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Lokales Leipzig: Erst Depeche Mode, jetzt WGT – Verkehrsbetriebe im Dauerstress
Leipzig Lokales Leipzig: Erst Depeche Mode, jetzt WGT – Verkehrsbetriebe im Dauerstress
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00:18 04.06.2017
Shuttlebusse und andere Mitfahrgelegenheiten: Die Leipziger Verkehrsbetriebe stellen sich am langen Pfingstwochenende auf rund 20 000 Freunde des Wave-Gotik-Treffens (WGT) ein – die 30 000 Stadtfest-Besucher nicht zu vergessen. Quelle: Foto: André Kempner
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So werden sämtliche Fahrzeuge verfügbar gemacht – Reparaturen in der LVB-Werkstatt, die normalerweise am Wochenende stattfinden, werden in die Nachtstunden verlegt. „Wir müssen bis auf die letzte Reserve jedes Fahrzeug zum Einsatz bringen“, erläutert Flache. Auch alte Tatra-Straßenbahnen würden reaktiviert.

Darüber hinaus werden viele Mitarbeiter zusätzlich zum Dienst gerufen. „Beim Depeche-Mode-Konzert waren 80 Fahrer mehr im Einsatz. Diesmal werden es über die vier Tage von Freitag bis Pfingstmontag insgesamt 240 sein“, berichtet Jörg Jureck, Leiter der LVB-Verkehrssteuerung. Weil die vorgeschriebenen Ruhezeiten eingehalten und die Arbeitszeiten nicht beliebig verlängert werden können, knappst das Unternehmen auch hier an seiner Substanz: Schon bei der Urlaubsplanung wurde darauf geachtet, dass möglichst viele Mitarbeiter bei den Großereignissen zur Verfügung stehen. Außerdem werden zielgerichtet LVB-Leute aus der Verwaltung und aus den Werkstätten angesprochen, um sie als Fahrer zu gewinnen. „Unsere Mitarbeiter sind bei solchen Einsätzen hoch motiviert“, betont Jureck. „Das Wetter ist schön, es sind coole Leute unterwegs, die Stadt gewinnt noch mehr an Attraktivität.“

Es gibt allerdings auch Nachteile: Die Verantwortung bei derlei Großereignissen ist deutlich höher, denn mit mehr Fahrgästen wächst das Unfall-Risiko. „Außerdem können die eingesetzten Mitarbeiter nicht selber beim Wave-Gotik-Treffen mitmachen oder mit ihrer Familie das Stadtfest besuchen“, räumt Jureck ein.

Zusätzlich setzen die LVB an allen neuralgischen Punkten ihres Netzes Verkehrsmeister ein, die bei Bedarf in die Fahrzeugströme eingreifen. Denn das Gleisnetz ist nicht beliebig belastbar. „Am Hauptbahnhof ist die Durchlassfähigkeit am Limit angelangt“, berichtet Flache. „Deshalb sind dort bei hohen Fahrgastzahlen ständig zwei Mitarbeiter im Einsatz, die die Ausfahrt unserer Straßenbahnen aus dem Haltestellenbereich per Hand regeln.“ Sonst würden sich die Bahnen bis weit in den Ring stauen.

Bei Großveranstaltungen in der Arena oder im Stadion setzt das Verkehrsunternehmen außerdem Sicherheitsfirmen ein. Ihr Auftrag: Die Besucherströme aus dem Sportforum so zu kanalisieren, dass die dortigen Straßenbahngleise nicht blockiert werden und niemand unter die Bahnen gerät. Oder dafür zu sorgen, dass keine Fahrgäste in den Türen von Bahnen und Bussen stehen, wenn diese geschlossen werden sollen. Bis zu 40 Sicherheitsleute werden dafür geordert. Darüber hinaus stehen zwei Werkstatttrupps an der Haltestelle Sportforum und am Waldplatz bereit, um sofort einzugreifen, wenn ein Fahrzeug liegenbleiben sollte. Für Probleme mit der Bahnstromversorgung ist ein weiteres Spezialteam am Straßenbahnhof Angerbrücke abrufbar.

„Durch die Bundesligaspiele von RB Leipzig stehen wir gut im Training“, findet Flache. Die Situation bei 40 000 Besuchern in der Red-Bull-Arena sei beherrschbar. „Das wird auch klappen, wenn im nächsten Jahr zu den normalen Bundesligaspielen noch Champions-League- und Pokalspiele hinzukommen“, ist er zuversichtlich. Nachjustiert werden müsse allerdings, wenn RB sein Stadion um bis zu 14 000 Plätze aufstockt. „Dann brauchen wir zusätzliche Ressourcen.“

Von Andreas Tappert

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