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Lokales Leipzig: Rückenwind für S-Bahn-Erweiterung bis Merseburg
Leipzig Lokales Leipzig: Rückenwind für S-Bahn-Erweiterung bis Merseburg
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00:19 16.06.2017
Blick auf eine S-Bahn, die in die Tunnel-Station Leipzig-Markt einfährt. Wer in einer der unterirdischen Stationen zusteigt, könnte bald auch bis Naumburg oder Merseburg fahren, wenn die Überlegungen zu einer Erweiterung des Netzes Wirklichkeit werden.  Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

 Die Pläne zur Erweiterung der Leipziger S-Bahn nach Naumburg und Merseburg (die LVZ berichtete) bekommen kräftigen Rückenwind aus Sachsen-Anhalt. Dort hat ein Merseburger eine Online-Petition auf die Beine gestellt, um zu zeigen, dass viele Sachsen-Anhalter die neue Anbindung nach Leipzig begrüßen würden. Auch die 9000 Mitarbeiter zählenden Leuna-Werke sind für das Projekt. Wie berichtet, werden die beiden neuen Verbindungen in den nächsten Monaten von der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) geprüft.

Positiv gesehen würde eine S-Bahn-Verbindung von Naumburg und/oder Merseburg nach Leipzig von der Infrastrukturgesellschaft Infra Leuna-GmbH, die den an der Strecke liegenden Chemiepark Leuna-Werke betreibt. „Wir sehen dieses Vorhaben mit Sympathie“, sagt dort Geschäftsführer Christof Günther. „Die Diskussion ist bereits in unserer Belegschaft angekommen. Mitarbeiter sprechen uns darauf an.“

Dem Geschäftsführer fällt es schwer, den tatsächlichen Bedarf abzuschätzen. „Es gibt mittlerweile eine ganze Zahl von Mitarbeitern, die mit dem Autos aus Leipzig zu uns pendeln“, berichtet er. „Diese Zahl steigt jedes Jahr.“ Wenn die neue S-Bahn-Verbindung attraktiv werde, würden sicher viele vom Auto auf die Bahn wechseln. „Eine Zugverbindung wäre komfortabler, zumal es ja in Leipzig mit dem Autofahren auch nicht so einfach ist“, meint Günther. Auf dem Betriebsgelände der Leuna Werke verkehre schon jetzt eine Regionalbahn. „Wir hätten also Anbindungspunkte, die von einer S-Bahn genutzt werden könnten“, so der Geschäftsführer.

Hinter der Online-Petition steht der Merseburger Martin Kliche. „Eine S-Bahn-Verbindung zwischen Merseburg und Leipzig wäre eine wunderbare Sache“, meint der freiberufliche Wirtschaftsingenieur. „Das wird mit Sicherheit viele Leute ansprechen.“ Der Ingenieur hat dabei vor allem die Potenziale im Blick, die seine Heimatregion Leipzigern offerieren kann, insbesondere die Gebiete rings um den Geiseltalsee. „Sie besteht neben Merseburg aus den Städten Bad Lauchstädt, Braunsbedra und Mücheln“, sagt der 41-Jährige. Nicht weit entfernt liegt Bad Dürrenberg, Austragungsort der nächsten Landesgartenschau in Sachsen-Anhalt. Durch Leipzig könne die Wirtschaft und der Tourismus in diesem Gebiet neue Impulse erhalten; im Gegenzug könnte Leipzig neue Interessenten für seine Kultur-, Kunst- und Sportangebote gewinnen.

Kliche hat die Petition gestartet, um den Entscheidern bei der Nasa und in der Landespolitik das Interesse der Bürger an den neuen Verbindungen deutlich zu machen. Unter dem Titel „Schneller von Merseburg nach Leipzig – Start einer S-Bahn-Verbindung“ können Interessenten ihr Votum und ihre Kommentare abgeben.

Gleichzeitig hat sich Kliche an den Landtag von Sachsen-Anhalt und den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages gewandt, damit die das Interesse zur Kenntnis nehmen. Im Landtag wurde der Vorstoß inzwischen den Mitgliedern des Verkehrsausschusses und damit allen Fraktionen übermittelt. Auch der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hat reagiert. Kliches Petition ist dort registriert und wird bearbeitet.

https://www.openpetition.de/petition/online/schneller-von-merseburg-nach-leipzig-start-einer-s-bahn-verbindung

Von Andreas Tappert

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