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Lokales Leipzig 2030 – Diese zehn Herausforderungen muss die Stadt meistern
Leipzig Lokales Leipzig 2030 – Diese zehn Herausforderungen muss die Stadt meistern
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21:06 28.02.2018
Blick auf Leipzig. 2030 sollen rund 700.000 Menschen dort wohnen. Die Stadt erklärt im Entwicklungskonzept, wie sie die sozialen Herausforderungen bewältigen will.   Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

 Seit 2015 arbeiten Verwaltung und Bürger daran, Leitlinien für eine lebenswerte Stadt zu entwickeln. Die Perspektive: Leipzig 2030. Am Mittwoch stellte das Rathaus den rund 300 Seiten starken Entwurf vor. Im Mai soll der Stadtrat über das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ (INSEK) entscheiden.

Worum geht es?

Wirtschaft und Internationalität, Wohnen und Bildung, Mobilität, soziale Stabilität und Demokratieverständnis – das sind nur einige Themen, für die das INSEK Leitlinien für Verwaltung und Politik entwirft. „Wachstum ist kein Selbstzweck“, betonte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Die Grundlagen für künftige Generationen müssten so gesichert werden, dass die Lebensqualität nicht leidet. Jung: „Wir wollen nicht auf dem Rücken künftiger Generationen wachsen“.

LVZ.de erklärt, welche zehn Herausforderungen das INSEK 2030 in den Mittelpunkt stellt.

1. Mehr Menschen, weniger Platz

„Die Konkurrenz der Flächen nimmt enorm zu“, sagt Jung. Beispiel Freiflächen: Immer mehr Brachen – etwa für kreative Projekte – verschwinden. Darauf entstehen Wohnungen, die in Leipzig dringend gebraucht werden. „Im Mittelpunkt steht der Mensch“, heißt es im Konzept. Konkurrierende Interessen müssten auf dieser Grundlage abgewogen werden. Das passiert aktuell: Leipzig verdichtet die Stadt, nutzt Baulücken aus.

2. Soziale Gerechtigkeit

Grundsatz: „Jeder Mensch hat ein Recht auf gleichbleibende Teilhabe.“ Das Entwicklungskonzept fordert von allen, sich mit Neuem auseinanderzusetzen und neue Mitbürger willkommen zu heißen. Die Wahrung des sozialen Friedens gehöre zu den zentralen Herausforderungen.

3. Bezahlbares Wohnen

Für Integration und neues Wachstum brauchen die Menschen bezahlbare Wohnungen. Leipzig muss neue Wohnungen schaffen, fordert dafür Unterstützung vom Freistaat und vom Bund. Neue Stadtteile sollen entstehen, wie derzeit etwa der Freiladebahnhof Eutritzsch. Aber auch in Stadtrandlagen wie Heiterblick werden Flächen fürs Wohnen entwickelt. Das Thema Wohnen ist deshalb eng verknüpft mit dem Thema Verkehrsentwicklung.

4. Nachhaltige Mobilität

„Funktionierende Mobilität bedeutet Lebensqualität und ist eine Basis für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt“, heißt es im Konzept. „Wie kann der öffentliche Nahverkehr gestärkt werden, wie hält man den Wirtschaftsverkehr flüssig“, nennt Jung zwei zentrale Fragen. Gleichzeitig muss der ÖPNV bezahlbar bleiben, damit alle etwas davon haben. Das INSEK fordert auch hier die Unterstützung von Bund und Land. Der Umweltschutz muss gestärkt werden, Effizienz nicht eingeschränkt. „Fahrverbote wird es in Leipzig nicht geben“, sagt Jung. Und: „Ein neuer City-Tunnel muss geprüft werden“.

5. Sicherheit in der Stadt

Leipzig muss sich stärker mit der Kriminalitätslage und dem subjektiven Sicherheitsempfinden auseinandersetzen. „Das Sicherheitsgefühl hat sich verschlechtert, und das ist nicht ok“, so Jung. Prävention und Schutz sind die Säulen, die Leipzig weiter entwickeln will. Die Stadt müssen „insgesamt krisenfester“ werden und „zur Kenntnis nehmen, dass die Sicherheitslage sich – auch vor dem Hintergrund globaler Entwicklungen – grundlegend verändert.“

6. Bildung braucht Räume

Mehr Kita- und Hortplätze, ausreichend Schulplätze – Der Bau von Kitas, Schulen und Horten bleibt ein Schwerpunkt, in den Leipzig weiter viel Geld steckt. Neue Ansätze: Mehr Funktionen auf einer Fläche vereinen. So könnten Kitas künftig noch mit Wohnraum aufgestockt werden, schildert Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos).

7. Kulturelle Identität

„Kultur ist weder Dienstleistung noch Luxus“, heißt es im INSEK. Vielmehr sei Kultur Lebensgrundlage des Menschen und Basis des demokratischen Zusammenlebens. Leipzig fuße auf der Tradition der Bürgerstadt und den Werten der Friedlichen Revolution und verfüge heute kulturell „über die Angebotsvielfalt einer Millionenstadt“. Für die Zukunft müsse die Verschiedenartigkeit der Angebote erhalten werden.

8. Grün in der Stadt

„Die Zukunft der Städte ist grün“, postuliert das INSEK. Lebensqualität hängt davon ab, wie Stadträume gestaltet werden, heißt es weiter. Dass Leipzig zu den Städten mit der größten Lebenszufriedenheit gehöre, sei ein Standortvorteil. „Für neue Bauten müssen auch Bäume oder Parks, die als Zwischenbegrünung entstanden sind, weichen“, sagt Dubrau. Doch die Stadt entwickle gleichzeitig aus Brachen Wohnquartiere, in denen qualitativ hochwertiges Grün entstehe. INSEK-Aufgabe: Orte der Erholung und Vielfalt erhalten.

9. Kluges Flächenmanagement

Flächen müssen gekauft und entwickelt werden, Leipzig braucht Raum, um zu wachsen. Der Oberbürgermeister versichert: Leipzig kaufe je nach finanzieller Möglichkeit jetzt schon Flächen an. Für die Wirtschaftsentwicklung gebe es aber im Norden noch Vorrat, so der Oberbürgermeister. Qualitativ hochwertige Arbeitsplätze seien das Ziel.

10. Moderne Verwaltung

Daseinsvorsorge und Rechtsstaatlichkeit müssen durch die moderne Verwaltung gesichert sein. Personalstruktur und Organisation müssten aber auch geeignet sein, Impulse zu geben.

Alle Infos: www.leipzig.de/stadtentwicklungskonzept

Von Evelyn ter Vehn

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