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Leipzig: Völkerfreundschaft bekommt ein Denkmal gesetzt

Bücke aus Leipzig nach Leipzig in Russland Leipzig: Völkerfreundschaft bekommt ein Denkmal gesetzt

Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig bekommt einen Ableger – in einem kleinen Dorf im Ural mit dem Namen Leipzig, wird das Völkerfreundschaftsdenkmal am 31. August eingeweiht.

Michael Fischer-Art legt letzte Hand am Modell an, nach dem das Völkerfreundschaftsdenkmal entsteht.

Quelle: Kempner

Leipzig. Leipzig liegt am Fuße des Urals, wer hätte das vermutet? Natürlich nicht das Leipzig wie wir es kennen, mit seinen knapp 600 000 Einwohnern, dem Uni-Riesen und dem bekannten Völkerschlachtdenkmal. Nein, es geht viel mehr um jenes Leipzig in Russland mit seinen ungefähr 790 Einwohnern (die LVZ berichtete). Knapp 4000 Kilometer trennen die beiden Orte. Gut zwei Tage Autofahrt also, die zwischen den Namensvettern liegen. Und doch sollen beide Orte sich nun näher kommen – im sozialen Verhältnis zueinander natürlich, nicht in der örtlichen Lage.

Denn was momentan noch in der Firma Holl GmbH in Markkleeberg in Arbeit ist, soll am 31. August in Russlands Leipzig feierlich übergeben werden. „Das Völkerfreundschaftsdenkmal soll die zwischenmenschlichen Beziehungen zum Ausdruck bringen ebenso wie die in letzter Zeit verloren gegangenen Verständigungen zwischen den Völkern“, sagte der Künstler des Denkmals, Michael Fischer-Art. Diese verlorene Verständigung zwischen den Menschen, aber im Besonderen auch in der Politik (denkt man nur an die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland, die bereits erste Firmen in die Insolvenz getrieben haben), versuchen die an dem Projekt beteiligten Personen wiederherzustellen. Die ersten Schritte wurden schon unternommen. So gibt es ein Austauschprogramm mit der Schule in Russlands Leipzig, die einigen Kindern die Möglichkeit geben wird, hier nach Leipzig zu kommen. „Wir erwarten aber zunächst einmal am Montag die Direktorin der dortigen Schule sowie drei weitere Lehrerinnen als Gast hier in Leipzig und hoffen, dass dies nicht der letzte Besuch aus dem Ural bleiben wird“, so Heiko Waber, einer der führenden Köpfe im Integrationsverein „Leipzig – Brücke der Kulturen“, der maßgeblich für die Finanzierung und Mitgestaltung des Projektes verantwortlich ist.

Das Denkmal werde, so hofft Waber, „einige dieser Missstände, die es grade in der Welt gibt, aus dem Weg räumen und zu mehr Annäherungen führen“. Die ersten Begegnungen gab es schon früher. Als 2015 die erste Delegation von Mitgliedern des Vereins in das Dorf nahe des Flusses Togusak reiste, waren sie von der Herzlichkeit der Menschen dort sehr überrascht. „Die Leute würden dir ihren letzten Apfel auf den Tisch legen, wenn du zu Besuch kommst“, so Fischer-Art, der auch beim Gießen des Fundamentes 2016 dabei war und die drei Meter tiefe Grube mit der Schaufel aushub. „Eigentlich hatten wir auch die Idee, die einzelnen Teile des Denkmals in Russland anfertigen zu lassen. Doch müsste man dann die Rohstoffe dorthin transportieren lassen und die benötigten Maschinen gibt es dort auch nicht. Deshalb lassen wir fast alles in der Firma Holl von Ines Rathmann anfertigen und verladen dann die einzelnen Werkstücke auf Lastwagen und fahren sie die 3871 Kilometer nach Russland“, erläuterte der Künstler.

Aber auch die Gestaltung des Denkmals wurde mehrmals überdacht. Nun wird es ein aus Aluminiumplatten gefertigtes, nach oben und unten offenes Bauwerk werden. „Dass es nicht geschlossen ist, hat den einfachen Grund, dass wir uns den dortigen Witterungsbedingungen anpassen müssen. Denn dort an der Grenze zu Kasachstan schwanken die Temperaturen zwischen -60 Grad Celsius im Winter mit bis zu fünf Metern Schnee und 40 Grad Celsius im Sommer, so dass das Denkmal diesen Bedienungen standhalten muss“, so Fischer-Art weiter. „Das Material Aluminium hat zudem den Vorteil, dass es besonders robust und leicht zugleich ist, sodass der Transport wesentlich leichter zu bewältigen ist“, erklärte Ines Rathmann. Denn neben den Bauteilen des Denkmals müssen auch die Werkzeuge aus Deutschland mitgebracht werden – angefangen bei Bohrmaschinen und Schweißgeräten bis hin zur letzten Schraube und Unterlegscheibe.

Was dem Künstler aber besonders wichtig ist, ist die Tatsache, dass – anders als auf dem hiesigen Völkerschlachtdenkmal – auf dem neuen keine Waffen oder Soldaten zu sehen sein werden. „Es geht ja um Freundschaft und da passen Gewehre und Kanonen als Symbol nun einmal nicht hinein“, gab Michael Fischer-Art noch mit auf den Weg. Er selbst wird zudem wieder an die kasachische Grenze reisen und das Denkmal zusammen mit dort ansässigen Menschen zusammensetzen.

Die Finanzierung des Projektes erfolgte im Übrigen hauptsächlich aus Spenden von Privatleuten und Firmen, die mit Russland Kontakte pflegen und an einem besseren Austausch interessiert sind. Die Hoffnung also, dass sich der Austausch zwischen den Kulturen in Zukunft wieder verbessern wird, ist noch nicht erloschen, gerade wegen Menschen wie Michael Fischer-Art und Heiko Waber.

www.leipzig-im-ural.de

Von Tom Erik Richter

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LEipzig
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