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Lokales Leipzig: Jeder dritte Senior wohnt in einem Plattenbau
Leipzig Lokales Leipzig: Jeder dritte Senior wohnt in einem Plattenbau
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20:10 07.04.2017
Wie leben ältere Menschen in Leipzig? Quelle: dpa
Leipzig


Demografie: Ende 2016 lebten 170 000 Menschen zwischen 55 und 85 Jahren in Leipzig. Das sind 30 Prozent aller Einwohner. Von wegen alternde Gesellschaft: „Die Gruppe der Senioren wächst nicht so stark wie die junger Menschen“, sagt Andrea Schultz von der Statistikbehörde.


Einkommen: Durchschnittlich verfügten die Befragten über 1319 Euro im Monat. Die Armutsgefährdung ist bei den 55- bis 64-Jährigen am höchsten – mehr als ein Viertel hat weniger als 942 Euro. Mit zunehmendem Alter verringert sich jedoch das Risiko zu verarmen. Es liegt bei den 75- bis 85-Jährigen nur noch bei elf Prozent; sie verfügen über 1411 Euro.

Wohnen: Jeder Dritte im Alter von 55 bis 85 Jahren lebt im Plattenbau. Seniorenbeauftragte Kerstin Motzer sieht darin eine große Herausforderung für die Wohnungsvermieter: „Da müssen Wohnungen angepasst und kleinräumige Bäder umgebaut werden.“ Im Schnitt zahlt ein Seniorenhaushalt 500 Euro Warmmiete im Monat, das entspricht 30 Prozent des Haushaltseinkommens. 13 Prozent leben in einer barrierefreien Wohnung, 31 Prozent denken, dass sie in ein paar Jahren eine solche Wohnung brauchen werden. 89 Prozent lehnen Betreutes Wohnen ab, sie wollen in ihren eigenen vier Wänden bleiben, gegebenenfalls bei Bedarf einen ambulanten Pflegedienst in Anspruch nehmen. Etwa drei Viertel der Befragten ist mit der Luftqualität, dem Zustand der Häuser und Grünanlagen zufrieden.

Beschäftigung: Fast die Hälfte der Befragten besitzt einen Garten. Vier Prozent sind ehrenamtlich aktiv und investieren darin monatlich 13,2 Stunden, vor allem in sozialen Projekten. Die von der Kommune 2013 in den Stadtbezirken eröffneten zehn Bürgerbüros mit ihren Angeboten kennt mittlerweile jeder dritte Senior. Dennoch sagt Sozialamtsleiterin Martina Kador-Probst: „Wir müssen noch viel mehr in die Quartiere gehen und die Angebote für Senioren stärker vernetzen.“

Sorgen: Mit 49 Prozent die mit Abstand größte Sorge: Bleibe ich gesund? 17 Prozent befürchten, dass ihr Einkommen für einen angenehmen Lebensabend künftig nicht mehr ausreichen könnte. 54 Prozent der Senioren fühlen sich sicher in der Stadt, 16 Prozent haben Angst vor Kriminalität und Gewalt, sechs Prozent vor Fremden, Flüchtlingen und dem Islam.


Wünsche: Mehr Hausärzte, mehr preiswerter Wohnraum und mehr barrierefreie Verkehrsmittel sind die Top 3 auf der Wunschliste älterer Menschen an die Kommune.

Von Klaus Staeubert

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