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"Leipzig - Stadt des Wandels": Der Bestseller der alten Herren

"Leipzig - Stadt des Wandels": Der Bestseller der alten Herren

Niels Gormsen und Armin Kühne sind - sie werden es ertragen - schon ziemlich betagte Herren. Das hindert sie freilich nicht daran, sich erneut auf den Bestseller-Markt begeben zu wollen.

Anfang Dezember erscheint ihr Buch "Leipzig - Stadt des Wandels" neu gestaltet im Passage Verlag.

"Seit zwei Jahren ist die erste Ausgabe dieses Buches restlos ausverkauft, jetzt bringen wir keine Neuauflage des alten, sondern einen weitgehend neuen Band heraus", sagt Verleger Thomas Liebscher, der das Risiko nicht gescheut und gutes Geld in diese Edition investiert hat. Weil er auch diesmal der Überzeugung ist, dass sich so ein Buch vor allem in und um Leipzig wiederum gut verkaufen wird.

Der ehemalige Baubürgermeister Niels Gormsen (86) ist erneut die textlich tragende Säule des Unterfangens, und der Fotograf Armin Kühne (73) sorgt wie gehabt für den bildnerischen Teil. Über 400 Kühne-Fotos werden abgedruckt, davon sind gegenüber dem ersten Buch nur 50 eine Wiederholung. "Armin Kühne ist noch immer nicht zu bremsen, er fotografiert quasi alles in seiner Heimatstadt und kann so auch auf einen sensationellen Fundus zurück greifen. Dazu kommt immer wieder sein siebter Sinn, eben Fotos zu schießen, die man meint, nicht brauchen zu können, auf die man aber dann doch gern zurückgreift", weiß Liebscher, unter dessen Arbeitstisch in der neuen Verlags-Heimstatt mit Kanalblick in großen Kartons weitere unzählige Kühne-Schnappschüsse lagern.

Das neue "Wandel"-Buch bietet laut Liebscher "neue Objekte, neue Aufnahmen, neue Sichtweisen, neue Erkenntnisse". Den Text-Prolog steuert Leipzigs Ex-Oberbürgermeister Hinrich Lehmann-Grube bei. Er erinnert sich, was laut Liebscher einfach sein muss, an seinen ersten Eindruck von Leipzig: "Es war dreckig, es hat gestunken, es war verfallen. Schrecklich! Dass sich hinter diesem Bild eine kultivierte, einstmals reiche Stadt verbarg, habe ich auch gesehen." 24 Jahre später sei die Zeit des Generationenwechsel gekommen. Die Alten kennen, so Lehmann-Grube, noch ihre alte Stadt, so ein Buch ist also eins für sie, weil sie das eigene Leben dokumentiert sehen, und für die jungen Leute sei so ein Bild-Text-Buch wichtig, um letztlich auch verstehen zu können, warum die Großeltern und Eltern 1989 den friedlichen Umsturz wagten.

Kenner der Stadt Leipzig bewerten in verschiedenen thematischen Aufsätzen einen kaum für möglich gehaltenen Wandel. Zu den Autoren gehören unter anderem die neue Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau, Karsten Gerkens, Leiter des städtischen Amtes für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung, zu seinem Fachgebiet, Heike König (Stadträtin und Geschäftsführerin des Grünen Rings Leipzig), die über die Wasserstadt Leipzig schreibt, und Katrin Weber (Verein HausHalten) zum Thema Wächterhäuser.

Auf dem umkämpften Buchmarkt behauptet sich Liebschers Passage Verlag als wahrscheinliche Erstgründung nach der Friedlichen Revolution übrigens nun schon seit jener Zeit. 250 Bücher sind mittlerweile im lieferbaren Programm. Liebscher traut sich was wie im Fall der "Wandel"-Bücher, er ist aber auch der zuverlässige Dienstleister (zum Beispiel mit Katalogen für diverse Ausstellungen). Mit solchen Druckerzeugnissen sichert er sich die verlegerische Freiheit, um letztlich auch nimmermüden Autoren wie Gormsen und Kühne dienen zu können.

 

 

Niels Gormsen und Armin Kühne, Leipzig - Stadt des Wandels, Passage Verlag, 224 S., 28 Euro. Ab heute im Buchhandel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 02.12.2013
Mayer, Thomas

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