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Lokales Leipzig: Mit einer Kita-Sozialarbeiterin unterwegs
Leipzig Lokales Leipzig: Mit einer Kita-Sozialarbeiterin unterwegs
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00:18 11.03.2017
Kerstin Hartmann, Michaela Ebert und Kathrin Gwiasda-Wilke (von links) in der Kita Lutherstraße im Gespräch. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig




In der Integrativen Kita Lutherstraße hat der Träger, die Outlaw gemeinnützige Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe mbH, für solche Fälle seit Kurzem eine Sozialarbeiterin im Haus. Innerhalb des zunächst auf maximal vier Jahre befristeten ESF-Projekts „Kinder stärken – Maßnahmen für Kinder mit besonderen Lern- und Lebenserschwernissen“ hat Kerstin Hartmann (35) ein Büro bezogen. Eltern finden hier jederzeit ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte und häufig auch gleich Rat. Den Erzieherinnen wird auf diese Weise der Rücken für ihre pädagogische Arbeit freigehalten. „Eine Sozialarbeiterin ist eben nicht erst in der Schule sinnvoll, sondern auch in Einrichtungen wie unserer“, betont Kathrin Gwiasda-Wilke (45). Die Leiterin der im Oktober 2015 eröffneten Kita betreut mit ihrem etwa 30-köpfigen Team 180 Mädchen und Jungen, 60 davon in der Krippe. „Als integrative Einrichtung nehmen wir auch Kinder auf, die besondere Zuwendung brauchen. Und: Wir vereinen unter unserem Dach eine außergewöhnliche sprachlich-kulturelle Vielfalt, denn wir betreuen Kinder aus 18 Nationen.“Allein deshalb ergebe sich ein erhöhter Bedarf, Familien mit besonderen Anforderungen zu helfen.

„Wir sehen es den Kleinen oft an, wenn es ihnen nicht gut geht“, erzählt die Sozialarbeiterin. „Ich kann dann auf die Eltern zugehen und anbieten, zu mir zu kommen. Nicht in jedem Fall weiß ich gleich die Antwort, aber ich kann auch Kontakte vermitteln.“ Zu Ämtern oder Fachleuten beispielsweise. „Wir spüren hier täglich, dass viele Probleme und Auffälligkeiten unserer Schützlinge ihre Ursache in der Familie haben“, ergänzt die Kita-Chefin. Allerdings bleibe den Betreuern nicht die Zeit, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. „Die Sozialarbeiterin ist da ein richtiger Glücksfall. Ob die Eltern ihre Dienste annehmen, ist allerdings ihre Entscheidung.“

Michaela Ebert hat sie dankbar angenommen. „Nach der Geburt unseres zweiten Kindes sind wir aus Hamburg wieder zurück nach Sachsen gekommen“, erzählt die 33-jährige Rechtsanwalts-Fachangestellte. Helen sei da gerade sechs Wochen alt gewesen. Ruben, ihrem Sohn (jetzt viereinhalb Jahre), sei die Umstellung nicht leicht gefallen. „Er war plötzlich unausgeglichen und aggressiv. Da hab ich mich gefragt: Ist das jetzt wirklich so schlimm, wie ich es mir einrede?“ Kerstin Hartmann habe ihr zugehört. „Es tat mir schon gut, mal jemandem meine Geschichte erzählen zu können. Ich merkte, dass es normal ist, auch einmal gestresst zu sein und so zu reagieren. Das vergisst man schnell als Mutti.“ Es sei jedenfalls schön, wenn sie wisse, in der Kita ist jemand, der hilft. „Ich finde es total toll, dass es so etwas gibt. Wenn ich merke, dass ich wieder einmal an meine Grenzen stoße, hole ich mir ganz bestimmt Rat bei Kerstin.“

Für die Leitung der Kindereinrichtung sei die Sozialarbeiterin eine „enorme Entlastung“, betont die Leiterin. „Mehr als 50 Prozent bei uns sind freie Plätze. Das heißt, die Eltern müssen Anträge stellen, um die Kosten erstattet zu bekommen.“ Damit seien viele jedoch überfordert, Versäumnisse und Schulden die Folge. Auf dem Weg durch die Formulare oder zu Ämtern helfe die Sozialarbeiterin, gehe bei Bedarf auch nach Hause. Sie sei aber keine Jugendhilfe, sondern leiste präventive Arbeit. „Im Durchschnitt habe ich pro Tag vier Anfragen – von der Essensgeldabrechnung über die Anmeldung zur Schule bis hin zu Ämteranfragen oder Anträgen zur Teilhabe. Reicht mein Englisch nicht aus, helfen mir Sprachmittler“, sagt Kerstin Hartmann.

Von Cornelia Lachmann

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