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Lokales Leipzig: St. Georg und Uniklinik bauen an Klinik in Vietnam mit
Leipzig Lokales Leipzig: St. Georg und Uniklinik bauen an Klinik in Vietnam mit
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23:00 15.10.2017
Wollen gemeinsame Wege gehen (v.l.): Professor Bernhard Ruf, Professor Vu-Long Lap, Dr. Iris Minde, Dr. Susann Landgraf, Dr. Jürgen Ulrich, Dr. Oliver Sorge und Dr. Phuong Nguyen. Quelle: Kempner
Leipzig/Ho-Chi-Minh-Stadt

Es geht um gegenseitigen Austausch – von Wissen und von Personal: Das Leipziger St. Georg ist in eine medizinische Kooperation mit einer Klinik in Ho-Chi-Minh-Stadt eingestiegen. Auch die Stadt und das Uniklinikum sind mit im Boot. Demnächst soll ein Vertrag unterzeichnet werden.

Die Kooperation selbst ist schon zehn Jahre alt. Sie kam seinerzeit maßgeblich auf Betreiben der damaligen Medica-Klinik zustande, wie Jürgen Ulrich berichtet. Ulrich hat die Medica-Klinik in der Käthe-Kollwitz-Straße 1997 gegründet und bis 2007 geleitet. Nach dem Verkauf wechselte das Haus mehrmals den Eigentümer und gehört seit 2016 zum Median-Gesundheitskonzern. Der promovierte Sportmediziner Ulrich zählt mit Professor Vu Cong Lap zu den Vätern der medizinischen Kooperation mit Ho-Chi-Minh-Stadt. Die Zusammenarbeit kam damals zustande, als aus Vietnam der Wunsch nach Leipzig getragen wurde, die dortige Sportmedizin zu entwickeln. Das Projekt nahm schnell richtig Fahrt auf. Es kam zum Austausch von Ärzten und Physiotherapeuten. Medizinisches Personal wurde in der Medica-Klinik weitergebildet. Doch der neue Medica-Eigentümer Median beendete die Kooperation im März 2016.

Die Stadt Leipzig habe sich dann sehr engagiert, damit der Faden nicht abreißt, lobt Jürgen Ulrich, der nach wie vor als Berater und Vermittler in den Beziehungen zwischen beiden Städten fungiert. Ulrich selbst holte das Uniklinikum Leipzig (UKL) mit ins Projekt. Professor Christoph Josten, Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am UKL, gehört mit zu den Akteuren. Und nun ist also auch das St. Georg Kooperationspartner.

Zu Hause sind die Gesundheitsversorger Konkurrenten, aber beim Ausbau der medizinischen Verbindungen nach Vietnam ziehen alle an einem Strang. Denn es geht um Großes: In Südvietnam helfen die Leipziger mit beim Aufbau eines Krankenhauses mit 500 Betten. Innerhalb des riesigen Komplexes entsteht ein Rehabilitationszentrum für die Nachbehandlung – es trägt den Namen „Haus Leipzig“. Das St. Georg soll sich unter anderem um die physiotherapeutischen Verbindungen kümmern. In Ho-Chi-Minh-Stadt soll zudem eine Gerichtsmedizin aufgebaut werden. Nach einem Besuch der Kollegen aus Vietnam entsteht diese nun – nach dem Leipziger Modell.

Vietnam ist ein aufstrebendes Land; die Wirtschaft brummt. Deswegen ist das Kooperationsprojekt keineswegs eine Einbahnstraße: So wollen die Leipziger von den Kompetenzen in der traditionellen asiatischen Schmerztherapie profitieren. Das soll sich zum Beispiel in der Klinik für Neurochirurgie am St. Georg auswirken, die von Chefarzt Dr. Oliver Sorge geleitet wird. Ein gegenseitiger Austausch zwischen UKL und St. Georg auf der einen Seite und den asiatischen Kollegen auf der anderen ist zudem auf dem Feld der Unfallchirurgie vorgesehen.

„Es ist ein sehr gutes Miteinander“, freut sich Jürgen Ulrich. Der Leipziger Sportmediziner wird nicht müde dabei, das Projekt voranzutreiben. Im November steht schon wieder die nächste Reise nach Vietnam an...

Von Björn Meine

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