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Lokales Leiden über Jahrzehnte: Trotz schweren Rheumas bleibt Elvira Uhlitzsch Optimistin
Leipzig Lokales Leiden über Jahrzehnte: Trotz schweren Rheumas bleibt Elvira Uhlitzsch Optimistin
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21:27 20.09.2013
Von Reiner Richter
Elvira Uhlitzsch. Quelle: André Kempner

Oder auch das ganz alltägliche Original von nebenan. Heute: Elvira Uhlitzsch, Mitglied des Sprecherrates der Arbeitsgemeinschaft Leipzig der Rheuma-Liga Sachsen.

Betroffene helfen Betroffenen - Silvia, Brigitte, Carina, Karin, Rita und Elvira wissen, wovon sie reden. Die Mitglieder des Sprecherrates der Arbeitsgemeinschaft Leipzig der Rheuma-Liga Sachsen gehören zu den mehr als neun Millionen Deutschen, die von Arthrose, Arthritis, Osteoporose, Bindegewebserkrankungen, Gefäßentzündungen oder anderen rheumatischen Krankheitsformen betroffen sind. Es sind alle Altersgruppen vertreten, von Kindern bis zu Senioren. Ihnen zu helfen, Tipps und Informationen zu vermitteln, wie man mit den gesundheitlichen Malaisen umgehen kann, darum bemüht sich die Leipziger Arbeitsgemeinschaft im Rheumazentrum am Universitätsklinikum.

"Ohne gute Verbündete ginge das gar nicht", sagt Elvira Uhlitzsch. Ärzte, Therapeuten, Angehörige sowie haupt- und ehrenamtliche Helfer würden sich engagieren. Deutschlandweit unterstützen die Gesellschaft für Rheumatologie, Krankenkassen, Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen und Wirt- schaftsunternehmen die größte Selbst- hilfevereinigung im Gesundheitsbe- reich, die mehr als 270 000 Mitglieder zählt und die in 16 Landes- und drei Mitgliedsverbänden organisiert ist.

Die gebürtige Leipzigerin Uhlitzsch (Jahrgang 1956) leidet seit Jahrzehnten an Rheuma. Ihre körperlichen Beeinträchtigungen waren so stark, dass sie nicht mehr als Kindergärtnerin arbeiten konnte. Dann verschwanden die Symptome. Vor allem bei jungen Menschen lässt die Erkrankung zuweilen von selbst nach. "Auch ich freute mich damals über die Remission und absolvierte eine Ausbildung als Altenpflegerin", erinnert sie sich. Leider kam die Krankheit zurück. Schmerzen und Handicaps bei Bewegungen gehörten wieder zum Alltag.

"Ich bin aber keine, die schnell aufgibt. Sich wegen rheumatischer Erkrankungen zurückziehen, das gibt es für mich nicht. Und deshalb engagiere ich mich ehrenamtlich, sporne andere ,Leidensgefährten' an." Das sind die Worte einer nur 1,52 Meter großen, freundlichen, couragierten und vor allem durchsetzungsfähigen Frau. Und so fand sie 2004 zur Liga und ermuntert nun fast ein Jahrzehnt lang Betroffene, nicht nur in der Sporthalle oder im Wasser, sondern auch zu Hause aktiv am Erhalt der Beweglichkeit zu arbeiten. Gedrucktes Material und Anleitungen gibt es en masse.

"Wir informieren über Selbsthilfe im Alltag, beraten, unterstützen Therapieangebote und bemühen uns, die Kreativität der Betroffenen zu fördern, denn die meisten Erkrankungen verlaufen chronisch. Sie können meist wirksam behandelt, aber nicht völlig geheilt werden, deshalb ist die Hilfe zur Selbsthilfe so wichtig", wirbt die Mutter zweier erwachsener Kinder für die Rheuma-Liga, deren Leipziger Arbeitsge- meinschaft seit 1990 besteht und inzwischen 252 Mitglieder hat.

Dass es nicht nur um Gedankenaustausch und neue Therapien geht, sondern man auch gemeinsam feiert, versteht sich. "Zudem haben wir einen Chor, der sich jeden dritten Mittwoch im Monat zwischen 15 und 17 Uhr in einem Raum in der Liebigstraße trifft. Er könnte durchaus Verstärkung gebrauchen", sagt Elvira lächelnd. Auf die Frage, woher sie die Energie für ihr Engagement beziehe, antwortet sie spontan: "Ausschließlich die Wohnung und den Garten zu pflegen, das wäre mir zu wenig!" Und so trifft man die quirlige Frau nicht nur in Gesundheitszentren, sondern wird ihr auch beim Sächsischen Rheuma-Tag am 19./20. Oktober in Waldheim begegnen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.09.2013

Rolf Richter

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