Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Legionellen-Alarm in Leipziger Schwimmhalle – gefährliche Keime im Duschwasser gefunden
Leipzig Lokales Legionellen-Alarm in Leipziger Schwimmhalle – gefährliche Keime im Duschwasser gefunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:07 05.02.2015
Die Schwimmhalle Mitte in der Kirschbergstraße 84 in Leipzig muss wegen erhöhter Legionellenwerte vorerst geschlossen bleiben. Quelle: André Kempner
Leipzig

Das Gesundheitsamt sprach bereits am Mittwoch ein sofortiges Duschverbot für das Sportbad in Möckern aus. Trotz der Schließung bestehe jedoch kein Grund zur Panik, wie Gesundheitsamt und Kommunale Wasserwerke Leipzig (KWL) gegenüber LVZ-Online versicherten. Bislang gebe es keine Meldungen über Erkrankungen, hieß es am Donnerstag.

Der besorgniserregende Fund war bereits am 26. Januar bei einer außerplanmäßigen Stichprobe gemacht worden. Das Laborergebnis habe aber erst am Mittwoch – also eineinhalb Wochen später – vorgelegen, sagte Nils Lahl, Sachgebietsleiter Infektionsschutz im Gesundheitsamt, gegenüber LVZ-Online. Der vorgeschrieben Grenzwert koloniebildender Einheiten (KBE) liegt bei 100 Legionellen pro 100 Milliliter. Unter den Duschen in der Kirschbergstraße 84, wo auch Schulklassen regelmäßig trainieren, wurde ein Wert von mehr als 10.000 Einheiten gemessen. Dies erfordert laut Gesetz die sofortige Sperrung einer Einrichtung.

Kontrolleure kamen unangemeldet

Gefährliche Erreger: Legionellen sind die Verursacher der unter Umständen tödlich endenden Legionärs-Krankheit. Quelle: dpa

„Wir werden Maßnahmen einleiten, um die Halle so schnell wie möglich wieder öffnen zu können“, sagte Joachim Hellwing, Geschäftsführer der Sportbäder Leipzig GmbH, die die Einrichtung betreibt. So sollen eine thermische Desinfektion der Hausinstallation, eine chemische Desinfektion mittels Chlordioxid sowie der Einbau von Sterilfiltern in den Duschen vorgenommen werden. Dadurch könnten die Keime zuverlässig aus dem Wasser gefiltert werden, hieß es.

Dass der Fund überhaupt festgestellt wurde, lag offenbar am unangemeldeten Besuch der Kontrolleure. „Bei Routinekontrollen kann es sein, dass wir nicht den Alltagszustand erwischen, sondern das Sonntagskleidchen angezogen wird“, erklärte Lahl. Der letzte Routinetest war im Februar 2014 ohne Beanstandungen durchgeführt worden. Legionellen, die sich bei Temperaturen von 25 bis 55 Grad vermehren, sammeln sich meist in selten genutzten Wasserleitungen und können Atemwegserkrankungen auslösen. Die Infektion erfolgt über das Einatmen von feinen Wassertröpfchen, die beispielsweise beim Duschen entstehen. Durch das Erhitzen des Wassers über 60 Grad sterben die Bakterien ab.

Halle mindestens bis nächste Woche geschlossen

Nach Angaben der Stadtbäder ist die Kontamination auf ein technisches Problem in der Hausinstallation, im konkreten Fall die Warmwasseraufbereitungsanlage, zurückzuführen. Das bereitgestellte Trinkwasser und auch das Badewasser seien davon nicht betroffen, betonte KWL-Sprecherin Katja Gläß. In dieser Woche werde die Schwimmhalle in jedem Fall geschlossen bleiben. „Wir müssen zunächst abwarten, ob die ergriffenen Maßnahmen zum Erfolg führen.“ Dies werde frühestens im Laufe der nächsten Woche sein.

Dass sich ein Besucher mit der lebensgefährlichen Legionärs-Krankheit angesteckt hat, ist bislang nicht bekannt. Die sofortige Schließung sei eine reine Vorsorgemaßnahme, betonte Gläß. Alternativ könnten in dieser Zeit die Sporthalle Nord sowie das Sportbad an der Elster und die Grünauer Welle genutzt werden, die während der Ferien kommende Woche ihre Öffnungszeiten verlängern.

Besucher sollten bei Beschwerden zum Arzt gehen

Dass sich Schwimmbad-Besucher mit der lebensgefährlichen Legionärs-Krankheit angesteckt haben, ist bislang nicht bekannt. (Archivfoto) Quelle: André Kempner

„Wenn sich ein Besucher unwohl fühlt, sollte man es aber beim Arzt abgleichen lassen“, rät die KWL-Sprecherin. Nils Lahl vom Gesundheitsamt betonte, dass es sich wahrscheinlich nicht um eine hochgefährliche Variante des Keims gehandelt habe. „Bei Immundefekten können solche Legionellen dennoch krank machen“, so der Infektions-Experte. Im vergangenen Jahr hatte das Gesundheitsamt in Leipzig wegen Legionellen insgesamt 140 Duschverbote, vor allem in Wohngebäuden, aussprechen müssen.

Robert Nößler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Obwohl die Zahl der Kraftfahrzeuge in der Messestadt jedes Jahr um etwa 5000 steigt, gibt es immer weniger Verkehrsunfälle. 2014 waren es erstmals unter 14.000. Ein Grund dafür ist die Arbeit der Unfallkommission, die besonders gefährliche Kreuzungen entschärft.

05.02.2015

Für Leipzigs Kriseninterventionsteam (KIT) ist 2015 ein besonderes Jahr: Vor 15 Jahren hatte sich der alles tragende, ehrenamtlich arbeitende Verein "KIT Leipzig" gegründet.

04.02.2015

Er macht einen Großteil der Faszination Gondwanaland aus: der ewige Sommer. Dazu das schwüle Tropenklima. Im Winter kann der Temperaturunterschied leicht 25 Grad betragen.

04.02.2015