerplatz – also in unmittelbare Nähe der Legida-Kundgebung. Die Anmelder erwarten hier etwa 1000 Personen.

Ein zweiter Aufzug („Jetzt erst recht! Gegen Rasismus und staatliche Repression“) startet um 17 Uhr am Südplatz. Über die Karl-Liebknecht-Straße geht es für die rund 500 erwarteten Teilnehmer nach Norden zum Neuen Rathaus. Auf der anderen Seite der Stadt beginnt um 18 Uhr schließlich eine dritte Demo. Unter der Überschrift „Gohlis für Religionsfreiheit und Toleranz“ laufen 200 Menschen vom Nordplatz in Richtung Brühl. Den Gegenprotest ergänzen vier Mahnwachen: in der Goethestraße, in der Gottschedstraße, auf dem Nikolaikirchhof und am Stolperstein vor dem Haus Dittrichring 13. Hier werden jeweils maximal zehn Teilnehmer erwartet.

Die Demonstrationen von Legida/Pegida sowie der Gegenprotest und die Lichterkette in der Leipziger Innenstadt sind am Montagabend (11.01.2016) von rechten Randalen in Connewitz überschattet worden. Im Zentrum blieb die Lage vergleichsweise ruhig, die Polizei schirmte beide Lager konsequent ab. Fotos: Dirk Knofe

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Das Demonstrationsgeschehen am Montag nimmt auch wieder die Bürgerinitiative zur Umbenennung des Richard-Wagner-Platzes in Refugees-Welcome-Platz zum Anlass, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Dabei handele es sich um „keine Satire, keine Albernheit“, betonte die Gruppe am Freitag. Geflüchtete willkommen zu heißen sei vielmehr ein klares Bekenntnis zu humanistischen Werten, so Petra Schröder von der Initiative. Ein solches Statement sei gerade auf dem Wagnerplatz notwendig, denn hier propagiere Legida regelmäßig „faschistische Ideologie und mit ihr die Ablehnung aller Menschen und Konzepte, die nicht in ihr Weltbild passen“.

Die Stadtverwaltung wies daraufhin, dass es wegen der verschiedenen Aufzüge an verschiedenen Stellen der Innenstadt zu Verkehrsbehinderungen kommen kann. Zwischen etwa 17.30 und 19.30 Uhr werden insbesondere die Karl-Liebknecht-Straße, der südliche, östliche und nördliche Ring betroffen sein. Der westliche Ring wird voraussichtlich während der Legida-Demo zwischen 19 und 21 Uhr nicht befahrbar sein. Über Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr informieren die Leipziger Verkehrsbetriebe kurzfristig auf ihrer Internetseite www.lvb.de.

Seit Anfang des Jahres will Legida nicht mehr wöchentlich, sondern nur noch am ersten Montag im Monat demonstrieren. Das hatten die Organisatoren während der vergangenen Versammlung am 11. Januar verkündet. Damals hatten die „Leipziger gegen die Islamisierung des Abendlandes“ gemeinsam mit der Mutter-Initiative Pegida aus Dresden das einjährige Bestehen begangen. Tausende Menschen waren an jenem Montag für und gegen Legida auf die Straße gegangen. Während die Lage in der Innenstadt weitgehend friedlich blieb, eskalierte die Situation im Stadtteil Connewitz. Mehr als 200 Rechtsradikale hinterließen ein Bild der Verwüstung.

Legida und die Gegendemos

Legida: Richard-Wagner-Platz → Goerdelerring → Dittrichring → Martin-Luther-Ring → Lotterstraße → oberer Martin-Luther-Ring / am Stadthaus → Martin-Luther-Ring → Dittrichring → Goerdelerring → Richard-Wagner-Platz. 19-22 Uhr, 500 bis 1000 Teilnehmer.

Aufzug unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“: Augustusplatz → Georgiring (Innenring) → Willy-Brandt-Platz (Innenring) → Goethestraße → Richard-Wagner-Straße → Am Hallischen Tor (Zwischenkundgebung) → Brühl → südlicher Richard-Wagner-Platz (Abschluss und Beendigung). 18-22 Uhr, etwa 1000 Teilnehmer.

Aufzug unter dem Motto  „Jetzt erst recht! Gegen Rassismus und staatliche Repression": Südplatz → Karl-Liebknecht-Straße → Peterssteinweg → Straße d. 17. Juni → Harkortstraße → Martin-Luther-Ring/ Höhe Neues Rathaus. 17-19 Uhr, etwa 500 Teilnehmer.

Aufzug unter dem Motto „Gohlis für Religionsfreiheit und Toleranz“: Nordplatz/ vor der Michaeliskirche → Nordplatz, östliche Fahrbahn → Nordstraße → Parthenstraße → Gerberstraße → Querung Tröndlinring → Am Hallischen Tor → Brühl. 18-19.30 Uhr, 200 Teilnehmer.

Mahnwachen in der Goethestraße / Mahnmal für die Sinti und Roma, in der Gottschedstraße / Synogogendenkmal und auf dem Nikolaikirchhof / Stolperstein, 18-20.30 Uhr, Mahnwache Stolperstein Dittrichring 13, 21-23.30 Uhr, jeweils 3 - 10 Teilnehmer.

LVZ

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