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Lokales Leipzig: Das letzte Epitaph im Paulinum
Leipzig Lokales Leipzig: Das letzte Epitaph im Paulinum
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00:18 09.04.2017
Metallbildhauer Thomas Leu (links) und Diplom-Restaurator Johannes Schaefer beim Einbau des letzten Epitaphs. Quelle: Foto: Marion Wenzel
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„Das Werk ist vollbracht“, sagt Hiller. Der Chorraum als Teil des neuen Aula-Kirche-Baues ist „ein Ort von großer historischer Signifikanz, der deutschlandweit und darüber hinaus seinesgleichen suchen wird“. Die besondere Spannung gehe von der erkennbar modernen Architektur aus, die ihrerseits auf den Vorgängerbau Bezug nimmt. Über Jahre trieb Hiller das Projekt voran, Geldgeber wie Porsche, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und zahlreiche Einzelspender (so finanzierte Monika Harms, Generalbundesanwältin a.D. als eine Sponsorin die Instandsetzung des Hommel-Epitaphs) mussten gewonnen werden, damit die insgesamt fast eine Million Euro teuren Restaurierungsarbeiten, die nicht im Bauetat des Freistaates verankert waren, gestemmt werden konnten.

Auch das Kunstkonzept für den neuen Campus geht der Vollendung entgegen. Es handelt sich laut Hiller um fünf Erinnerungskomplexe: Die Fragmente aus dem Dominikanerkloster St. Pauli wurden in einem Übergang zwischen Augusteum und Hörsaalgebäude aufgestellt. An einer Front zwischen Audimax und Paulinum werden die Grabplatten aus der Universitätskirche präsentiert. In der Öffentlichkeit sind die Kunstwerke des ehemaligen Augus-teums, also Schinkeltor, Statue von Gottfried August Leibniz, Büsten des 19. Jahrhunderts und Regententugenden von Ernst Rietschel. Auch der Komplex „Sozialistische Kunst“ hat mit dem Wandbild „Arbeiterklasse und Intelligenz“ im Hörsaalgebäude seinen Standort gefunden und wird eine Etage darunter mit dem von Erich Loest initiierten und von Reinhard Minkewitz geschaffenen Wandbild „Aufrecht stehen“ konfrontiert. Teil fünf des Erinnerungskomplexes ist die Porträtgalerie mit Bildnissen bedeutender Professoren und Rektoren des 17. Jahrhunderts, die auf einer Galerie im Zwischengeschoss des Augusteums zu sehen sind. Bei diesen Kunstwerken ergibt sich eine Schnittmenge mit den Epitaphien.

Die bis dato unpublizierte Professorengalerie (die Gemälde lagerten in der Universitätsbibliothek) liegt Hiller, der 2012 zum außerplanmäßigen Professor ernannt worden war, besonders am Herzen, konnte er doch in seiner Eigenschaft als Kunsthistoriker mit Studenten lange Zeit verpackte Schätze heben: „Im Rahmen eines Masterseminars wurden mehr als 20 Gemälde zum Zweck der Forschung und Restaurierung ans Licht gebracht und konservatorisch betreut.“ Die Bildnisse werden hinter Glas im Augusteum präsentiert. Die Erkenntnisse der Studenten fließen ein in die noch anzubringenden Bilderläuterungen und sind somit Bestandteil des neuen Kunstleitsystems. Erste Infotafeln aus Acryl sind angebracht, so an den Grabplatten der Paulinerkirche.

Und noch ein Projekt der Kustodie ist auf gutem Weg. Die vielfältigen Sammlungen der Wissenschaftsbereiche stellen sich im Augusteum vor. Dafür wird ein Schrank im Untergeschoss eingebaut. In beleuchteten Fächern können demnächst beispielgebende Objekte präsentiert werden, und es wird neugierig gemacht auf weitere Erkundungen an anderen Orten der Universität.

Von Thomas Mayer

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