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Lokales Leipzig: Interaktiver Haushaltsrechner vor dem Absturz
Leipzig Lokales Leipzig: Interaktiver Haushaltsrechner vor dem Absturz
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15:40 19.05.2015
Vor dem Aus: der Haushaltsrechner der Stadt. Quelle: dpa

Vor allem wurden den Einwohnern auf dem Portal die endlosen Zahlenkolonnen so aufbereitet, dass sich auch Nichtfachleute leicht zurechtfinden und ein Urteil bilden konnten. Doch mit alledem ist nun - zumindest vorläufig - Schluss.

Geboren und entwickelt wurde die Idee einst beim Leipziger Agenda-Büro. Dessen Leiter Ralf Elsässer erzählte gestern, dass der Haushaltsrechner nun auf der Sparliste des Finanzdezernats gelandet ist. Wenn am 30. September der Haushaltsplanentwurf der Stadt für 2014 online gestellt wird, könne man sich die Tausenden Seiten zwar noch komplett als PDF-Datei herunterladen und selbst durchackern. Der praktische Rechner, der alles bürgernah aufbereitet, werde aber für ein Jahr abgestellt.

Etwa 3000 Euro pro Jahr koste dieses niederschwellige Angebot, erklärten weitere Mitglieder des Koordinierungskreises der Leipziger Agenda 21. Das Geld sei gut angelegt, denn gerade bei den jüngsten Diskussionen zur Initiative "Leipzig weiter denken" hätten sich viele Bürger eine intensivere Beteiligung auch an der Finanzplanung gewünscht. "In Zeiten, da die Stadt besonders sparen muss, ist eine umfassende und transparente Information der Bevölkerung besonders wichtig, um Verständnis und Akzeptanz zu schaffen", meinte Dieter Rink, Professor am Umweltforschungszentrum. Dafür habe der Haushaltsrechner jetzt eigentlich noch verbessert werden sollen, was freilich zusätzlich gekostet hätte.

Finanzbürgermeister Torsten Bonew (CDU) machte eine andere Rechnung auf. Demnach würden zwar etwa 1000 Leute pro Jahr in den Rechner klicken, aber maximal zwei bis drei Dutzend wirklich Hinweise ans Rathaus schicken - meist immer die gleichen. "Bei Gesamtkosten von bis zu 10 000 Euro ist mir das zu wenig." Stattdessen solle es in Kürze erstmals eine Sonder-Info-Seite zum neuen Haushaltsentwurf im Amtsblatt geben. "Das kostet nur 900 Euro." Auch verschickte die Stadt in dieser Woche Einladungen an etliche, repräsentativ ausgewählte Bürger. Mit der Bitte, im Oktober zu einer neuen Haushaltskonferenz zu kommen. Ziel sei, mit weniger Geld mehr Bürger zu echter Mitsprache zu bewegen, so Bonew.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Jens Rometsch

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