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Lokales Leibniz-Institute: Leipzig liegt vor Dresden
Leipzig Lokales Leibniz-Institute: Leipzig liegt vor Dresden
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00:18 14.04.2017
Leipzig hat nach der Übernahme des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur jetzt fünf Leibniz-Institute – im Bild das Rechen- und Logistikzentrum des Leibniz-Instituts in der Permoserstraße.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

 Leipzig zieht bei der Zahl Leibniz-Institute an Dresden vorbei: Derzeit haben in beiden Städten jeweils vier Einrichtungen der renommierten Leibniz-Wissenschaftsgemeinschaft (WGL) ihren Sitz, nun sind die Weichen für eine fünfte an der Pleiße gestellt. Basierend auf einem von der gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern gefassten Beschluss, wird das bisher als kooperative Einrichtung der hiesigen Uni firmierende Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur (DI) zum 1. Januar 2018 in die WGL aufgenommen. Damit verbunden sind ein neues Finanzierungsmodell und eine Statusaufwertung.

Zugleich ist inzwischen geklärt, wer das Direktorat des 1995 gegründeten DI übernehmen wird, nachdem sich der bisherige Chef Professor Raphael Gross nach Berlin verabschiedet hatte. Wie berichtet, ist er zum Präsidenten der dortigen Stiftung Deutsches Historisches Museum berufen worden und tritt die Stelle demnächst an. Künftig wird die namhafte israelische Historikerin Yfaat Weiss das Dubnow-Institut mit seinen rund 20 Mitarbeitern leiten. Die 54-Jährige behält aber parallel zu ihrer neuen Stelle in Leipzig ihre Professur für jüdische Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem.

Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) dankte Gross für sein Wirken an der Spitze des Institutes, das unter seiner Ägide in den letzten zwei Jahren produktiv umstrukturiert und durch Drittmittelprojekte finanziell gestärkt worden sei. Mit dem Amtsantritt von Weiss verbindet die Ministerin auch eine „höhere Vernetzungsdichte“ des DI. Für Uni-Rektorin Beate Schücking ist Weiss eine Wunschkandidatin. „Ich habe sie als hoch engagierte Wissenschaftlerin kennengelernt, die sich besonders stark für Nachwuchsforscher einsetzt.“

Schon seit 2010 gibt es Bestrebungen des Freistaates Sachsen, das vom Land jährlich mit rund 1,2 Millionen Euro grundfinanzierte Dubnow-Institut in die Leibniz-Gemeinschaft zu überführen. Zu dem Projekt lieferte dann im Februar dieses Jahres der Wissenschaftsrat eine Stellungnahme. Die fiel durchwachsen aus. In der Bewertungsskala von „Exzellent“ über „Sehr gut“, „Gut“ bis „Nicht hinreichend“ bekam das in der Goldschmidtstraße beheimatete DI ein „Gut“. Damit war weiter vakant, ob der Sprung in die WGL gelingt. Nun wird er aber zum Jahreswechsel 2017/18 vollzogen – und Leipzig hat dann fünf Leibniz-Einrichtungen: Die seit 1992 bestehenden Institute für Länderkunde, für Troposphärenforschung und für Oberflächenmodifizierung sowie das erst Anfang 2017 in die WGL integrierte Institut für die Geschichte und Kultur des östlichen Europas und das DI. Finanziert werden sie je zur Hälfte aus der Bundes- und der Landeskasse.

Von Mario Beck

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