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Lokales "Leila helau": Rosensonntagsumzug lockt 80.000 Zuschauer in die Leipziger Innenstadt
Leipzig Lokales "Leila helau": Rosensonntagsumzug lockt 80.000 Zuschauer in die Leipziger Innenstadt
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18:22 14.02.2010
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Leipzig

Cheeseburger als Kopfbedeckung, Teufelshörner und Miniaturhütchen: Wer am Rosensonntag einen dickeren Kopfschmuck wählte, hielt es bei dem närrischen Umzug durch die Leipziger Innenstadt sicherlich am längsten aus. Und auch, wer weite Kostüme zur Schau trug, hatte den meisten Spaß. Denn unter die Clownshosen, Bärenfelle und Wikingermäntel passten mehrere Hosen und zahlreiche Pullover.

"Gegen die Kürbisse habe ich verloren", sagte Elfe Anne-Karin Krause vom Karnevalsverein Firlefanz. Unter ihr graziles Elfenkostüm passte gerade einmal ein etwas dickerer Pulli mit Rollkragen. Kürbis Rebecca Franz amüsierte das. Sie hatte alle Skisachen angezogen, die sie im Schrank finden konnte. Und rote Nasen gab es am Sonntag für alle umsonst.

Selbst Löwin Leila - alias Funny Walther - fror unter ihrem Löwenfell. Und noch etwas bereitete ihr Sorgen: Das Kostüm ist einteilig, viel Trinken war also untersagt.

Etwa 80.000 Zuschauer säumten den Umzugsweg der Karnevalswagen. "Das sind doppelt so viele im Vergleich zum Vorjahr" freute sich Heiko Seidler, der Vorsitzende des Förderkomitees Leipziger Karneval. Doch im vergangenen Jahr habe es auch geregnet. Viele der Zuschauer hatten auch an diesem Sonntag Regenschirme mitgebracht. Diesmal allerdings nicht, weil es Wassertropfen regnete, sondern Bonbons, Schokolade, Äpfel und Gummibärchen. Wer sich nicht bücken wollte, musste nur den Schirm falsch herum hinhalten.

Wie beim Karneval üblich, wurde von den 40 teilnehmenden Vereinen aktuelles Zeitgeschehen aufs Korn genommen: Die Palette reichte von Hartz IV über die Finanzkrise bis hin zur Schweinegrippe. Die Hartmannsdorfer Karnevalisten rannten bis auf den "Herrn Doktor" als Schweine durch Leipzigs Straßen. "Wir sind alle nicht gegen die Grippe geimpft, sonst würden wir ja nicht so aussehen", rief ein Schwein aus der Gruppe heraus. Der Doktor hatte während des Umzugs seine Mühe, allen grunzenden und rosafarbenen Tierchen seine Spritze zu verabreichen. Am Ende des Umzugs - am Markt - hatte er es dann geschafft.

Dort wurde nach dem Karnevalsumzug weiter gefeiert - und geehrt. Der Leipziger Kabarettist Thorsten Wolf (Funzel) bekam für seine humorvollen Verdienste um die Stadt die Goldene Rose verliehen. Für Wolf, der sich von seiner Auszeichnung überrascht zeigte, bedeutet Karneval vor allem "vier tolle Tage, viele Bonbons und viele blaue Flecken - von den Bonbons und von den Stürzen nach zu viel Alkohol". Und natürlich würden die Narren alle Narrenfreiheiten genießen. Leipzig müsse das ja kennen: "Die Narren haben die Stadt übernommen, aber da hat sich ja eigentlich für Leipzig nichts verändert", sagte Wolf schmunzelnd.

Heiko Seidler konnte da nur zustimmen. Das Förderkomitee hatte auf seinen Wagen eine Torte mit allen Mottos der vergangenen Umzüge platziert. Und "obwohl das Komitee bei der Stadt regelmäßig um Unterstützung für den Karneval bittet, schreddert der Pappmaché-Bürgermeister Burkhard Jung das Anliegen, nimmt sich aber gleichzeitig das größte Stück Torte", sagte Seidler schmunzelnd.

Julia Tonne

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