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Legionellen-Fund in Leipzig - Behörde rät zur Ruhe - geringer Wasserverbrauch fördert Keim

Legionellen-Fund in Leipzig - Behörde rät zur Ruhe - geringer Wasserverbrauch fördert Keim

Wie verbreitet sind Legionellen in Leipziger Haushalten? Nachdem am Dienstag in einem Haus im Stadtgebiet ein Fall bekannt wurde, mehren sich die Anrufe besorgter Bürger bei den Kommunalen Wasserwerken Leipzig (KWL).

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Temperaturen ab 25 Grad sind ideale Bedingungen für die Bakterien.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Die Grenzüberschreitung ergab eine Laboruntersuchung, zu der Hauseigentümer und Hausverwaltungen seit 2012 verpflichtet sind. Der betroffene Eigentümer forderte die Mieter auf, vorläufig nicht mehr zu duschen. Die Legionärskrankheit wurde aktuell in Leipzig aber nicht festgestellt.

„Panik ist nicht notwendig. Grenzüberschreitungen gibt es immer mal wieder“, sagt der Sachgebietsleiter für Infektionsschutz und Umweltmedizin, Nils Lahl aus dem Gesundheitsamt der Stadt. Das Problem ist nicht neu, die Meldepflicht der Hauseigentümer schon. Bis Ende des Jahres sind sie verpflichtet, eine Untersuchung durchführen zu lassen – anschließend erst in drei Jahren wieder, so die gesetzlich festgelegte Frist. Zuvor wurden lediglich Stichproben durch das Amt gemacht. 

Getestet wird in zertifizierten Laboren. Eines davon betreibt in Leipzig die KLW. „Einen Schnelltest auf Legionellen gibt es nicht“, sagt Nils Lahl. „Je genauer man hinschaut, desto mehr sieht man. Das heißt nicht, dass die Gefahr zugenommen hat“, sagt der Experte. Die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung des Umweltkeims steige mit geringer Belegung eines Hauses und der damit verbunden wenigeren Beanspruchung der Leitungen.

„Das Stagnationswasser in den Rohren ist die Ursache für die Vermehrung“, sagt der Experte. Wodurch die Urlaubszeit geeignet dafür wäre, im Sommer mehr als im Winter. Temperaturen ab 25 Grad sind ideale Bedingungen für die Bakterien. 

Konkrete Zahlen konnte das Gesundheitsamt am Dienstag nicht nennen. Bei der LVZ meldeten sich jedoch erste Hausverwalter. „17 Prozent unserer Objekte sind bereits auf Legionellen getestet. In einigen Proben wurde ein erheblicher Befall registriert. Allerdings nur in einem Fall konnte das der Warmwasseranlage zugerechnet werden“, heißt es vom Vorstand Wohnungswirtschaft der WG „Lipsia“, Wilhelm Grewatsch. Den eigentlichen Grund dafür sieht der Vorstandsvorsitzende in einem extremen Wassersparverhalten einzelner Mieter. „Das Problem kann nicht gelöst werden, wenn der Einzelne sein Verbraucherverhalten nicht ändert“, meint Grewatsch. Ein Mindestverbrauch könne nicht angeordnet werden. „Ein Mieter der extrem spart, sollte aber zur Kenntnis nehmen, dass er sich selbst gesundheitlich gefährdet“, mahnt Grewatsch.

Wenn eine Infektion des Wassers in einer Hausanlage bekannt wird, spricht der Eigentümer in der Regel ein vorübergehendes Duschverbot aus. Denn nicht im Trinken, sondern im Einatmen des belasteten Wasserdampfes liegt die Gefahr, wie Nils Lahl erläutert. Heißes Wasser durch die Spüle laufen zu lassen oder die Reinigung der Leitungen genüge meistens, das Problem zu beheben. Bei Wassertemperaturen oberhalb von 60 Grad sterben die Umweltkeime ab. 

„Legionellen sind kein Problem des vom jeweiligen Versorger bereitgestellten Trinkwassers“, betont KWL-Sprecher Thomas Flinth. Die Keime entständen erst innerhalb des Hauses. „Die Verantwortung für die Trinkwasser-Installation, im konkreten Fall der Warmwasseraufbereitungsanlage, liegt beim Hauseigentümer oder Betreiber der Anlage“, so Flinth weiter. 

Legionellen können die sogenannte Legionärskrankheit auslösen und unter anderem zu einer Infektion der Atemwege führen. Eine Erkrankung ist meldepflichtig. Aktuell liegt dem Gesundheitsamt kein Fall vor. Fachmann Lahl kann sich auch in den zurückliegenden Jahren an keine Erkrankung in Leipzig erinnern.

 

Katharina Schultz

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