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Lokales Leiden an Atemwegen und Psyche: Leipzig hat sachsenweit den höchsten Krankenstand
Leipzig Lokales Leiden an Atemwegen und Psyche: Leipzig hat sachsenweit den höchsten Krankenstand
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23:59 21.04.2015
(Symbolfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Unterm Strich blieb damit jeder Leipziger im Schnitt 18,8 Tage ärztlich attestiert zu Hause. Den niedrigsten Krankenstand in Sachsen verzeichnete die Landeshauptstadt Dresden mit 4,6 Prozent (Freistaat insgesamt: 5 Prozent).

Am häufigsten wurden die Leipziger wegen Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis (47 Fälle bei 100 Beschäftigen) krank geschrieben. Damit sind sie Sachsens Spitzenreiter, wenngleich Krankschreibungen aufgrund dieser Diagnose durch den milden Winter im Vorjahr zurückgegangen seien, wie es hieß. Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenschmerzen (28 Fälle bei 100 Beschäftigten) hätten beinahe jeden fünften Fehltag in der Stadt verursacht. Und generell im Anstieg begriffen seien psychische Erkrankungen (13 Fälle bei 100 Beschäftigten) - am stärksten aber auch wieder in Leipzig.

Rund 81 Prozent aller Krankgeschriebenen seien spätestens nach 14 Tagen wieder fit. Großen Einfluss auf die Länger der Fehlzeiten und Krankheitsart habe aber auch der Job. Da gebe es große Unterschiede zwischen einzelnen Berufsgruppen, hieß es. Hier unterscheide sich Leipzig nicht grundsätzlich von der Entwicklung in ganz Sachsen. In Berufen mit körperlich anspruchsvoller Arbeit wie der industriellen Gießerei wurden etwa 31 Fehltage im Schnitt ausgemacht. Und in der Textilreinigung würden vor allem Muskel-Skelett-Erkrankungen auftreten. In Dienstleistungsberufen dominierten hingegen psychische Leiden. Besonders wenige Fehltage hätten Werktätige in der Hochschullehre und -forschung mit rund fünf Fehltagen gehabt. Bei den Branchen habe sich das Bild kaum verändert: Auf dem Bau und in der Industrie, aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen werde man man weit häufiger krank (zu knapp 6 Prozent) als in den Büros von Banken und Versicherungen (4 Prozent).

In hiesigen Wirtschaftsunternehmen sei jedoch auch viel in Bewegung: Oft müssten weniger Mitarbeiter mehr schaffen als früher. Kaum Zeit für Pausen. Permanenter Konkurrenzdruck. Das könne krank machen. Individuelle Gesundheitsförderungsprogramme würden so immer bedeutsamer.

Allein im Vorjahr investierte die Kasse in diesem Bereich drei Millionen Euro. Über 200 000 Beschäftigte in 658 Unternehmen in Sachsen konnten davon profitieren. In Leipzig und den angrenzenden Landkreisen nutzen zurzeit 164 Unternehmen die Angebote zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement.

In Leipzig - samt Markranstädt, Markkleeberg und Schkeuditz - hat die AOK Plus rund 227 000 Versicherte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.04.2015

Angelika Raulien

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