Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipzig: Initiative „11. Gebot“ fordert Steuergelder von evangelischer Kirche zurück
Leipzig Lokales Leipzig: Initiative „11. Gebot“ fordert Steuergelder von evangelischer Kirche zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:00 24.07.2017
Protestaktion gegen die öffentliche Kirchentagsfinanzierung. Quelle: André Kempner
Anzeige
Leipzig

Kritiker der öffentlichen Finanzierung des evangelischen Kirchentages im Mai in Leipzig fordern von den Veranstaltern Geld zurück. Noch nie sei die Staatsquote mit rund 60 Prozent so hoch gewesen wie bei diesem Event, stellte gestern David Farago fest, Initiator der Kunstaktion „11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen“. Zum Vergleich: Beim evangelischen Kirchentag 2015 in Stuttgart betrug der Anteil der öffentlichen Hand 47 Prozent, zwei Jahre zuvor in Hamburg 42 Prozent, in Köln 2007 sogar nur 36 Prozent.

Farago bezog sich auf Zahlen aus dem sächsischen Kultusministerium. Das hatte die Gesamtkosten für die Kirchenveranstaltung in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten André Schollbach (Linke) mit 5,36 Millionen Euro beziffert. Davon trugen Sachsen 2,25 Millionen Euro und die Stadt Leipzig 950 000 Euro. Damit entfielen 59,7 Prozent der Kosten auf die Steuerzahler.

„Alles spricht dafür, dass der Anteil der öffentlichen Hand an der Finanzierung sogar noch größer ist“, so Farago weiter. Da weniger Besucher zu dem Kirchentag gekommen waren, dürften die Gesamtkosten niedriger ausgefallen und damit der prozentuale Anteil von Stadt und Land gestiegen sein. 7500 Tickets wurden verkauft, geplant waren mindestens 40 000. Maximilian Steinhaus, Sprecher der Aktionsgruppe, sieht in der üppigen finanziellen Unterstützung den Versuch, die „Rechristianisierung des Ostens“ voranzutreiben. Denn mit 57 Prozent Staatsquote hatte sich schon der Kirchentag 2011 in Dresden auf den zweiten Platz der am stärksten staatlich geförderten Kirchentage gesetzt. Spitzenreiter war bislang Bremen 2009 mit 58 Prozent.

Der Zuschuss sei nicht an das Erreichen bestimmter Besucherzahlen gebunden gewesen, hieß es gestern aus dem Kulturdezernat. Rückzahlungen kämen nur in Frage, „wenn die Veranstaltungen inhaltlich nicht so wie im Antragsverfahren beschrieben stattgefunden haben oder es unerwartet zu Mehreinnahmen“, etwa durch Kartenverkäufe, gekommen wäre. „Davon konnte hier nicht die Rede sein“, so ein Sprecher weiter.

Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Linke), die sich derzeit im Urlaub befindet, will dem Stadtrat nach der Sommerpause eine Bilanz über die Verwendung der kommunalen Fördergelder vorlegen.

Von Klaus Staeubert

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Kultur 5,9 Millionen Euro für freie Projekte - Ausschreibung für Kulturfördermittel der Stadt beginnt

Die Ausschreibung für die Kulturfördermittel der Stadt für das kommende Jahr hat begonnen. Freie Kultur- und Kunstprojekte sowie -einrichtungen können sich bis Ende September darum bewerben. Insgesamt stehen 5,9 Millionen Euro zur Verfügung.

24.07.2017

Nur eine Woche nach der Jungfernfahrt mussten die Leipziger Verkehrsbetriebe den Linienbetrieb der neuen Leipziger XL-Straßenbahn wieder einstellen. Der Grund ist ein Programmierfehler, so die LVB.

24.07.2017

Schirm und Jacke – das sind in dieser Woche die wichtigsten Sommerbegleiter in Leipzig. Zum Wochenstart erwarten die Meteorologen ergiebigen Regen. Bis Donnerstag ist kaum Besserung in Sicht.

24.07.2017
Anzeige